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Pattensen Zehntklässler forschen zum jüdischen Leben
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00:17 12.11.2018
Etwa 60 Zehntklässler des KGS-Gymnasialzweiges präsentieren im Rahmen eines Projekttages zum Nationalsozialismus ihre Ergebnisse zum früheren jüdischen Leben in Pattensen. Quelle: Torsten Lippelt
Pattensen-Mitte

 Anlässlich des 80. Jahrestages der so genannten Reichspogromnacht 1938 beschäftigten sich an der Ernst-Reuter-Schule (KGS) Pattensen Schüler von drei Gymnasialklassen mit Nationalsozialismus und Judenverfolgung. Bei dem Projekttag am Donnerstag ging es speziell um das jüdische Leben in Pattensen während der NS-Diktatur. In mehrere Arbeitsgruppen aufgeteilt, orientierten sich die beteiligten rund 60 Schüler dabei an vorliegendem, zum Teil bislang unveröffentlichtem Quellenmaterial des Historikers Dirk Anders, der vor knapp 30 Jahren die Geschichte der Pattenser Juden erforscht hatte.

Auf die Arbeit mit dem Quellenmaterial waren sie mehrere Wochen lang von den Fachlehrerinnen Helena Garnatz, Mogda Safi und Anna Stypa vorbereitet worden – begleitet vom Didaktischen Leiter Ulrich Ziehn. So sammelten die Zehntklässler bis zum Mittag Informationen über das jüdische Leben in Pattensen allgemein, zur Schließung der jüdischen Schulen und zur angeordneten und durchgeführten sogenannten Zwangsentjudung, wobei der Entzug von Vermögen und Besitz gemeint ist. Auch die Geschichte des – mit 153 Quadratmeter – kleinen jüdischen Friedhofes in Pattensen-Mitte, die Befehle zur Überwachung des Judentums sowie Deportationsbefehle und Deportationslisten sowie Briefwechsel gehörten zu den Themen, die zum Abschluss in Vorträgen den anderen Arbeitsgruppen präsentiert wurden. 1933 lebten 43 Juden in Pattensen, laut Dirk Anders Forschungsergebnissen wurde im Juli 1942 die letzte Mitbürgerin jüdischen Glaubens aus Pattensen ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert.

Etwa 60 Zehntklässler des KGS-Gymnasialzweiges präsentieren im Rahmen eines Projekttages zum Nationalsozialismus ihre Ergebnisse zum früheren jüdischen Leben in Pattensen. Quelle: Torsten Lippelt

Zur optischen Verdeutlichung gab es bei der Vorstellung der Arbeitsergebnisse auch extra angefertigte Info-Plakate, Fotokopien sowie auch eine PowerPointPräsentation. Im Anschluss an Fragen aus der Zuhörerschaft erhielten die einzelnen Gruppen dann ein Feedback der Mitschüler, wie gut ihre forschende und produktionsorientierte Arbeitsweise zur Präsentation der lokalgeschichtlichen Zusammenhänge nachvollziehbar angekommen war.

Seitens der beteiligten Lehrerinnen ist angestrebt, diesen NS-Projekttag in den nächsten Jahren inhaltlich fortzusetzen. „Es gehört dabei zum Erkenntnisprozess für die Schüler, dass die Quellenlage vor Ort oft anders als optimal ist“, resümierte Ulrich Ziehn abschließend.

Von Torsten Lippelt

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