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Ronnenberg Sorgen wegen der Kita-Gebühren-Freiheit
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00:15 01.07.2018
Im Ronnenberger Stadtgebiet fehlen Kindergarten- und Krippenplätze. Quelle: Archiv
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Ronnenberg

Kontinuierlich hat die Stadt Ronnenberg in den vergangenen Jahren Kinderbetreuungseinrichtungen gebaut. Dennoch fehlen im Stadtgebiet derzeit insgesamt 71 Kindergarten- und 23 Krippenplätze, stellte Grünen-Politiker Uwe Buntrock am Dienstagabend in der öffentlichen Ratssitzung fest und forderte Erklärungen.

Eigentlich sollten die Ratsleute nur über die Vorlage der Verwaltung zum Betreuungsplatzangebot 2018/2019 abstimmen. Die Zustimmung erfolgte später auch einstimmig, allerdings erst nach einer Art Grundsatzdiskussion zum Thema Gebührenfreiheit für Kindergartenkinder ab dem 3. Lebensjahr.

Buntrock erklärte sich erschrocken, da die Unterdeckung bei den Kindergartenplätzen innerhalb von nur zwei Wochen von 57 auf 71 angestiegen sei. „Wo kommen diese Kinder plötzlich her?“, fragte er. Bürgermeisterin Stephanie Harms erklärte, dass die Verwaltung stets darauf hingewiesen habe, dass trotz der kontinuierlichen Erweiterung des Betreuungsplatzangebots die Nachfrage nicht erfüllt werden könne.

Die Verschlechterung führt Erster Stadtrat Torsten Kölle unter anderem auf zusätzliche Kinder zurück. So seien im Neubaugebiet Silberbergweg, gegenüber dem Rathaus in Empelde innerhalb kurzer Zeit 48 Kinder im betreffenden Alter hinzugekommen. Auch Flüchtlingskinder erhöhten den Bedarf. Grünen-Fraktionschef Jens Williges forderte deshalb, „mehr Sorgfalt bei der Ausweisung von Neubaugebieten walten zu lassen“, um dieses Problem nicht weiter anzufachen. Zudem solle die Grundschulplanung – auch in Ronnenberg – vorangetrieben werden. Sonst habe man in diesem Bereich bald das gleiche Dilemma.

Ähnlich große Probleme bereitet der Kommune die von der Landesregierung beschlossene Gebührenbefreiung für Kindergartenkinder ab dem 3. Lebensjahr. Noch könne man nicht sagen, wie sich diese Maßnahme tatsächlich auf die Inanspruchnahme der Kita-Plätze auswirke, so Kölle. Allgemein wird aber erwartet, das Eltern mehr von dem Angebot Gebrauch machen, wenn es nichts mehr kostet und dass sie dann auch längere Betreuungszeiten nutzen wollen. Bis zu acht Stunden sind nach dem neuen Gesetz von Gebühren befreit.

Deshalb erwartet die Verwaltung auch zunehmend Engpässe beim Personal. „Der Beruf der Erzieherin steht vor einem Paradigmenwechsel“, erläutert Kölle. Man werde weggehen müssen von festen Zuordnungen und dem Zwei-Personen-Mosell in den Kita-Gruppen hin zu einem Schichtsystem, erläuterte er. Doch auch dazu fehlten Erzieherinnen. Das „Zeitproblem“ erklärte SPD-Fraktionschef Dieter Schur: Erzieherinnen benötigten zwei bis drei Jahre der Ausbildung. „Wir können uns keine backen“, ergänzte Kölle.

Für die kommenden fünf Jahre malte der Erste Stadtrat ein finsteres Bild: Wenn die Prognosen einträfen, fehlten der Stadt sieben Kindergarten- und sieben weitere Krippengruppen, trotz der aktuellen Neubauten in Empelde und in Ronnenberg. Rund 50 neue Kräfte müssten dafür eingestellt werden, was zusätzliche Kosten in Höhe von 1, 7 Millionen Euro jährlich für Ronnenberg bedeuten würde.

Die Vorlage selbst, in der das aktuelle Angebot mit einer erweiterten Gruppenstruktur und bei Bedarf Früh- und Spätdiensten, die die Kernbetreuungszeit jeweils um bis zu einer Stunde verlängern könnten, fand im Rat breiten Rückhalt. Er wolle das Augenmerk darauf richten, dass der Rat mit diesem Papier Verbesserungen für Familien beschließen, sagte Uwe Specht (SPD). „Ronnenberg ist eine kinderfreundliche Stadt.“

Von Uwe Kranz

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