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Pattensen Dorfgemeinschaft macht Jeinsen l(i)ebenswert
Aus der Region Region Hannover Pattensen Dorfgemeinschaft macht Jeinsen l(i)ebenswert
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00:46 15.06.2018
Arnold Schröder (links) beschreibt die Rettung der Hückedahl-Brücke. Quelle: Kim Gallop
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Jeinsen

Gut organisiert und sympathisch hat die Dorfgemeinschaft von Jeinsen am Dienstagvormittag ihren Ort präsentiert. Jeinsen hatte sich 2017 durch den Sieg im Regionswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ für den Landeswettbewerb qualifiziert. Am Dienstag war die Kommission zu Gast, um bei einem zweistündigen Rundgang die Schönheiten, die Besonderheiten, aber auch die Probleme von Jeinsen kennen zu lernen. Ob der Ort im Landeswettbewerb eine Runde weiter kommt, wird am Donnerstag bekannt gegeben.

Die Jurymitglieder reisten mit dem Bus aus Richtung Pattensen an. Sie wurden unterwegs durch lebende Wegweiser und spezielle Ortsschilder auf ihr Ziel eingestimmt. Am Landgasthaus wurden die Gäste von Ortsbürgermeister Günter Kleuker und einem Teil der Arbeitsgemeinschaft (AG) begrüßt, die sich zur Vorbereitung der Wettbewerbsteilnahme gebildet hatte. Viele der mehr als 40 AG-Mitglieder hatten ihre Auftritt bei den weiteren Stationen des Rundgangs.

Carsten Hettwer, der Vorsitzende der Kommission, danke für den freundlichen Empfang. Er entschuldigte sich für die „nicht einfache Zeit“ – mitten in der Woche vormittags - und zeigte sich beeindruckt, dass trotzdem so viele Menschen gekommen waren.

Es galt, in nur zwei Stunden ein möglichst umfassendes Bild von Jeinsen zu abzubilden. Dabei wurden zur Verdeutlichung – und aus Zeitmangel - auch immer wieder Schautafeln mit Fotos, Zeitungsartikeln und Plakaten gezeigt. Volkschor-Leiterin Elke Nötel, im historischen Gewand, präsentierte den Gedenkstein, der an die – inzwischen mehr als – 1000-jährige Geschicjte von Jeinsen erinnert. Arnold Schröder schilderte die teilweise Jahrhunderte alten Wege – zur Kirche, zur Schule, zum Bus – und verschwieg auch nicht, dass der Fußweg an der Beeke zum Ärger viele Anwohner seit Jahren gesperrt ist. Und er berichtete der Rettungsaktionen, bei der die Dorfgemeinschaft vor mehr als 20 Jahren den historischen Hückedahl-Weg, über die gleichnamige Brücke, durch gesammelte Spenden und tatkräftige Arbeit wieder geöffnet hat.

Pastor Christian Hüttmann berichtete vom Förderverein, der den Bau einer größeren Friedhofskapelle möglich gemacht hat. Als Gäste und Gastgeber in die St. Georg-Kirche eintraten, wurden sie – dank Katharina Hüttmann – vom Klang der Orgel begrüßt. In der Kirche erzählte Hanna Höfer vom Glück, dass es in Jeinsen Kindertagesstätte und Grundschule gibt. „Dass ist nicht in allen kleineren Orten selbstverständlich“, sagte sie. Und es bedürfe der parteiübergreifenden Bemühungen aller. Ein aktuelles Problem sei die fehlende Hortbetreuung.

Jury wählt drei Siegerdörfer aus

Die Federführung beim Dorfwettbewerb auf Landesebene hat das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser mit Sitz in Sulingen. Für den Vorentscheid zum Landeswettbewerb haben sich insgesamt 47 Dörfer qualifiziert, 7 davon aus dem Gebiet Leine-Weser. Das sind neben Jeinsen und Neustadt-Nöpke (beide Region Hannover) noch Heiligenloh (Landkreis Diepholz), Everode (LK Hildesheim), Ottenstein (LK Holzminden), Großenwiede/Kleinenwiede und Bakede (beide LK Hameln-Pyrmont). Aus diesem Kreis werden drei Siegerdörfer ausgewählt, die dann am Bundeswettbewerb teilnehmen.

Hinter dem Wettbewerb stehen Verbände, die sich mit dem Leben im ländlichen Raum auskennen. Diese Verbände entsenden die Mitglieder in die – beim Rundgang in Jeinsen –neunköpfige Jury. Unter den Mitgliedern waren Vertreterinnen und Vertreter des Landvolks, der Landfrauen, des Städte- und Gemeindebunds und der Landwirtschaftskammer. gal

Uwe Lindau, stellvertretender Vorsitzender des vor acht Jahren gegründeten Bürgervereins Jeinsen, beschrieb die vielfältigen Aktivitäten des Vereins. Dazu gehören Lesungen, Kabarettveranstaltungen und Konzerte in St. Georg, aber auch viele Verschönerungen wie die von einem Graffitikünstler bemalten Trafo- und DSL-Kästen an den Straßen. „Das Herz des Dorfes ist die ausgeprägte Dorfgemeinschaft“, sagte Lindau. „Jeder, der will, kann sich einbringen.“ Das Fundament dieser starken Gemeinschaft seien die Vereine und Verbände, betonte Lindau, wie Deutsches Rotes Kreuz, Volkschor, Landfrauen, TuSpo oder Freiwillige Feuerwehr.

Damit die Kommission zumindest einen kleinen Eindruck dieser und anderer Initiativen gewinnen konnte, waren zwischen Kirche und Garvehaus die Weihnachtsmaktbuden aufgebaut. Der DRK-Ortsverein bot Erfrischungen an, Hermann Schuhrk von der Heimatstube zeigte ein paar Grundschülern die Deutsche Kurrentschrift. Und die anderen Mädchen und Jungen führten unter den Augen von Schulleiterin Renate Beblo ein englisches Tanzlied auf.

Im weiteren Verlauf wurden den Besuchern noch landwirtschaftliche Gebäude gezeigt, die zu Wohnungen umgebaut sind. Es gab einen Besuch im – sanierungsbedürftigen – Feuerwehrgerätehaus und die Vorstellung der Bürgerinititative Jeinsen, die sich erfolgreich für die Verlegung von neuen Stromtrassen unter die Erde eingesetzt hat.

Damit die Gäste auch allen Präsentationen folgen konnten, hatten die Jeinser ihnen Kopfhörer besorgt und ein Mikrofon für die Übertragung der Redebeiträge. Immer wieder standen die Jeinser auch spontan Rede und Antwort, wenn die Gäste etwas über die in der Landwirtschaft tätigen Hofbesitzer wissen wollten, über die Feste und Märkte im Dorf oder über die Pläne für das neue Baugebiet. Auch Schwächen wurden nicht verschwiegen, wie das lückenhafte Busnetz oder die Internetverbindung.

Bei der Verabschiedung sagte Jury-Vorsitzender: „Jeinsen ist wirklich eine Entdeckung für uns.“ Es sei ein großer Verdienst der Dorfgemeinschaft, dass dort immer wieder Menschen für gemeinsame Projekte aktiviert werden könnten, betonte er. „Das ist nicht selbstverständlich.“

Von Kim Gallop

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