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Pattensen Gericht verbietet Hausbau in Koldingen
Aus der Region Region Hannover Pattensen Gericht verbietet Hausbau in Koldingen
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00:21 27.10.2018
Die Straße Drostei liegt im Bereich der ehemaligen Burg Koldingen. Quelle: Tobias Lehmann
Koldingen

Das Verwaltungsgericht Hannover hat die Klage eines Koldingers auf den Bau eines Einfamilienhauses auf seinem Grundstück an der Straße Drostei abgewiesen. Der Koldinger hatte die Region Hannover verklagt, da diese als zuständige Aufsichtsbehörde den Bau wegen des Eingriffs in das Bodendenkmal der ehemaligen Burg Koldingen versagen wollte.

Zur Verhandlung trafen sich die Richter der 4. Kammer des Verwaltungsgerichts gemeinsam mit Vertretern der Region Hannover und dem Kläger am Dienstag vor Ort. Der Kläger wollte auf dem Hof und im hinteren Teil seines bestehenden Hauses ein weiteres Einfamilienhaus bauen. Er wies darauf hin, dass rund um den Garten bereits überall Wohnhäuser gebaut sind.

Ute Bartelt, Archäologin der Unteren Denkmalschutzbehörde, merkte an, dass diese in den Sechziger- und Achtzigerjahren gebaut wurden: „Zu der Zeit hatte der Denkmalschutz noch keine große Bedeutung und es gab auch kaum entsprechende Gesetze.“ Bartelt bezeichnete das Gebiet als „die am besten erhaltenen Anlage einer Niederungsburg in der Region Hannover“. So seien zum Beispiel von der ehemaligen Retburg im benachbarten Hildesheim gar keine Überreste mehr zu sehen.

Die Stadt Pattensen weist den Bereich im Flächennutzungsplan zwar als Wohnbaufläche aus, einen Bebauungsplan gibt es aber nicht. Bartelt sagte, dass sie dies heute ebenfalls nicht mehr genehmigen würde. „Sollte die Stadt irgendwann einen neuen Flächennutzungsplan auflegen, was ich mir wünsche, werde ich das auch entsprechend anmelden“, sagte sie. Die Archäologin sagte, dass das Urteil auch grundsätzliche Bedeutung haben werde. „Wenn dieser Bau zugelassen wird, kann ich dies an anderen Orten in Koldingen ebenfalls nicht mehr versagen“, sagte sie.

Die Richter wiesen die Klage mit der Begründung ab, dass keine zulässige Voraussetzung für einen Eingriff in den Boden vorliegen. Selbst wenn der Kläger auf einen Keller verzichtete, müsste für den Bau des Hauses gegraben werden. Dies sei nach dem Denkmalschutzrecht an dem Ort nicht zulässig.

Die Geschichte der Burg Koldingen

Der Grasdorfer Helmut Flohr hat die Geschichte der Burg Koldingen in seinem Buch „Das Slot Koldingen“ zusammengefasst. Die Landschaft mit den Siedlungen Koldingen, Reden, Grasdorf und Rethen war im 13. und 14. Jahrhundert ein begehrtes Grenzgebiet. Herzöge, Grafen und Bischöfe versuchten ihre Interessen dort zu sichern. In dieser Zeit wurde auch die zum Hofstift Hildesheim gehörende Retburg auf dem Gebiet des heutigen Laatzens gebaut. Diese wurde auf Verlangen der Braunschweiger Herzöge 1341 geschleift. Im Auftrag der Grafen von Hallermund begannen die Brüder von Reden mit dem Bau der Burg Koldingen, die 1353 erstmals urkundlich erwähnt wird.

Am nördlichen Ortsrand von Koldingen weist eine Hecke auf den Bereich hin, an dem früher der Wall um die Burg angelegt war. Quelle: Tobias Lehmann

Im Lüneburger Erbfolgekrieg ab 1368 kommt es zum Kampf zwischen den welfischen Besitzern des Schlosses und dem Bischof Gerhard von Hildesheim. Die Burg wird von den Hildesheimern besetzt. Die Welfen versuchten 1379 noch einmal die Burg zurück zu erobern, scheiterten jedoch. Ein Jahr später traten sie die Burg offiziell an Hildesheim ab. Nachdem der Hildesheimer Bischof seine Retburg verloren hatte, besaß er jetzt wieder eine in günstiger Lage, die er auch wirtschaftlich und organisatorisch stärkte. Die Burg Koldingen wurde zum überregionalen Amts- und Verwaltungssitz.

Die Burg wird weiter ausgebaut und zweigeteilt. Errichtet wird eine Anlage mit Sicherheits- und Verteidigungsanlagen, während die Burg auf dem Hügel die Verwaltung des Amtes aufnimmt und zudem eine zusätzliche Schutzfunktion für die nahen Ställe und Scheunen darstellt. Immer wieder kommt es in den folgenden Jahren zu Streitigkeiten zwischen den Welfen und den Hildesheimern.

Im Jahr 1474 arbeiteten die Welfen mit den Hannoveranern einen Vertrag zur Belagerung und Zerstörung der Burg aus. In dem Vertrag wurde der Satz „Vernichtung der Feste und kein Wiederaufbau bis in ewige Zeiten festgehalten“. Die Belagerung misslingt jedoch.

Der Vertrag erfüllt sich dann aber 1521. Während der Hildesheimer Stiftsfehde wird die Burg von den Welfen und der Stadt Hannover erobert und größtenteils zerstört.

Eine Infotafel führt die wichtigsten Daten rund um die Burg Koldingen auf. Quelle: Tobias Lehmann

Von Tobias Lehmann

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