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Pattensen Vortrag über die Geschichte der Höfe in Hüpede
Aus der Region Region Hannover Pattensen Vortrag über die Geschichte der Höfe in Hüpede
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00:22 29.03.2018
Der Urgroßvater von Jürgen Reineke fuhr das erste Automobil im Springer Altkreis. Quelle: Andrea Weber
Hüpede

 Auf eine Reise in die Vergangenheit lud Heinrich Schwerdtfeger die Bewohner Hüpedes am vergangenen Sonntag in das Gemeindehaus des Ortes ein. Über 30 Gäste folgten der Einladung und erfuhren viel Interessantes über die Bauernhöfe ihres Wohnortes. 

Der ambitionierte Hobbyhistoriker Schwerdtfeger, der schon mehrere Bücher über seinen Heimatort und seine Geschichte veröffentlicht hat, freute sich, dass er nach einer fast zehnjährigen Pause wieder zu einem geschichtlichen Vortrag einladen konnte. Der gebürtige Hüpeder hat sein ganzes Leben in seinem Heimatort verbracht. In den vergangenen 20 Jahren hat er zusammen mit Rudi Tegtmeier vier Bild- und Diavorträge über die Vergangenheit Hüpedes gehalten, die großen Anklang bei den Bewohnern fanden. 

Vor einiger Zeit lernte er Jürgen Reineke kennen. Der frühere Schulenburger Pastor im Ruhestand interessiert sich seit seiner Jugend für Ahnenforschung. Seit seiner Pensionierung betreibt er dieses Hobby sehr intensiv. Beim Forschen nach den Wurzeln seiner eigenen Familie stellte er fest, dass einige seiner direkten Vorfahren aus Hüpede stammten. Dies weckte das Interesse Heinrich Schwerdtfegers, der ihn bat, einen Stammbaum seines Familienhofes anzufertigen und weitere alte Bauernhöfe in diese Nachforschungen mit einzubeziehen. 

Heinrich Schwerdtfeger, links, begrüßt Jürgen Reineke zu seinem Vortrag über die Geschichte der Hüpeder Bauernhöfe. Quelle: Andrea Weber

Es wurde eine spannende, oft sehr mühsame Reise in die Vergangenheit. Alte Karten zeigten, dass Hüpede in früheren Zeit von großen Wald- und Heideflächen umgeben war. Reineke erklärt in seinem Vortrag: „Wenn man von Hüpede nach Bennigsen wollte, fuhr man durch Wald.“ Bauern mussten für ihre Höfe früher Pacht entrichten. Die Gebäude, die Gerätschaften und das Vieh gehörten ihnen, die Ländereien jedoch der Kirche oder betuchten Adeligen. 

Reineke forschte in alten Kirchenbüchern, die oft sehr nachlässig und liederlich geführt wurden, wie er anmerkte, sowie in Sterberegistern und alten Steuerlisten. Diese waren teilweise sehr schwer zu lesen. Er sagt: „Damit habe ich so manche Stunde zugebracht. Ich habe dann teilweise die Register abgeschrieben und kann so nach Namen und Stichworten suchen.“ Die Geschichte seiner eigenen Familie verbindet sich mit Hüpede, als einer seiner Vorfahren eine „Meier“ heiratet. Meier ist ein alteingesessener, weit verbreiteter Name in Hüpede. Reineke erklärt: „Das ist der Grund, warum ich hier sitze. Diese Meier aus Hüpede ist meine direkte Vorfahrin.“ 

Er konnte 256 seiner Vorfahren eindeutig bestimmen, 160 davon waren direkt zu ermitteln. Der Rest ging durch sogenannte Ahnenschwund verloren. Dies bedeutet, dass Verwandte untereinander heirateten und so doppelt im Stammbaum auftauchten. 

Viele der heutigen Bauernhöfe, wie die Ihsenhöfe, der Nussbaum-Hof und der Mensing-Hof lassen sich auf die Familie Meier zurück verfolgen. Pastor Reineke schmunzelt: „ Wenn Sie das aufschlüsseln wollen, ist fast das ganze Dorf miteinander verwandt.“ 

Seinen unterhaltsamen Vortrag bereicherte Jürgen Reineke durch viele historische Fotos, Karten und Schriftstücke, die er den Zuhörern als Lichtbilder präsentierte. Er erklärte die geschichtlichen Verbindungen der einzelnen Höfe und Familien, konnte einige Anekdoten zum Besten geben und bezog so seine Zuhörer direkt in sein Hobby, die Ahnenforschung mit ein. So fuhr beispielsweise sein eigener Uropa das erste Auto im Altkreis Springe. 

Viele Besucher konnten die gezeigten Höfe eindeutig identifizieren, einige erkannten sogar Familienmitglieder auf den gezeigten historischen Aufnahmen wieder. 

Fast anderthalb Stunden nahm Jürgen Reineke seine Gäste mit auf eine Reise in die Hüpeder Vergangenheit. Er appellierte zum Abschluss an die Zuhörer und sagte: „Wenn Sie Geschichten aus Ihren Familien kennen, schreiben Sie sie auf, damit sie nicht verloren gehen. Das ist viel interessanter, als bloße Zahlen und Fakten.“ 

Heinrich Schwerdtfeger bedankte sich bei Reineke für seine spannenden Einblicke. Auch er regte die Gäste an, nach den Wurzeln ihrer Familien zu forschen. „Man kann gar nicht früh genug damit anfangen. Ein Bild wird erst dann interessant, wenn man weiß, wer darauf zu sehen ist und welche Geschichte dahinter steht.“

Von Andrea Weber

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