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Pattensen Schumann: Wünsche mir Kita-Anmeldung im Netz
Aus der Region Region Hannover Pattensen Schumann: Wünsche mir Kita-Anmeldung im Netz
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21:57 30.12.2018
Ramona Schumann fühlt sich wohl im neuen Rathaus. Quelle: Tobias Lehmann
Pattensen

Ramona Schumann gilt als eine der am besten in sozialen Netzwerken verwurzelten Bürgermeisterinnen der Region. Doch der Weg zur digitalen Verwaltung mit 24-Stunden-Service für die Bürger in Pattensen ist auch für sie noch weit – und die Finanzierung völlig unklar.


Frau Schumann, Sie sind zusätzlich zu Facebook und Twitter jetzt auch noch bei Instagram aktiv. Immer wieder sieht man Sie auch kleinere Filme drehen, die Sie dort teilen. Warum machen Sie das?

Das sind einfach gute Möglichkeiten, um auch Personengruppen anzusprechen, die sich sonst vielleicht gar nicht so sehr für Kommunalpolitik interessieren. Facebook wird mittlerweile von den höheren Altersgruppen der Gesellschaft gelesen. Instagram wird, wie ich an den Zugriffen sehe, mehr von Jüngeren genutzt. Ich experimentiere noch ein wenig mit den Formaten. Ich versuche mich immer weiter zu entwickeln, und da gehören Kommunikationskanäle natürlich dazu.


Wird es bald möglicherweise sogar Live-Streams von politischen Sitzungen in Pattensen geben?

Nein, das schließe ich für die nächste Zukunft aus. Das könnte dazu führen, dass einige Teilnehmer möglicherweise unsicher werden, sich zu äußern. Das würde als Störung der Sitzung gelten und darf nicht sein. Allerdings ist es auch Sache des Rates, sich hier zu positionieren.


Ist denn ein offizieller Kommunikationskanal der Stadt, der Tag und Nacht erreichbar ist, denkbar?

Dazu müssten wir jemanden einstellen, der sich speziell darum kümmert. Ich berichte auf meiner Facebook-Seite auch über politische Projekte in der Stadt, doch das Angebot ginge ja noch darüber hinaus. Dort sollte tagesaktuell informiert werden und eine Kommunikation mit der Verwaltung möglich sein. Die Bürger könnten bestimmte Anliegen bequem von zu Hause aus erledigen, was die Verwaltung letztendlich auch entlastet. Bis 2022 sind wird verpflichtet, unsere Dienstleistungen auch digital – also als 24-Stunden-Service im Netz – anzubieten. Aber wie genau das funktionieren soll, wer das bezahlt und was dazu gehört, darüber scheint sich der Gesetzgeber nicht im Klaren zu sein. Wir gehen daher Schritt für Schritt vor. So prüfen wir gerade, was ein für uns passender Kita-Anmeldeservice können muss. Das ist noch so einer meiner noch unerfüllten Wünsche.

Das ist Ramona Schumann

Ramona Schumann wurde am 11. Juli 1979 in Georgsmarienhütte geboren. Seit November 2014 ist die Diplom-Verwaltungswirtin, die vor ihrer Wahl bei den Arbeitsämtern in Osnabrück und Hannover sowie bei den Hauptzollämtern in Hannover und Braunschweig gearbeitet hat, Bürgermeisterin von Pattensen. Zuvor saß die Mutter von zwei Töchtern bereits von 2011 bis 2014 für die SPD im Rat der Stadt und war unter anderem Fraktionsvorsitzende. Privat liest die 39-Jährige viel, treibt regelmäßig Sport – und hat nach eigenen Angaben eine große Schwäche für Schuhe.


Bereits realisiert ist der Umzug ins neue Rathaus. Der hat sicherlich auch viel Arbeit gekostet – oder?.

Das stimmt. Bereits in den Wochen vor dem Umzug musste viel organisiert, aus- und aufgeräumt werden. Und jetzt im neuen Rathaus stehen wir vor ganz neuen Arbeitsstrukturen, die sich auch noch nicht in allen Bereichen eingespielt haben. Es gab wirklich Kollegen, die sich hier das erste Mal persönlich gesehen haben, obwohl sie für die gleiche Arbeitgeberin tätig sind. Die Kommunikation ist einfacher geworden. Die persönlichen Absprachen sind beispielsweise unkomplizierter. Was mich persönlich freut, ist, dass auch ehemalige Beschäftigte zu Besuch kommen, um sich die Arbeit in unserem neuen Haus anzusehen.


