Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Ronnenberg Genug Platz für Gedenkraum und Büros
Aus der Region Region Hannover Ronnenberg Genug Platz für Gedenkraum und Büros
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:32 23.03.2018
Geschichtsträchtiges Gebäude: In der Verwaltungsnebenstelle soll beim Gesamtumbau in der ersten Etage ein frei zugänglicher Gedenkraum entstehen und an die frühere Nutzung als Gebetstätte erinnern. Quelle: Ingo Rodriguez
Ronnenberg

 Es ist ein Gebäude mit historisch bedeutsamer Vergangenheit. Und über den bevorstehenden Umbau des Hauses an der Velsterstraße, in dem die städtische Verwatungsnebenstelle untergebracht ist, wurde zuletzt von Kommunalpolitikern und Verwaltungskräften viel diskutiert: Ein eigener Gedenkraum trotz erheblichen Platzmangels und Raumbedarfs der Verwaltung? Barrierefreieheit mit oder ohne kostspieligen Einbau eines Aufzugs? Wohin mit Standesamt und Bürgerbüro nach dem Umbau?

Spätestens seit der jüngsten Sitzung des Rates der Stadt steht nun aber fest: Die Rathaushausnebenstelle, die bis 1938 vom jüdischen Besitzer auch als Gebetstätte für Ronnenberger jüdischen Glaubens zur Verfügung gestellt wurde, soll so bald wie möglich für rund 650 000 Euro umgebaut und renoviert werden. Zusätzliche 8000 Euro sind im Haushalt bereit gestellt, um ein Konzept in Auftrag zu geben, wie in einem früheren Gebetsaal in der ersten Etage eine Gedenkstätte oder ein Erinnerungsraum gestaltet werden kann. Zu wesentlichen Bestandteilen der Umgestaltungspläne gehören: ein Aufzug und dringend notwendige Zusatzbüros.

Im Eingangsbereich erinnert an der Hausfassade eine Gedenktafel an die früheren jüdischen Gebetstätten im Haus. Quelle: Ingo Rodriguez

Der Leiter des städtischen Teams Gebäudewirtschaft, Cord Hennies, skizziert den Zeitplan. „Jetzt gibt es einen Entwurf, für den wir einen Architekten finden müssen, der das umsetzt“, sagt Hennies. Dann sei eine Ausschreibung notwendig. „Das wird alles in diesem Jahr angeschoben“, sagt Hennies. Wo in der Bauphase Standesamt und Bürgerbüro untergebracht würden? „Es wird so bald wie möglich ein Bauablaufplan erstellt, in dem auch die Personalplanung berücksichtigt wird“, kündigt Hennies an. Trotz unvermeidbarer Beeinträchtigungen soll ein möglichst störungsfreier Ablauf gewährleistet werden.

Die Vorsitzende des städtischen Personalrates, Ute Heidutzek, beschreibt vor Ort die Umbaupläne. „Im Erdgeschoss wird an die rückwärtige Seite eine Rollstuhlrampe angebaut. Aus dem bisherigen Tresorraum wird dann dort ein Besucherwarteraum mit barrierefreier Toilette“, sagt Heidutzek.

An der Hinterseite des Gebäudes soll nach dem Umbau eine barrierefreie Rampe den Zugang erleichtern. Quelle: Ingo Rodriguez

An der zur Straße gewandten Gebäudeseite wiederum entstehe im Erdgeschoss im bisherigen Warteraum des Bürgerbüros das neue Trauzimmer. „Das wird ebenso wie die Büros des Standesamtes und die Teeküche vom ersten Stock nach unten verlegt“, sagt Heidutzek. Unverändert bleibe der Standort des Bürgerbüros im Eingansgbereich. Dann zeigt sie auf eine Flurwand zwischen zwei Erdgeschossräumen: „Dort wird ein Aufzug eingebaut.“

Genau das war in der jüngsten Ratssitzung für die Gruppe 2 von CDU, Freien Wählern und FDP ein Grund, gegen den Haushalt zu votieren – aus Kostengründen. „Für uns Verwaltungskräfte ist es aber eine große Erleichterung, weil mit einem Aufzug von der neuen Teeküche im Erdgeschoss Getränke, aber auch Akten, in den künftigen Sitzungsraum nach oben transportiert werden können“, sagt Heidutzek.

Im Erdgeschoss soll nach dem Umbau zwischen dem künftigen Trauzimmer (vorne links) und dem künftigen Warteraum mit barrierefreier Gästetoilette (hinten links) ein Aufzug eingebaut werden – für einen barrierefreien Transport von Rollstuhlfahrern und bewegungsbeeinträchtigten Besuchern. Quelle: Ingo Rodriguez

Wichtig sei der geplante Aufzug aber auch wegen des neuen Erinnerungsraumes. Dieser soll im früheren Gebetsraum der Männer – dort ist jetzt das Büro der Standesbeamtin untergebracht – eingerichtet werden, frei zugänglich für Besucher über den Flur im ersten Stock, ohne Tür. „Wenn Schulen als Gästegruppen mit Kindern im Rollstuhl kommen, ist ein Aufzug unverzichtbar“, sagt Heidutzek.

Geschichtsträchtiges Gebäude: In der Verwaltungsnebenstelle der Stadt soll beim Gesamtumbau in der ersten Etage im bisherigen Büro der Standesbeamtin Renate Korth (hinten) ein für Publikumsverkehr frei zugänglicher Gedenkraum enstehen. Die Vorsitzende des Personalrates, Ute Heidutzek (vorne), zeigt den künftigen Standort. Quelle: Ingo Rodriguez

Sie zeigt auch den Nachbarraum der künftigen Erinnerungsstätte: den früheren Gebtsaal für Frauen, in dem zurzeit ein Aktenraum untergebracht ist. Daneben: die bisherige Teeküche. „Daraus werden zusätzliche Büros. Wir platzen sonst aus allen Nähten“, sagt die Personalratsvorsitzende.

Von Ingo Rodriguez

Ehrungen bei der SPD-Abteilung Ihme-Roloven, Linderte, Vörie: Richard Grineisen und Heinz-Joachim Wilcke, die beide der Partei seit 50 Jahren angehören, und Alexander Behrens, der seit 25 Jahren dabei ist, wurden in der Jahresversammlung ausgezeichnet.

23.03.2018

Der TV Rot-Weiß Ronnenberg schneidet im Vergleich mit anderen Tennisvereinen im näheren Umfeld gut ab. Lediglich im Nachwuchsbereich bis 14 Jahren gibt es Nachholbedarf.

23.03.2018

Zum Ende des Jahres will die Telekom ihr analoges Telefonnetz komplett abschaffen. Dann wird Telefonieren nur noch über das Internet möglich sein. Der Sozialverband in Ronnenberg will seinen Mitgliedern dabei helfen, den Umstieg problemlos zu meistern.

22.03.2018