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Pattensen KGS ist jetzt eine „Schule ohne Rassismus“
Aus der Region Region Hannover Pattensen KGS ist jetzt eine „Schule ohne Rassismus“
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00:24 06.06.2018
Marie Bludau vom Kultusministerium (rechts) hat den Schülern das offizielle Schild des Projekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ überreicht. Quelle: Stephanie Zerm
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Pattensen-Mitte

Die Ernst-Reuter-Schule in Pattensen ist seit Freitagnachmittag offiziell eine Schule ohne Rassismus. Bei der Abschlussfeier der Projekttage hat die Referentin des Kultusministeriums, Maria Bludau, der KGS das Prädikat „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen.

Diese Auszeichnung erhalten ausschließlich Schulen, an denen sich mindestens 70 Prozent aller Schüler und Lehrer verpflichten, sich an ihrer Schule gegen jede Form von Diskriminierung einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekttage zum Thema anzubieten.

„Insgesamt haben bislang rund 300 Schulen in Niedersachsen und mehr als 2700 Schulen in ganz Deutschland dieses Prädikat erhalten“, sagte Bludau, darunter die Albert-Einstein-Schule und die Erich-Kästner-Oberschule, beide in Laatzen. „Es wäre toll, wenn die Schulen gemeinsame Projekte organisieren würden“, sagte Bludau. Das Projekt „Schule ohne Rassismus“ solle es Kindern, Jugendlichen und Lehrern ermöglichen, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten, indem sie sich bewusst gegen jede Form von Diskriminierung, Mobbing und Gewalt wendeten.

Die Patenschaft für das Projekt an der Ernst-Reuter-Schule hat der Hamburger Künstler Frank Rosenzweig übernommen. Gemeinsam mit seinem Team hat er am Donnerstag und Freitag bei den Projekttagen an der Schule sein globales Kunstprojekt „Viele Kinder – eine Welt“ gemeinsam mit den Schüler weitergeführt. Mit diesem ist er bereits seit 20 Jahren an Schulen zu Gast, unter anderem auch schon in Namibia, Buxtehude und Hamburg. Dabei bietet er den Schülern Workshops an, bei denen sie sich mit verschiedenen Themen zur Völkerverständigung beschäftigen können.

In einem Workshop für Porträtmalerei haben sich am Donnerstag und Freitag rund 30 Schüler unter Anleitung von Frank Rosenzweig gegenseitig gemalt. „Wenn man sich so lange mit dem Gesicht seines Gegenübers beschäftigt, kann man ihn nicht hassen“, erklärte Frank Rosenzweig. Hass und Rassismus richteten sich meistens nur auf gesichtslose Gruppen.

Eine andere Schülergruppe erstellte eine Klanginstallation und filmte dafür Schüler verschiedener Herkunft, die den Satz „Viele Kinder – eine Welt“ in ihrer jeweiligen Muttersprache sagten. Die Sätze werden von Rosenzweig in ein großes Projekt mit vielen anderen Schulen aus der ganzen Welt integriert, das er im Hauptgebäude der Vereinten Nationen in New York zeigen will, um so eine Verbindung zwischen den verschiedenen Kontinenten zu schaffen.

Außerdem haben die Schüler Weltfriedensflaggen gestaltet und unter Anleitung der New-Yorker Sängerin Eva ein eigenes Lied komponiert, das sie bei der Abschlussveranstaltung in der Aula vorstellten. Andere Schüler zeigten eine Tanzperformance unter dem Motto „Vom Konflikt zur Freundschaft – Fremde werden Freunde“. Diese hatten sie mit Unterstützung der Performancekünstlerin Ilka Theurich aus Hannover an den zwei Tagen erarbeitet. Die Tanzvorführung kam bei den Zuschauern so gut an, dass einige, wie Bürgermeisterin Ramona Schumann und Maria Bludau vom Kultusministerium, zum Schluss ausgelassen mittanzten. Eine Mediengruppe hat zudem von den gesamten Workshops einen Film erstellt, der auf dem schuleigenen Blog „Ist das unser Ernst?“ zu sehen ist.

„Mit dem Projekt will ich nicht gegen die Kriege in der Welt ankämpfen, sondern Kinder und Jugendliche dabei unterstützen, dass sie eine andere Realität erschaffen, in der ein Weltfrieden wieder denkbar ist“, sagte Rosenzweig. Für die Schüler der Ernst-Reuter-Schule hatte er dabei viel Lob: „Ich war noch nie an einer Schule, wo es Schüler mit so viel Potential gab.“

Von Stephanie Zerm

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