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Pattensen Bürgerverein feiert 10-jähriges Bestehen
Aus der Region Region Hannover Pattensen Bürgerverein feiert 10-jähriges Bestehen
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00:20 12.08.2018
Als Bürger im Verein: die Vorstandsmitglieder Uwe Presuhn (von links), Elisabeth Neef, Thomas Neef, Günter Kleuker, Uwe Lindau und Dieter Alm. Quelle: Kim Gallop
Jeinsen

 Es gibt manchmal segensreiche Einrichtungen bei denen man sich fragt, wie es vorher ohne ging. So eine Einrichtung ist der Bürgerverein Jeinsen, der sein 10-jähriges Bestehen feiert. Die Ehrenamtlichen haben in dieser Zeit mit Hilfe von Spenden und immer wieder auch mit Eigenleistung viel für den Ort getan: Zu den Projekten gehört Dorfverschönerung, Kulturförderung und die Förderung sozialer Zwecke sowie die Unterstützung der örtlichen Vereine und Verbände.

Vor fast genau 10 Jahren, am 2. Juli 2008, fand eine Versammlung statt mit dem Ziel, einen Bürgerverein zu gründen. 35 Personen kamen und 30 von ihnen wurden Gründungsmitglieder. Darunter waren auch die derzeitigen Vorstandsmitglieder: der Vorsitzende Uwe Presuhn, sein Stellvertreter Uwe Lindau, Schriftführerin Elisabeth Neef, Pressewart Dieter Alm und Beisitzer Günter Kleuker, der auch Ortsbürgermeister von Jeinsen ist. Nur Thomas Neef, heute Kassenwart, war einige Jahre ausgebremst: Er hatte zwar familiäre Verbindungen durch seine Schwägerin Elisabeth Neef und war gern und häufig Gast bei Aktionen des Bürgervereins, musste aber erst ins Dorf ziehen, um richtig mitmischen zu können.

Auch vor der Geburtsstunde des Bürgervereins hatten sich Jeinser zusammengefunden, um für ihr Dorf etwas auf die Beine zu stellen. Seit 1967 hatte es den Dorfgestaltungsausschuss gegeben, in dem alle Vereine vertreten waren. Die großen Veranstaltungen waren das sommerliche Dorfgemeinschaftsfest, das jedes Jahr von einem anderen Verein ausgerichtet wurde, und das Osterfeuer, wo die Feuerwehr federführend war. Außerdem richteten die Vereine in einer der großen Scheunen andere Vergnügungen aus wie Sängerfest und Schützenfest.

Wie kam es dann zu der Neugründung? „Wir wollten mehr als einen losen Zusammenschluss“, erinnert sich Kleuker. Und weil der Dorfgestaltungsausschuss kein Verein war, durften keine Spenden angenommen werden. „Wir wollten den Bürgern mehr bieten“, sagt Presuhn. „Der Rahmen war ja da, aber das Kulturelle fehlte.“ Elisabeth Neef erinnert auch daran, dass für das Dorffest kaum noch ein Festwirt zu finden war. Die Idee, einen Bürgerverein zu gründen, kam dann von Alm und fiel gleich auf fruchtbaren Boden.

Verein zählt aktuell 210 Mitglieder

Auf die Frage, ob der Bürgerverein ein Erfolg ist, sagt Kassenwart Thomas Neef: „Die Zahlen sprechen für sich.“ Damit meint er einerseits die Mitgliederzahl, die seit der Gründung von damals 30 auf die heutige Rekordzahl von 210 gestiegen sind. „Das ist eine tolle Entwicklung.“

Weniger zufrieden ist Neef mit der Altersstruktur, die ihm Sorgen bereitet. „78 Prozent der derzeitigen Mitglieder sind älter als 50, mehr als die Hälfte sind älter als 60“, rechnet er vor. „Wir müssen die Jüngeren ansprechen.“ Nur 6 Mitglieder sind zwischen 20 und 29 Jahren und nur 16 sind zwischen 30 und 39 Jahren.