Sie haben für 2019 keine neuen Stellen für das Personal der Verwaltung beantragt. Hat sich die Lage dort etwas entspannt?

Nein. Es ist nach wie vor sehr schwierig, geeignetes Personal zu bekommen. Rund zehn Prozent unserer Stellen sind zur Zeit unbesetzt. Ich wäre derzeit schon froh, wenn wir die vorhandenen Lücken schließen könnten. Mitarbeiter wechseln auch, wenn sie in einer anderen Stadt eine bessere Stelle angeboten bekommen. Größere Verwaltungen bieten mehr, vor allem finanziell. Da können wir nicht mithalten. Bitte bedenken Sie auch: Jeder neue Mitarbeiter muss eingearbeitet werden. So stellt sich in vielen Bereichen kaum Routine ein. Ich wünsche den betroffenen Bereichen Beständigkeit.


Im nächsten Jahr kommt jetzt auch noch die Organisationsuntersuchung der Verwaltung auf Sie zu.

Das ist ein weiterer Grund, weshalb ich speziell 2019 gar keine zusätzlichen Stellen wollte. Denn neue Stellen bedeuten immer auch eine Veränderung der bestehenden Strukturen. Wir wollen durch die im Januar beginnende Organisationsuntersuchung aber möglichst die bereits bestehenden Routinen untersuchen lassen. Es geht um Prozesse und Fragen der Führungskultur.


Haben Sie Angst vor dem Ergebnis?

Überhaupt nicht. Ich sehe es als Chance, Stärken zu stärken, aber Schwächen zu identifizieren und offensiv angehen zu können. Natürlich wird an gewissen Punkten Verbesserungsbedarf bestehen. Das herauszufinden ist doch der Sinn der Untersuchung. Der Dienstleister hat viel Erfahrung mit kleinen Verwaltungen, worauf ich viel Wert gelegt habe. Ich stehe dem Ganzen sehr positiv gegenüber. Aber damit stehe ich nicht allein: Die Leitungsebene und die Personalvertretung unterstützen dieses Prozess genau wie ich.


Sie haben dieses Jahr Bergfest in ihrer Amtszeit als Bürgermeisterin gefeiert. Nach den unter anderem über Monate geführten und zum Teil auch emotionalen Diskussionen über die Sanierung der Grundschule Pattensen 2017 war dieses Jahr etwas ruhiger, oder?

Im Gegenteil, schon wegen des mehrstufigen Bieterverfahrens für die Grundschule Pattensen. Wir haben in vielen Sitzungen mit der Schulleitung, Eltern, Politikern und technischen Experten die detaillierte Ausschreibung für das vom Rat beschlossene Totalübernehmermodell vorbereitet. Das Projekt soll in die Hand eines Unternehmers gelegt werden, der alles koordiniert. Das bedeutet für uns enormen Aufwand. Aber es lohnt sich. Die Erfolge der Projekte Rathaus und Ernst-Reuter-Schule geben uns Recht: Der Zeitplan wurde eingehalten, der Kostenrahmen auch.


Kann Sie in den Sitzungen nicht auch der Erste Stadtrat Axel Müller, der ja auch Leiter des Fachbereichs Bau ist, vertreten?

An den Sitzungen der Lenkungsgruppe und an den Bietergesprächen nehmen wir beide teil. Ich finde es wichtig, dass möglichst viele Blickwinkel einbezogen werden: die Elternsicht, die pädagogische, die technische, die rechtliche und die politische. Wir arbeiten sehr eng zusammen und ergänzen uns.


Wann wird das Projekt für etwa zwölf Millionen Euro, das Neubau und Sanierung zugleich ist, beginnen?

Unser Zeitplan steht noch: Im Juli 2019 soll das Projekt beginnen und im Oktober 2020 abgeschlossen sein. Die Details sind vom jeweiligen Konzept abhängig. Das klingt ehrgeizig, aber Konzepte für die Realisierung mussten die Unternehmen mit den Angeboten mitliefern.


Welche größeren Projekte stehen im nächsten Jahr neben der Grundschule Pattensen noch an?

