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Ronnenberg Bahn baut für 8,3 Millionen Euro Lärmschutz aus
Aus der Region Region Hannover Ronnenberg Bahn baut für 8,3 Millionen Euro Lärmschutz aus
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16:41 25.10.2018
Auch entlang der Gleisstrecke in Ronnenberg sollen ab dem Jahr 2020 drei Meter hohe Schallschutzwände errichtet werden. Quelle: Ingo Rodriguez
Ronnenberg

Lärmschutzwände und schalldämpfende Fenster zur Reduzierung des Geräuschpegels: Die Deutsche Bahn (DB) investiert in den nächsten drei Jahren rund 8,3 Millionen Euro, um im Ronnenberger Stadtgebiet entlang des Gleisnetzes in besiedelten Gebieten die Lautstärke fahrender Züge abzumildern. Das Projekt beginnt bereits im nächsten Jahr in Empelde. Dort sollen für rund 3,9 Millionen Euro schallabsorbierende Wände entlang der Schienen errichtet werden. Das hatten die Anwohner schon vor gut einem Jahr erfahren. Wie es ab dem Jahr 2020 dann in den Orten Ronnenberg und Weetzen weiter geht, darüber hat die Projektingenieurin Freya Sieger von der DB Netze jetzt im städtischen Ausschuss für Stadtplanung, Ökologie, Wirtschaft und Feuerschutz informiert.

Nach dem Einbau der Lärmschutzmodule soll der Geräuschpegel hinter den Wänden deutlich sinken. Quelle: Deutsche Bahn

Um sich ihren Vortrag anzuhören, waren etwa 15 Anwohner in das Foyer der Marie-Curie-Schule in Ronnenberg gekommen. Sie erfuhren zunächst Hintergründe des Projekts. Demnach wird nach einem Beschluss aus dem Jahr 1998 Stück für Stück das gesamte Streckennetz der Bahn auf Grundlage von Schallgutachten nach einer Prioritätenliste mit besserem Lärmschutz ausgestattet. Um in Wohngebieten in viel genutzten Wohn- und Schlafräumen erträgliche Grenzwerte von etwa 57 Dezibel in der Nacht zu erreichen, stellt das Bundesverkehrsministerium jährlich rund 150 Millionen Euro zur Verfügung. Unterschieden wird zwischen aktiven Maßnahmen wie etwa neuen Schallschutzwänden und passiven Maßnahmen an Wohnhäusern, die vor dem 1. April 1974 errichtet wurden. Diese können mit schallgedämpften Fenstern, Lüftern, Dächern oder Fassaden ausgerüstet werden.

Rund 15 Besucher verfolgen im Foyer der Marie-Curie-Schule in Ronnenberg den Vortrag über die geplanten Lärmschutzmaßnahmen der Deutschen Bahn. Quelle: Ingo Rodriguez

Laut Projektingenieurin investiert der Bund in Ronnenberg und Weetzen insgesamt rund 4,4 Millionen Euro. Allein 4,3 Millionen Euro davon werden benötigt, um in den Orten entlang der Schienen drei Meter hohe Lärmschutzwände mit einer Gesamtlänge von rund 2592 Metern zu errichten. Für die Lärmschutzausstattung von insgesamt 232 Wohngebäuden sind laut DB-Mitarbeiterin Sieger 100 000 Euro eingeplant. Die Hausbesitzer werden nach dem Bau der Lärmschutzwände von der Bahn informiert und beraten. Aber: „Sie müssen im Fall gewünschter Baumaßnahmen einen Eigenanteil von 25 Prozent übernehmen“, sagte Sieger.

Die Projektingenieurin Freya Sieger von der Deutschen Bahn Netz (Zweite von links) stellt in der Ausschusssitzung die Lärmschutzpläne vor. Quelle: Ingo Rodriguez

Die Bauarbeiten für die Schutzwände beginnen nach derzeitigem Stand im Mai 2020 in Ronnenberg und im Juni 2020 in Weetzen. Im Juli 2020 sollen die Wände bereits stehen. Zum Jahresende 2020 soll dann laut Bahn mit den passiven Ausstattungen begonnen werden. Im Dezember 2021 soll im gesamten Stadtgebiet die komplette Lärmschutzsanierung abgeschlossen sein. Dann soll an der Ostseite der Bahntrasse von Bahnhof in Ronnenberg bis zum Bahnübergang an der Gehrdener Straße eine 712 Meter lange Lärmschutzwand stehen, die Westseite wird auf einer Länge von sogar 972 Metern bis zur Magdeburger Straße mit dem Schallschutz ausgestattet. In Weetzen werden die Wände auf der Ostseite des Gleisbetts vom Haferkamp bis südlich der Humboldtstraße errichtet – mit einer kurzen Unterbrechung am Bahnhof. Im Westen der Schienen gibt es entlang einer Häusergruppe an der Hauptstraße eine weitere Wand.

Nach dem Einbau der Lärmschutzmodule soll der Geräuschpegel hinter den Wänden deutlich sinken. Quelle: Deutsche Bahn

Auf Nachfrage von Anwohnern ging die Projektingenieurin auch ins Detail: Demnach sollen die Wände jeweils etwa 3,8 Meter von der Gleismitte entfernt aufgestellt werden. Laut DB basieren die Baumaßnahmen auch auf Grundlage einer bis zum Jahr 2025 prognostizierten Streckenbelastung von 250 Zügen pro Tag – also etwa 50 Güterzüge und S-Bahnen mehr als zurzeit.

Stadt informiert über geplante Hochbahnsteige

In der Sitzung des kommunalen Ausschusses für Stadtplanung hat der städtische Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler auch über zwei geplante Großbauprojekte im Stadtgebiet berichtet. Unter anderem sprach Zehler über die Pläne, vier Haltestellen entlang der Stadtbahnlinie 9 zu barrierefreien Hochbahnsteigen umzubauen – darunter auch den Haltepunkt Hermann-Ehlers-Allee an der Berliner Straße in Empelde nahe der Bundesstraßenunterführung. Wie sich die Pläne der Infrastrukturgesellschaft (infra) Region Hannover auch vor dem Hintergrund eines geplanten Park-and-Ride-Parkplatzes auf den Verkehrsfluss in Empelde auswirken, darüber soll bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 14. November, um 19 Uhr in der Theodor-Heuss-Grundschule in Empelde gesprochen werden. Die Stadt will in Kürze ihre Einschätzung und eine Stellungnahme zu dem Projekt an die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr übermitteln.

Erhalten hat die Stadt inzwischen laut Zehler einen Planfeststellungsbescheid zum geplanten Bau eines Radweges zwischen Ihme-Roloven und Devese. Demnach soll das Projekt ersten Erkenntnissen zufolge weitgehend so umgesetzt werden, wie es bislang in den Erörterungen vorgesehen war.

Von Ingo Rodriguez

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