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Ronnenberg Harms hat Wünsche an alle Ebenen der Politik
Aus der Region Region Hannover Ronnenberg Harms hat Wünsche an alle Ebenen der Politik
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15:50 11.01.2018
Bürgermeisterin Stephanie Harms hat für 2018 Wünsche an alle Ebenen der Politik im Land. Quelle: Uwe Kranz
Ronnenberg

 Einen zufriedenen Eindruck macht Stephanie Harms beim Rückblick auf das vergangenen Jahr. Mit Blick auf die von ihr vorgebrachten Erfolge macht 2017 eher den Eindruck eines Übergangsjahres: Viele Vorhaben in der Stadt wurden zunächst einmal – wenn auch im Rat nicht immer einvernehmlich – auf den Weg gebracht. Die Entscheidung über die Planung der zweiten Grundschule in Empelde, der Ausbau der Kitaplätze im Stadtgebiet, der Anstoß zur Umsetzung vieler Projekte zum Intergrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) oder eine Initiative zu Tempo 30 auf mehreren Durchgangsstraßen sind keine abgeschlossenen Projekte. Vielleicht hat Harms auch deshalb noch viele offene Wünsche für 2018. 

Und diese Wünsche setzen auf allen Ebenen der Politik an. Im Bund hofft sie auf die baldige Bildung einer neuen Regierung, „weil verschiedene Themen einfach dringen“, sagt sie und verweist in erster Linie auf den Familiennachzug von Flüchtlingen. Die Kommunen bräuchten eine Planungsgrundlage für Schülerzahlen, Sprachkursen, Unterbringungsmöglichkeiten und vielem mehr. Das beinhaltet auch den Wunsch, vielleicht schon bald die teilweise ungenutzten Unterkünfte anders nutzen zu können, in Ronnenberg bespielsweise als Jugendtreff.

Von der Landesregierung erhofft sich die Bürgermeisterin Klarheit über die Finanzierung der beitragsfreien Kitas. Derzeit ist die Stadtverwaltung intensiv damit beschäftigt, Daten zur Verfügung zu stellen. „Ich hoffe, dass das Land die Kosten voll übernimmt“, sagt Harms. Doch noch sind viele Details ungeklärt, bespielsweise welche Art der Betreuung das Land finanzieren will und wer die Restkosten zu tragen hat. In Harms’ Augen muss auch das Thema einer Drittkraft in den Kitagruppen geklärt werden. Zudem schlägt sie eine betriebliche Ausbildung von Erzieherinnen vor. „Die Landespolitiker sollten nicht glauben, dass das Thema Kita mit den Gebühren vom Tisch ist“, sagt sie. 

Die neu gebauten Häuser am Seegrasweg beschäftigen die Bürgermeisterin im Umgang mit der Region Hannover. Als Flüchtlingsunterkünfte stehen sie zum Teil leer, dürfen aber nicht anderweitig genutzt werden. Gekündigte Mieter beim Umbau Memeler/Löwenberger Straße dürften beispielsweise nicht übernommen werden. „Hier erhoffe ich mir 2018 eine Lösung“, sagt Harms. 

Innerhalb der Stadtgrenzen setzt die Bürgermeisterin vor allem auf die Suche nach Gemeinsamkeiten. Dispute, wie der aktuelle zweier Historiker über das Jahr der historischen Schulgründung, überschatteten den eigentlich erfreulichen Hintergrund. Dagegen deutete sich eine Einigung von Vergangenheitsforschern über die erste urkundliche Nennung Ronnenbergs ab. „Vielleicht gibt es in diesem Jahr noch etwas zu feiern“, deutet Harms an. 

Kirche glaubt nicht an Gründungsjahr

Bei den Planungen für die Feiern zum 475. Jahrestag der Gründung einer zentralen Schule in Ronnenberg durch Herzogin Elisabeth von Calenberg-Göttingen hat sich eine Änderung ergeben. Die Recherche des Heimatbund-Vorsitzenden Karl Seemann werden, nach Auskunft von Bürgermeisterin Stephanie Harms, von einem, der Kirche nahestehenden Historiker angezweifelt. Der Kirchenkreis hat sich daraufhin aus dem Planungskreis des Jubiläums zurückgezogen. Einen Gottesdienst wird es demnach zur Feier der Gründung nicht geben. Derzeit versucht die Bürgermeisterin zu klären, wo sich die beiden Experten widersprechen. Allem Anschein nach geht es lediglich um Details und Definitionen. Harms will deshalb an den Feiern zur fast 500-jährigen Tradition des Schulstandortes voraussichtlich im Juni im Gemeinschaftshaus  festhalten. „Die genaue Jahreszahl ist mir in diesem Zusammenhang nicht so wichtig“, sagt sie. 

Weitere Wünsche dürften ihr 2018 mit einiger Sicherhiet erfüllt werden. Der Quartiersplatz in Empelde, derzeit noch Baustelle, soll nach der Planung Mitte des Jahres nutzbar sein. „Ich hoffe, dass er dann allen gefällt und auch die Tierwelt sich wieder wohlfühlt“, sagt Harms. Für die Umgestaltung des Ortskerns in Ronnenberg wünscht sich die Bürgermeisterin bis zum Jahresende zumindest einen Zeitplan als Zeichen für die Bürger – und vielleicht eine neue Eisdiele. „Im eigenen Interesse“, flachst sie. In den südlichen Stadtteilen sollen die weißen Flecken bei der Versorgung mit schnellen Internet beseitigt werden. „Das gehört zum Leben aller Generationen“, meint Harms. 

Besonders freut sich die Bürgermeisterin auf ein Datum, dass niemand anzweifeld: Die Partnerschaft mit Duclair besteht 2018 seit 50 Jahren. Freundschaften wie diese mit der französischen Stadt hätten viel zur Entwicklung in Europa beigetragen, meint die Bürgermeisterin. „Und ich wünsche mir, dass alle die Feierlichkeiten im September genießen.“

Von Uwe Kranz

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