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Neustadt Leine-Schüler entwickeln soziale Projekte
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17:15 24.10.2018
Connor (links) und Leon gehören zur Gruppe, die Aufgaben des Stadtrats übernimmt. Sie hören sich die Ideen an. Quelle: Benjamin Behrens
Neustadt

Herbert Grönemeyer hat es einst gefordert: Kinder an die Macht. Doch was passiert eigentlich, wenn man Grönemeyers Forderung umsetzt? Für den Mittwoch Vormittag gehörte der Ratssaal ganz 55 Schülern der Leine-Schule. Unter Anleitung von Mentoren der Organisation „Bewirken – Jugendbildung auf Augenhöhe“, feilten die Acht-, Neunt- und Zehntklässler an eigenen Projektideen.

Schüler werden„aktiviert“

Im Vorraum des Ratssaals haben vier Schüler die Köpfe zusammengesteckt und diskutieren eifrig. Als ihr Lehrer André Tantzscher sie darauf hinweist, dass jetzt Zeit ihr Projekt zu präsentieren, kommt die Antwort prompt. „Das geht jetzt wirklich nicht“, sagt Lisa. Der letzte Schliff fehlt offenbar noch, aber es muss reichen. Das Grundthema war vorgegeben. Die vier Schüler haben sich zum Thema „IT – Na klar!“ Gedanken gemacht. Die Organisatoren hatten auch andere Themen vorgegeben und die Schüler nach Zufallsprinzip in Gruppen eingeteilt.

„Wir wollen die Schüler aktivieren“, sagt Nora Hilbert, Mitglied der Geschäftsführung von Bewirken. Das Start-Up aus Lüneburg arbeitet, gefördert vom niedersächsischen Sozialministerium und der Sparkasse, daran, dass Schüler lernen, die eigene Umwelt mitzugestalten. An zehn Modellschulen in Niedersachsen arbeiten die Mentoren mit den Kindern.

Zum Konzept gehört, dass die Schüler nicht nur lernen, in der Gruppe zusammenzuarbeiten. Der Ratssaal ist also mit Bedacht als Scauplatz für den Workshop gewählt. „Wir wollten etwas Verwaltungsluft schnuppern“, sagt André Tantzscher, Sozialpädagoge an der Leine-Schule. Tantzscher beschloss, Kontakt zu Bewirken aufzunehmen, als er merkte, wie schwer sich zwei Schülerinnen damit taten, ein Projekt gegen Rassismus zu organisieren. Von den Mentoren um Nora Hilbert gibt es nun Starthilfe. Dass eine Gruppe in der Rolle der Presse über die Konzepte und Vorschläge berichtet und eine andere als Stadtrat über Fördergeld entscheidet, soll die Übung realistisch machen.

Ideen sollen Realität werden

Nach der Vorbereitung geht es in die heiße Phase: Die Ideen, die im zweiten Teil des Workshops entstehen, sollen vielleicht wirklich umgesetzt werden. „Es war ziemlich kompliziert“, sagt Schülerin Nikole, mit Rückblick auf die Arbeit am Entwurf für das IT-Projekt der Gruppe. Die 15-Jährige und ihre Mitschüler wollten Schüler, Senioren und Sehbehinderte mit jeweils passenden Laptops ausstatten. „Wir mussten die Leute überzeugen. Jeder hatte andere Ideen“, ergänzt Lisa. „Ziemlich viel Arbeit.“

Dass sich die viele Arbeit lohnen kann, zeigt ein Musikfestival für Jugendliche in Lüneburg, der Heimatstadt von Bewirken. Inzwischen ist das „Jakob-Festival Lüneburg“ etabliert. Am Freitag ist der zweite Teil der Ideen-Schmiede geplant. Lisa, Nikole und ihre Mitschüler wollen ihre Ideen mit geförderten Laptops für alle wirklich umsetzen. Im Januar ist eine Abschlussveranstaltung geplant, bei der die besten Projekte vorgestellt werden. Wenn es dann ernst wird, helfen die Mentoren weiter. „Wir begleiten die Schüler die ersten vier Monate“, verspricht Hilbert.

Von Benjamin Behrens

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