Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Seelze Forschen für die Welternährung
Aus der Region Region Hannover Seelze Forschen für die Welternährung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 31.05.2017
Versuchstechniker Alexander Laustroer zeigt die Größenunterschiede von ungedüngter (links) und optimal versorgter Wintergerste. Quelle: PATRICIA CHADDE
Lathwehren

Auf Gut Dunau werden im Rahmen der Integrierten Landbewirtschaftung neue Problemlösungen in den Bereichen Düngemittel und Pflanzenschutz für die hiesige Landwirtschaft erarbeitet. Selbstverständlich unter Beachtung von Natur- und Umweltschutzaspekten.

Deutschland, ganz besonders Niedersachsen als Agrarland Nummer eins, gilt mit acht bis zehn Tonnen Getreideertrag pro Hektar als Standort mit sicheren Erträgen und hohen Qualitäten. "Die klimatisch begünstigte Lage in Mitteleuropa mit gemäßigten Temperaturen, regelmäßigen Niederschlägen sowie ausbleibenden Naturkatastrophen bietet optimale Bedingungen für unsere wichtigsten Ackerbaukulturen“, erläutert Beratungsleiter Dr. Christoph Hempler. Im Gegensatz zum großen Flächenstaat USA, wo der Ertrag pro Hektar mit vier Tonnen durchschnittlich um die Hälfte niedriger liegt.

Landwirtschaftlich nutzbare Fläche sinkt

Die Fläche zur Erzeugung von Nahrungsmitteln sinkt weltweit jeden Tag durch Straßenbau und neue Gewerbegebiete, während die Weltbevölkerung wächst. Ein Weg, um Erträge und Qualitäten abzusichern, liegt in der gesteigerten Intensität bei der Bewirtschaftung von Flächen. Dabei bleibt die Suche nach neuen Problemlösungen auf allen Ebenen des Ackerbaus existentiell. In Lathwehren beschäftigen sich die Versuchsansteller zum Beispiel mit Fragen zur optimalen, bedarfsgerechten Nährstoffversorgung und zu regional angepassten Pflanzenschutz-Lösungen für Getreide, Zuckerrüben und Raps. "Wenn kein Befall mit Pilzkrankheiten vorliegt, muss man auch nichts machen", formuliert es Dr. Christoph Hempler.

Handlungsbedarf wird sichtbar gemacht

Ein Gang entlang der exakt vermessenen rund 2000 Parzellen, die bei einer einheitlichen Größe von 1,5 Metern Breite und sieben Metern Länge jeweils 11,25 Quadratmetern messen, zeigt in einigen Teilflächen den Handlungsbedarf anschaulich.So führt Versuchstechniker Alexander Laustroer zu zwei nebeneinander liegenden Parzellen, auf denen Wintergerste gedeiht. Die Höhe und Anzahl der Halme auf der ungedüngten Fläche ist schon im Mai deutlich niedriger, als auf der Fläche mit optimaler Nährstoffversorgung. Da Wintergerste zu den früh abreifenden Getreidearten zählt, kann sich jeder Laie leicht ausmalen, dass der Ertrag der gut versorgten Teilfläche durch mehr Ähren und Körner höher liegen wird.

Effizienz und Umweltbewusstsein

"Effizienz und Umweltbewusstsein gehen Hand in Hand", so Alexander Laustroer, der an der idealen Düngemenge- und zusammensetzung feilt. Auch Vorgaben der neuen Düngemittelverordnung werden durch entsprechende Versuchsfragen aufgegriffen und entsprechend umgesetzt. Ziel ist es, den Nährstoffbedarf der Pflanzen und die ausgebrachte Düngermenge sorgfältig aufeinander abzustimmen, so dass Verluste minimiert werden und nach der Ernte nur möglichst wenig Stickstoff im Boden "überbleibt".Doch die Forscher haben auch zahlreiche "Gegenspieler" auf ihren Parzellen. Neben Schadinsekten wie beispielsweise Blattläusen zählen auch Larven und Raupen dazu, weil sie wenig wählerisch alles „Grünzeug“ verspeisen können.

Pilzkrankheiten haben verheerende Wirkung

Je feuchter und wärmer die Witterung, desto stärker spielen Getreide-, Raps- und Rübenkrankheiten eine Rolle, so dass Ertrag und Qualität leiden. „In den vergangenen drei Jahren hat mit dem sogenannten Gelbrost eine gefährliche Pilzkrankheit Raum gegriffen“, berichtet Dr. Christoph Hempler von einem aktuellen Forschungsschwerpunkt. Gelbrost ist schnell und zerstörerisch. Seine Sporen kamen übrigens mit dem Wind aus Asien nach Niedersachsen. Werden Getreideflächen von Gelbrost befallen, geht schnell die Hälfte des Ertrages verloren und die Qualitätsparameter für Weizen als Brotgetreide leiden stark. Mit welchen Methode Gelbrostbefall behandelt werden kann, erfährt das fachpublikum beispielsweise am nächsten Feldtag im Juni auf Gut Dunau.

Feldtag für Fachpublikum am 22. Juni

Alle Aktivitäten auf dem Standort werden interessierten Besuchergruppen gerne vorgestellt, denn „hier gibt es nichts zu verheimlichen“, so Dr. Christoph Hempler. Neben Fachpublikum, wie Landwirten, Politikern oder Beratern zählen auch Studenten und Schulklassen zu den Gästen. Der nächste Feldtag für Fachpublikum findet am 22. Juni 2017 von 10 bis 14 Uhr statt.

Von PATRICIA CHADDE

Bereits seit 18 Jahren gibt es im Dorfkindergarten in Dedensen das Waldprojekt. In diesen vier Wochen verbringen die Kinder den ganzen Vormittag im sogenannten Schweineholz. Karsten Borges hat der Einrichtung auch in diesem Jahr wieder sein Waldstück zur Verfügung gestellt.

31.05.2017

Bereits seit drei Jahren bietet die Stadt eine Segway-Tour, geführt von Reitergeneral Michael von Obentraut (Rainer Künnecke), an. Insgesamt neun Teilnehmer trafen sich am Sonnabend zum ersten Termin, um die Stadtteile Almhorst, Kirchwehren, Döteberg, Harenberg und Seelze Süd per Segway zu erkunden.

28.05.2017

Schnäppchenjäger können sich freuen: Am Sonnabend, 10. Juni, verwandelt sich der Kastanienplatz im Zentrum von Letter wieder in einen bunten Marktplatz. Mehr als 40 Aussteller erwartet das Organisationsteam, bei dem sich nach drei Jahren Erfahrung inzwischen schon Routine eingespielt hat.

Sandra Remmer 31.05.2017