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Ronnenberg Im Salon Wilke beginnt neue Zeitrechnung
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00:25 04.06.2018
Rüdiger Wilke und Ehefrau Christiane (rechts) übergeben den traditionsreichen Friseursalon an Catharina Sporn (Zweite von links) aus Wennigsen und Tanja Heuer aus Rethen. Quelle: Ingo Rodriguez
Weetzen

Verspäteter Rückzug in den wohl verdienten Ruhestand – Schritt für Schritt und ganz behutsam: Weetzens Ortsbürgermeister Rüdiger Wilke ist es nun doch endlich gelungen, für seinen traditionsreichen Friseursalon an der Hauptstraße eine Nachfolgelösung zu finden. Gut 51 Jahre nach seinem Einstieg in den Familienbetrieb werden nun in Kürze die 31-jährige Friseurmeisterin Catharina Sporn aus Wennigsen und die 41-jährige Friseurin Tanja Heuer aus Rethen den Salon in Weetzen gemeinsam übernehmen.

Schon am 15. Juni wird der Laden wegen umfangreicher Umbau- und Renovierungsarbeiten geschlossen. Am Sonnabend, 30. Juni, wollen Heuer und Sporn die Neueröffnung feiern. Gleichzeitig will sich Wilke bei einem kleinen Fest in und vor dem Salon von seinen zahlreichen langjährigen Kunden verabschieden. Obwohl: Ganz loslassen will Wilke noch nicht. Der Friseurmeister wird künftig im Salon gegen eine sogenannte Stuhlmiete an zwei Tagen pro Woche als Kleinunternehmer weiterhin Haare schneiden.

„Ich freue mich, dass es mit etwa fünf Monaten Verspätung geklappt hat, geeignete Nachfolgerinnen zu finden, sonst hätten wir im Dezember geschlossen“, sagt Friseurmeister Wilke erleichtert. In den vergangenen Monaten waren ihm gleich zwei mögliche Interessenten für seinen Laden abgesprungen. Dabei hatte er es immer wieder verkündet: Am 1. Januar 2018 sollte Schluss sein – auch für den Damensalon seiner Frau Christiane, die seit 40 Jahren mit im Geschäft arbeitet. Den Termin hatte Wilke bewusst ausgewählt – als persönliches Geschäftsjubiläum: Im November 1967 war er in dem 1964 von seinem Vater in Weetzen eröffneten Betrieb eingestiegen. „Meine Mutter und Schwester haben damals auch noch mitgearbeitet.“ 1974 habe er den Laden in Eigenregie übernommen.

Der Familienbetrieb ist schon seit der Eröffnung 1964 in dem Laden an der Hauptstraße in Weetzen. Quelle: Ingo Rodriguez

Die geplatzten Geschäftsübergaben hatten Wilke Anfang des Jahres vom geplanten Ruhestand abgehalten. „Ich fühle mich den Stammkunden gegenüber verpflichtet“, hatte er dies begründet und den Mietvertrag für die Geschäftsräume nicht gekündigt. Vermutlich kann Wilke nicht anders, als sich in den Dienst der Dorfbewohner und des Ortes zu stellen – so wie er es schon seit mehr als 15 Jahren als Ortsbürgermeister und SPD-Abteilungsvorsitzender tut und wie er auch schon früher seine Ehrenämter als Spartenleiter, Jugendtrainer und stellvertretender Vorsitzender des SV Weetzen uneigennützig ausgeübt hat.

„Wir waren uns sofort gegenseitig sympathisch. In diesem Laden lassen sich viele Ideen verwirklichen, ohne den Charme des Salons verlieren“, sagt die 41-jährige Heuer. Sie arbeitet mit der 31-jährigen Sporn bereits seit vielen Jahren gemeinsam als Angestellte in einem Salon. „Wir sind Damen- und Herren-Friseurinnen aus Leidenschaft“, betont sie. Das Duo will für sein erstes eigenes Geschäft Startkapital investieren, renovieren und umbauen. „Fußboden und ein größerer Durchgang zwischen Damen- und Herrensalon“, nennt Heuer als Beispiele. „Genau um 14.01 Uhr geht es los, weil erst um 14 Uhr offiziell unser altes Arbeitsverhältnis endet“, erklärt Sporn die Planungen für den 30. Juni. Beide übernehmen zwar Wilkes Kundenstamm, wollen künftig in Weetzen aber auch persönliche Stammkunden aus ihrem alten Laden begrüßen.

Inzwischen wissen Heuer und Sporn: Ihr Vorgänger war in seinem Laden auch als Ortsbürgermeister ein gefragter Mann. Nicht ohne Grund nennt man den Salon mit rotem Dachgiebel im Dorf auch augenzwinkernd das „Rote Rathaus“. Ein Ortsbürgermeister, der sich beim Haareschneiden Sorgen und Anregungen aus der Bevölkerung anhört? Das soll es auch künftig geben. Deshalb wird Wilke vorerst an zwei Tagen pro Woche weiter arbeiten – auch um seine Sprechstunden fortzusetzen

Rüdiger Wilke und Ehefrau Christiane (hinten Mitte) übergeben den traditionsreichen Friseursalon an Catharina Sporn (links) aus Wennigsen und Tanja Heuer aus Rethen. Quelle: Ingo Rodriguez

Von Ingo Rodriguez

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