Beindruckend ist der Blick auf die Einnahmen und Ausgaben des Bürgervereins – vor allem, wenn man weiß, dass der Jahresbeitrag nur 15 Euro beträgt. Die Einnahmen stammen hauptsächlich aus Beiträgen, Spenden und Überschüssen von Veranstaltungen. Die Ausgaben fließen in Projekte, Anschaffungen, Spenden an örtliche Vereine und Institutionen. An Spenden sind über die 10 Jahre insgesamt mehr als 36.000 Euro eingenommen worden, die Veranstaltungen haben mehr als 35.000 Euro eingebracht. Als Zuschüsse an Vereine und Verbände in Jeinsen sind 32.00 Euro geflossen. Mehr als 46.000 Euro gingen an weitere Projekte im Ort. Bis auf wenige Jahren haben die Einnahmen immer die Ausgaben überstiegen, wenn es doch einmal ein Minus von um die 1000 Euro gab, war das im kommenden Jahr wieder ausgeglichen. Das Guthaben des Bürgervereins, Stand Juli 2018, beträgt derzeit knapp 20.400 Euro.

Heile Welt gibt es auch in Jeinsen nicht. Jedenfalls hat Kassenwart Neef da noch ein paar Wünsche. Neben einer ganze Reihe von jüngeren Mitgliedern wünscht er sich außerdem mehr aktive Helfer aus den Reihen der Mitglieder und mehr Vorschläge für künftige Projekte der Vereins. Alle Kontaktdaten und weiter Informationen sind unter www.buergerverein-jeinsen.de im Internet zu finden.

Da erste Fest war das Brückenfest, mit dem neue Brücke gefeiert wurde, die im Zuge der Dorferneuerung über die Beeke gebaut wurde. „Bei dem Fest gab es das legendäre erste Entenrennen“, schwärmt Presuhn, „und die Band Flowtime hat gespielt.“ Dann wagte sich der Bürgerverein an eine zweitägige Großveranstaltung: das Kunst-und-Handwerk-Dorf – KuH-Dorf genannt. „Wir hatten 70 Aussteller und 6000 Menschen strömten durchs Dorf“, sagte Presuhn. Der Überschuss aus diesen und anderen erfolreichen Veranstaltungen ging in die Vereinskasse. Damit wurde weitere Aktionen finanziert und die örtlichen Vereine und Einrichtungen wie Kindergarten und Grundschule mit Spenden unterstützt. Ein weitere Bereich sind zwei bis drei größere kulturelle Veranstaltungen im Jahr wie Konzerte und Kabarett, für die die Kirche St. Georg genutzt werden kann und das Gemeindehaus.

Ein ganz augenfälliger Beitrag des Bürgervereins ist die vom Verein finanzierte Graffitikunst. 2013 hat der Hildesheimer Künstler Ole Görgens die ersten zwei DSL-Kasten besprayt und bemalt. Inzwischen gibt es 17 farbenfroh und ortstypisch geschmückte Objekte in den Straßen, sie zeigen Katzen, Gänse oder die Skyline von Jeinsen mit der St. Georg-Kirche. Außerdem hat der Bürgerverein an besonderen Plätzen Bänke aufgestellt, ein Dutzend sind es inzwischen. Und immer wieder werden die Mitglieder auch selbst tätig. Sie verwandelten den sogenannten Karussellplatz von einem verkrauten Ort in einen Kinderspielplatz mit einen Rastplatz. Und sie reinigten die Buswartehäuschen.

Da lachen ja die Hühner: Graffiti-Sprayer Ole Görgens verwandelt in Jeinsen einen Trafokasten in ein Kunstwerk. Quelle: privat

Beim Rückblick auf 10 Jahre haben die Vorstandsmitglieder ganz unterschiedliche Highlights. „Für mich ist es das Bemalen der Kästen“, sagt Alm, „die sind in anderen Orten ganz verdreckt und beschmiert.“ Lindau schätzt vor allem die Auftritt der Künstler in der St. Georg-Kirche. „Ich finde es toll, dass wir machen, was wir machen“, sagt Elisabeth Neef. „Leute aus anderen Orten kommen und holen sich bei uns Anregungen.“ Für Thomas Neef sind die besten Aktionen solche, „wo wir das ganze Dorf einbinden, wie beim KuH-Dorf oder beim Dorfflohmarkt“.

Von Kim Gallop

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