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Pattensen Rund 70 Gäste besuchen Bienen-Diskussion
Aus der Region Region Hannover Pattensen Rund 70 Gäste besuchen Bienen-Diskussion
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00:45 29.04.2018
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion: der stellvertretende Präsident des Landvolks Niedersachsen, Holger Hennies (von links), die Schülerinnen Chiara Gröning und Luisa Harns, Bürgermeisterin Ramona Schumann, Imkerin Yvonne Topf und der stellvertretende Vorsitzende des BUND Niedersachsen, Jakob Grabow-Klucken. Quelle: Tobias Lehmann
Pattensen-Mitte

 „Wenn die Biene verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ Dieses Albert Einstein zugeschriebene Zitat fiel in der Podiumsdiskussion in der Ernst-Reuter-Schule (KGS) Pattensen vor rund 70 Gästen mehrfach. Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) der SPD, Bündnisgrüne und BUND hatten die Veranstaltung am Mittwochabend rund um die Zukunft der Bienen organisiert. „Ich finde dieses Zitat sehr beeindruckend“, sagte die KGS-Schülerin Chiara Gröning, die ebenso wie ihre Schulkameradin Luisa Harms an der Diskussion teilnahm. Beide besuchen den Profilkurs „Global Goals“ und haben gemeinsam mit weiteren Schülern das Projekt Schulgarten entwickelt. 

Harms sagte, dass sie das Thema Bienen mehr in das Bewusstsein aller Schüler rücken wollen. In ihrem Projekt sollen unter anderem Insektenhotels gebaut werden. Zudem wollen die Schüler bestimmte Blühmischungen speziell für Bienen anpflanzen. Pattensens Bürgermeisterin Ramona Schumann lobte das Projekt. „Jeder kann etwas für die Bienen tun, im privaten Garten oder auch auf dem Balkon“, sagte sie. 

Sybille Maurer-Wohlatz aus Reden, Geschäftsführerin BUND Region Hannover, führte aus, dass 52 Prozent der Wildbienen auf der Liste der bedrohten Tierarten stehen, ebenso wie zwei Drittel aller Schmetterlingsarten. Gründe dafür gebe es mehrere. Einer sei der Einsatz von Neonicotinoiden als Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft. „Diese lassen die Bienen nicht direkt sterben, senken aber ihre Fruchtbarkeit, so dass sie langsam aussterben“, sagte Maurer-Wohlatz. 

Der Landwirt und stellvertretende Vorsitzende des Landvolks Niedersachsen, Holger Hennies, gab ihr recht. „Die Auswirkungen der Neonicotinoide wurden lange unterschätzt. Sie sollten nicht mehr eingesetzt werden“, sagte er. Eine Möglichkeit für Landwirte den Bienen zu helfen, sei es, die Ackerrandstreifen mit artenreichen Pflanzen in Blühstreifen zu verwandeln, die für Bienen geeignet sind.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des BUND Niedersachsen, Jakob Grabow-Klucken, sagte, dass eine Vermehrung der Insekten nur gemeinsam mit den Landwirten erreicht werden kann. Doch es sei auch wichtig, nach ökologischen Nischen zu suchen. Der BUND hat gerade auf dem Friedhof Stöcken damit begonnen, insektenfreundliche Stauden und Wildblumen zu pflanzen. „Rund ein Drittel der öffentlichen Grünflächen in Hannover liegen auf Friedhöfen. Das müssen wir nutzen“, sagte er. 

Auf eine entsprechende Frage der AsF-Vorsitzenden und Moderatorin Andrea Eibs-Lüpcke hin schließt Bürgermeisterin Schumann das auch für Pattensen nicht aus. „Wir haben gerade einen Gärtner eingestellt. Dessen Aufgabe wird es auch sein, speziell nach geeigneten öffentlichen Plätzen Ausschau zu halten, auf denen insektenfreundliche Blumen gepflanzt werden können“, sagte sie.  

Von Tobias Lehmann

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