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Ronnenberg Sexistische Werbung erzürnt Empelder Bürger
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17:30 11.03.2018
Am Ortseingang von Empelde werden Besucher von dem langen und umstrittenen Plakat der Gerüstbaufirma begrüßt. Quelle: Uwe Kranz
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Empelde

 Die Stadt Ronnenberg sieht sich, laut der Gleichstellungsbeauftragten Katherine Jürgens, aktuell mit massiven Beschwerden seitens der Ronnenberger Bürger konfrontiert. Gegenstand der Beschwerden sind – wie bereits in den Jahren 2012 und 2017 - die Werbeplakate der Firma Samiez aus Empelde.

„Nach gängiger fachlicher Definition ist diese Werbung eindeutig der Kategorie ,sexistische Werbung’ zuzuordnen“, urteilt Jürgens. Dies sei der Fall, wenn Werbung ohne sachlichen Bezug zum Gegenstand der Werbung mittels geschlechterbezogener Vorurteile und Stereotypisierungen eine Personengruppe sozial abwertet. 

 Im vorliegenden Fall geschehe dies in zweierlei Hinsicht: Zum Einen würden Bauarbeiter lediglich als äußerst primitive Männer dargestellt (keinerlei Bezug zu möglicherweise vorhandener beruflicher Qualifikation der dargestellten Bauarbeiter) und zum Anderen Frauen auf ihren Körper und ihr Aussehen und damit zu Objekten reduziert, analysiert Jürgens. Der Deutsche Werberat hatte diese Darstellungen auf den Plakaten der Firma in der Vergangenheit bereits zweimal gerügt.  

“Ich schäme mich für meine Stadt“

Die Firma bezeichnet die Bilder als Satire und argumentierte über ihren Anwalt Jörg Offenhausen gegenüber dem Werberat, es läge an den Betrachtern der Werbung darüber zu befinden, ob eine suggerierte Primitivität der Männer oder etwaige Unattraktivität der gezeigten Frau im Gedächtnis verbleibe.

Anders als in früheren Fällen, in denen die Plakate temporär an Baustellen aufgehängt waren, hat die Firma neuerdings ihr Firmengelände an der Nenndorfer Straße komplett mit entsprechenden Bildern eingefasst. „So werden am Ortseingang meines Heimatortes Frauen am Internationalen Frauentag und an den weiteren 364 Tagen im Jahr mit der Werbung eines Gerüstbau-Unternehmers begrüßt“, ärgert sich Anwohner Wolfgang Denia. „Ich schäme mich für meine Stadt, diesen ortsansässigen Unternehmer – und zugleich für alle, die meinen, es nicht ändern zu können.“ 

„Als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ronnenberg wünsche ich mir, dass Ronnenberg frei von sexistischer Werbung ist“, erklärte Jürgens. „Ich bedaure das fehlende Einlenken und Verständnis des Unternehmens sehr.“ In einem Schreiben habe sie die Firma darum gebeten, die Werbebanner zu entfernen. Allerdings vertrat diese in der Vergangenheit in Bezug auf ihre Plakate eine klare Haltung: Für die Firma sei ausschlaggebend, dass der Inhalt gesetzlich nicht zu beanstanden ist, hatte Offenhausen betont.

 

Von Uwe Kranz

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