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Pattensen Freispruch: Zeugen erkennen Angeklagten nicht wieder
Aus der Region Region Hannover Pattensen Freispruch: Zeugen erkennen Angeklagten nicht wieder
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00:42 29.04.2018
Das Amtsgericht Springe beschäftigt sich mit einer Schlägerei. Quelle: Andreas Zimmer
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Oerie/Springe

 Es war wohl eine handfeste Rauferei, die sich vor ziemlich genau einem Jahr zur 1.Mai-Feier vor einer Scheune in Oerie entwickelt hatte. Mehrere Männer waren aneinandergeraten. Ein 26-jähriger aus Alferde musste sich jetzt vor dem Springer Amtsgericht wegen des Vorwurfs der Körperverletzung verantworten. Er soll zusammen mit seinem Bruder einen Beteiligten am Kopf verletzt haben. Doch – kurios genug – dieser Mann gab selbst an, sich die Gesichtsprellungen beim Sturz am Tresen zugezogen zu haben. 

„Das ist schon eine merkwürdige Anklage“, befand die Strafrichterin gleich zu Prozessbeginn. Denn der Verletzte selbst war als Zeuge nicht erschienen. Bei der Polizei hatte er nach der Tatnacht zunächst erklärt, vor dem Tresen auf einer Wasserlache ausgerutscht zu sein. Dabei habe er sich unter anderem Jochbeinprellungen zugezogen. Er fügte allerdings hinzu: Sollte er aber, ohne dies zu wissen, doch von einem Unbekannten attackiert worden sein, so wolle er gegen diesen Mann Strafanzeige stellen. 

Das war nun offenkundig geschehen, da einige Beteiligte der Prügelei den Angeklagten und seinen Bruder noch in der Tatnacht als Angreifer genannt hatten. Während der Gerichtsverhandlung allerdings konnte sich keiner dieser Männer mehr an Details erinnern. Und niemand erkannte den Angeklagten selbst wieder. Der saß bei der Verhandlung ohne seinen Bruder auf der Anklagebank, denn der wurde inzwischen abgeschoben. „Ich habe nichts gemacht“, betonte der 26-Jährige. Und beschrieb die Nacht zum 1. Mai so: Als das Fest zu Ende war, kam es vor der Scheune zu einer verbalen Auseiandersetzung. „Ein paar Jugendliche haben angefangen zu pöbeln“, berichtete er. Dann kam es offenbar zu einer handfesten Auseinandersetzung. „Mein Bruder lag am Boden, er hat sich nur verteidigt“, so der Angeklagte. Er selbst habe lediglich seinen Bruder aus der Gemengelage befreiten wollen. 

Ähnlich schilderten auch die Zeugen das Ende der Partynacht. Als der Wirt die Türen schloss, fanden sich noch rund 30 Gäste vor der Scheune wieder, die auf bestellte Taxis warteten. Es sei erst zu Wortgefechten gelommen, dann zu Rangeleien, erinnerte sich ein 22-Jähriger. Wer aber konkret auf wen eingeschlagen haben könnte, das wusste nach einem Jahr niemand mehr zu sagen. Nur soviel stand fest – alle Beteiligten hatten kräftig Alkohol getrunken. Bei dem Angeklagten wurden bei eine Blutprobe 1,7 Promille festgestellt. Für die Strafrichterin stand nach der Beweisaufnahme fest: Bei dem Vorfall habe es sich um eine „gemeinschaftliche Rudelschlägerei“ gehandelt. Den Angeklagten sprach sie aus Mangel an Beweisen frei.

Von Annegret Brinkmann-Thies

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