Da gibt es einige wie die Erweiterung der Krippe in Schulenburg und der Kindertagesstätte in Hüpede. Zudem haben wir einen zusätzlichen Bedarf an Betreuungsplätzen und müssen klären, ob wir eine kleine oder große Variante in einem Ortsteil oder in Pattensen-Mitte umsetzen. Nach dem Ratsbeschluss steht für mich fest, dass es länger als ein Jahr dauern wird, und wir müssen als Verwaltung nun einige Eltern darauf vorbereiten, dass sie keinen Platz bekommen werden. Temporären Lösungen wie mit der Modulbauweise in Hüpede kann ich nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht mehr zustimmen. Daraus wurden bislang immer mittelmäßige Dauerlösungen.


Alle diese Projekte kosten Geld. Ist eine Entlastung des Pattenser Haushalts absehbar?

Dafür müssen wir zunächst selber sorgen. Statistisch hat Pattensen elf Prozent höhere Einnahmen als Kommunen gleicher Größe in Niedersachsen. Wir haben also kein Einnahme-, sondern ein Ausgabenproblem. Das liegt zum Teil daran, dass wir vom Bund oder Land immer noch zusätzliche Aufgaben bekommen, die wir nicht planen können. So kostet uns zum Beispiel die in Niedersachsen beschlossene beitragsfreie Kita, die ich grundsätzlich begrüße, rund 400.000 Euro. Das frisst bereits ein Großteil der zusätzlichen Einnahmen durch die Erhöhung der Grundsteuer in diesem Jahr. Ob wir mehr Geld aus dem „Gute-Kita-Gesetz“ des Bundes erhalten, kann ich noch nicht absehen. Außerdem ist noch nicht absehbar, was die Grundsteuerreform für uns bedeuten wird.


Sie hatten erneut ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für Pattensen beantragt, das die Politik jetzt bereits zum zweiten Mal abgelehnt hat.

Das stimmt so nicht. Der Rat hat die Entwicklung eines solchen Konzeptes bereits einstimmig beschlossen, nur nicht die Mittel in ausreichender Höhe zur Verfügung gestellt. Damit ist die Umsetzung des Beschlusses unmöglich. Darauf zielte mein Antrag. Nun haben wir beschlossen, für 2020 Mittel einzuplanen. Im nächsten Jahr soll mit Rücksicht auf die Organisationsuntersuchung darauf verzichtet werden. Da stimme ich dem Rat zu. Doch 2020 lasse ich die Politiker nicht mehr von der Leine.


Was versprechen Sie sich vom ISEK?

Es geht um ein Entwicklungskonzept auf breiter Ebene für die ganze Stadt. Daran sollen sich auch möglichst viele Bürger und Interessengruppen beteiligen. Es soll auch Interesse bei denjenigen wecken, die bisher nicht an politischen Sitzungen teilnehmen. Klar ist für mich, dass wir eine nachhaltige Entwicklung nicht durch Insellösungen im Klein-Klein erreichen. Die Konsequenzen aus Entscheidungen sollen ins Bewusstsein rücken. Eine Aufgabe sehe ich zum Beispiel darin, die individuellen Stärken jedes einzelnen Ortsteils herauszuarbeiten, um sie so zukunftsorientiert aufzustellen. Weiterhin müssen wir untersuchen, wie und in welchem Umfang wir die Pflichtaufgaben der Stadt wahrnehmen. Hier lassen sich sicherlich Verbesserungen und damit ein besserer Mitteleinsatz erarbeiten


Wird es im nächsten Jahr das erste Pattenser Jugendparlament geben?

Das hoffe ich. Wir haben gemeinsam mit den interessierten Jugendlichen eine Satzung erstellt, die der Rat jetzt verabschiedet hat. Das Engagement der Jugendlichen ist beeindruckend. Sie haben an der gesamten Entwicklung aktiv mitgewirkt. Das hat mich sehr gefreut und sie können auch weiterhin auf mein volles Engagement zählen.


Gibt es schon einen Termin für die Wahl?

Geplant ist, diese gemeinsam mit der Europawahl im Mai zu organisieren. Das zieht vielleicht zusätzlich auch noch ein paar mehr Wähler als üblich zur Europawahl, die aus meiner Sicht eine der wichtigsten Wahlen ist. Auch für Pattensen ist Europa wichtig, das zeigt schon allein die enge Städtepartnerschaft mit St.-Aubin-lès-Elbeuf. Die EU ist einer der Gründe weshalb wir auf diesem Kontinent seit 70 Jahren Frieden haben. Das sollte mehr wertgeschätzt werden.

Von Tobias Lehmann

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