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Neustadt Otternhagener Historiker geben Buch über Kriegstote heraus
Aus der Region Region Hannover Neustadt Otternhagener Historiker geben Buch über Kriegstote heraus
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00:30 11.06.2018
Friedrich und Gabriele Mauthe und Horst Büsing stellen ihr Buch über otternhagens Kriegstote vor. Auch das Denkmal im Hintergrund diente dafür als Quelle. Quelle: Kathrin Götze
Otternhagen

Mit einer besonderen Arbeit schließt das Erfolgstrio aus Gabriele und Friedrich Mauthe und Horst Büsing seine Arbeit rund um die Otternhagener Dorfchronik jetzt ab. Als letztes Werk der Reihe wollen der Heimatforscher und das Historikerpaar im August ein Buch über die Kriegstoten aus dem Ort herausgeben. Wichtigste Grundlage war ein Vorgängerwerk, das Büsing vor Jahren aus den Notizen des früheren Otternhagener Lehrers Gustav Trotha (Dienstzeit 1926-1946) zusammengestellt hat. Neben der Schulchronik hat der Pädagoge auch Nachrufe auf ehemalige Schüler verfasst, die im Krieg zu Tode kamen.

Die Historiker erweiterten das Werk, zogen dafür zahlreiche weitere Quellen zu Rate. Auch die Namenstafel am Denkmal vor der Kirche oder die bebilderte Ehrentafel zeigen aber bei weitem nicht alle Namen, wie Mauthes festgestellt haben. „Das kostete Geld, nicht alle Hinterbliebenen konnten oder wollten sich das leisten“, sagt Gabriele Mauthe. In den Ersten und Zweiten Weltkrieg sind jeweils rund 100 Männer aus dem Dorf gezogen, wie sie festgestellt haben – jeder Dritte überlebte nicht.

Wenn die Todesnachricht nach Hause kam, war den meisten Angehörigen wohl schon der Hurra-Patriotismus vergangen, wie er vielfach in Propagandaversuchen noch verbreitet wurde. Die Leine-Zeitung druckte am 1. Juli 1916 ein Gedicht ab, das angeblich von einem deutschen Gefangenen aus dem russischen Lager Krassnojarsk stammen sollte. Darin beklagt der Mann vor allem, dass er am Kampf nicht mehr teilnehmen durfte: „Oh glücklich, wer im Schlachtenwetter/Ruhmvoll erschlagen von dem Feind/um blut’ge Stirn die Lorbeerblätter/des Sieges mit dem Tod vereint“, tönt es da.

Der Otternhagener Alfred Finke überlebte den Ersten Weltkrieg, wurde über die Schweiz ausgetauscht. Er hatte ein Auge verloren. Quelle: privat

Das mag der Otternhagener Alfred Finke vielleicht anders empfunden haben. Mauthes haben verfolgt, wie der Otternhagener, der sein Augenlicht verloren hatte, in der Schweiz hospitalisiert wurde – die Folge eines Abkommens zwischen Deutschland und Frankreich, das kranke und verwundete Kriegsgefangene schützen sollte. Dort kamen die Häftlinge in den Genuss einiger Erleichterungen, durfte zum Beispiel manchmal abends ein Gasthaus besuchen. Im Oktober 1917 wurde er schließlich nach Hannover ausgetauscht und kehrte in sein Heimatdorf zurück. Seine Großnichte Gudrun Fuhse erinnere sich noch, dass er ein Glasauge gehabt habe, heißt es im Buch.

Über viele Tote aus dem zweiten Weltkrieg hat Lehrer Trotha mitleidige Notizen verfasst: Als am 29. August 1942 der erst 26-jährige Wilhelm Ehlers in Russland starb, sei damit auch die Hoffnung der Eltern auf einen Hoferben „wie die so vieler anderer Eltern durch die harten Schläge des Krieges zerbrochen“, wie es bei Trotha heißt.

Auf Karten ist eingezeichnet, an welchen Orten wie viele Otternhagener starben. „Erstaunlich, wie riesige Entfernungen da mancher zurücklegte, der es im Vorleben nicht mal nach Hannover geschafft hatte“, sagt Gabriele Mauthe.

Mit dem Tod von Wilhelm Ehlers ging die Hoffnung der Eltern auf einen Hoferben zugrunde, bei dem sie ihren Lebensabend verbringen wollten. Quelle: privat

Der bebilderte Band mit seinen 127 Seiten, vielen Karten und Dokumenten ist zum Selbstkostenpreis von 12 Euro erhältlich. Ein Ansichtsexemplar liegt im Wartebereich der Physiotherapiepraxis von Annika Stephan aus, Otternhagener Straße 34. Bestellungen sollten bis zum 15. Juli eingehen, bei Mauthes, Telefon (05032) 3559, oder Horst Büsing, Telefon (05032) 3529, Liefertermin ist dann Anfang August.

Von Kathrin Götze

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