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Pattensen Schüler können Praktikum an Uni machen
Aus der Region Region Hannover Pattensen Schüler können Praktikum an Uni machen
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00:16 29.06.2018
Martin Scholz und Andreas Lust-Rodehorst unterzeichnen den Kooperationsvertrag. Quelle: Tobias Lehmann
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Pattensen-Mitte

Ein Schulpraktikum an einer Universität: Das ist für die Schüler des elften Jahrgangs der Pattenser Ernst-Reuter-Schule erstmals möglich. Schulleiter Andreas Lust-Rodehorst und der Leiter der Studienberatung an der Leibniz-Universität in Hannover, Martin Scholz, haben jetzt eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterschrieben. „Im Grunde ist es eine recht einseitige Kooperation. Die Schule braucht selbst fast gar nichts zu machen“, sagte Lust-Rodehorst augenzwinkernd.

Zum nächsten Schuljahr kehrt Niedersachsen vom Abitur in zwölf Jahren zum Abitur in 13 Jahren zurück. Dann sollen die Schüler zusätzlich zum bisher üblichen Praktikum im neunten Jahrgang auch noch ein zweiwöchiges Praktikum im elften Jahrgang absolvieren. Die für die Berufsorientierung für Gymnasiasten zuständige KGS-Lehrerin Mirjam Bruder erläuterte: „Die Schüler können wie im neunten Jahrgang üblich in einen Betrieb gehen. Mit dieser Kooperation bekommen sie jetzt aber auch die Möglichkeit, zwei Wochen die Universität zu besuchen.“

Die Leibniz-Universität bietet das Praktikum für Schüler seit drei Jahren an. Bisher wurden dazu Kooperationen mit fünf Schulen in der Region Hannover geschlossen. Scholz sagte, dass es in Deutschland rund 19.000 Studiengänge gibt, darunter 10.000 Erststudiengänge. „Seit der Einführung der Bachelor- und Masterabschlüsse ist der Markt geradezu explodiert“, sagte er. Allerdings liege auch die Zahl der Studienabbrecher bei rund 30 Prozent. Dazu kommen diejenigen, die ihr Fach während des Studiums wechseln.

„Unser Ziel ist es, den Schülern einen Eindruck vom Studienbetrieb zu vermitteln. Wenn die Schüler ein Studium beginnen, sollte das nicht nur eine rein rationale Pro und Contra-Entscheidung sein, sondern auch von einem sicheren Gefühl getragen werden“, sagte Scholz. In der ersten Woche des Praktikums werden die Schüler von Scholz’ Kollegen aus der Studienberatung sowie aktiven Studenten in den Betrieb an der Universität eingeführt. In der zweiten Woche sollen sie sich dann wie an der Universität üblich, bereits selbstständig einen Plan mit den Kursen erstellen, die sie besuchen wollen.

„Zunächst lernen die Schüler ganz grundlegende Dinge wie den Unterschied zwischen einem Seminar und einer Vorlesung“, sagte Scholz. Informiert werden sie aber auch über Finanzierungsmöglichkeiten eines Studiums. „In Deutschland ist es leider immer noch verpönt, mit Schulden nach dem Studium in das Berufsleben zu starten. In vielen anderen Ländern ist das normal“, sagte Scholz. Er betonte, dass es auch für Kinder aus Haushalten, die nicht so viel Geld haben, viele Möglichkeiten gebe, das Studium zu finanzieren.

Die Aufgabe der Schule wird es sein, die Schüler auf dieses Angebot aufmerksam zu machen. Die Schüler müssen dann eine Bewerbung schreiben: mit dem aktuellen Zeugnis und einer Begründung für ihr Interesse an dem Praktikum. Der Leiter des Gymnasialzweigs der KGS, Thomas Weiß, begrüßt die Kooperation. „Allein an der Leibniz-Universität gibt es 180 Studiengänge. Da haben wir auch als Lehrer keine umfassende Übersicht, um die Schüler vor dem Abitur entsprechend zu beraten“, sagte er.

Von Tobias Lehmann

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