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Seelze Malteser Hilfsdienst erfüllt Herzenswünsche
Aus der Region Region Hannover Seelze Malteser Hilfsdienst erfüllt Herzenswünsche
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13:05 24.06.2018
Antonio Serrano Galbán (links) und Michael Nitschke begleiten Sterbende zum letzten Herzenswunsch. Quelle: Heike Baake
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Seelze

Ein letzter Wunsch vor dem Tod? Das Thema ist sensibel, aber die Malteser haben sich solcher letzten Wünsche angenommen und bieten Ausflüge, Besuche und Erlebnisse an.

Am Sonnabend hatte ihr Herzenswunsch-Krankenwagen seinen ersten Einsatz in Seelze. Das in der Region Hannover eingesetzte Fahrzeug ist seit einem Jahr unterwegs. Patienten, die ihre letzte Lebenszeit im Hospiz verbringen, können sich mit Unterstützung des Malteser Hilfsdienstes einen letzten Wunsch erfüllen.

14 Sanitäter stellen sich in den Wunsch-Dienst

14 Rettungssanitäter stellen ehrenamtlich ihre Zeit zur Verfügung und arbeiten für das Herzenswunsch-Projekt. Antonio Serrano Galbán (35) und Michael Nitschke (19) gehören zum Team. Sie übernahmen am Sonnabend die Fahrt zur Seniorenresidenz Alter Krug, um einer älteren Dame den Abschied von ihrer Wohnung zu ermöglichen. Tochter und Mutter konnten dort allein und ungestört so viel Zeit verbringen, wie sie benötigten.

„Ich musste lernen, wie sich Sterbende fühlen“

Nitschke ist Jurastudent und hat sich als Rettungsassistent ausbilden lassen. Bei den Maltesern erhielt er zusätzlich eine Schulung, um im Herzenswunsch-Projekt mitarbeiten zu können. „Bei Patienten im Hospiz ist der Tod sehr präsent. Auf diese Menschen muss man besonders eingehen. Ich musste lernen, wie diese Menschen sich fühlen“, sagt er. Das Studium ermöglicht ihm derzeit eine gewisse Flexibilität im Ehrenamt, das für ihn auch ein persönlicher Ausgleich ist. „Es sind Ausnahmesituationen, die ich hier erlebe. Ich lerne viel über mich selbst, es ist eine gute Lebenserfahrung“, ergänzt Nitschke.

Sein Kollege Antonio Serrano Galbán war schon als Schüler im Schulsanitätsdienst und ließ sich später bei den Maltesern ausbilden. Heute ist er dort selbst als Ausbilder aktiv. „Die Arbeit im Herzenswunsch-Krankenwagen ist schön und gibt mir eine gewisse Erfüllung“, erzählt er. Für beide ist es ein besonderes Erlebnis, den Patienten dieses abschließende Erlebnis vor dem Sterben zu ermöglichen.

Meer, Heißluftballon, Hochzeit – die Wünsche sind verschieden

Die Seelzer Malteser haben im ersten Einsatzjahr des Krankenwagens viele Herzenswünsche erfüllt. So konnte eine 50-jährige Patientin, die an der unheilbaren Muskelerkrankung Amyotrophe Lateralsklerose erkrankt war, an die Ostsee gefahren werden. In Begleitung ihrer Familie und der Sanitäter genoss sie für wenige Stunden die Meeresbrise und besuchte ein letztes Mal ihre „zweite“ Heimat. Die Herzenswünsche sind so unterschiedlich, wie die Menschen. Für die einen ist es eine Fahrt mit dem Heißluftballon, für andere eine Stadtrundfahrt, der Besuch des Maschsee-Ufers oder des NDR-Funkhauses. Die Malteser haben ein Brautpaar überrascht, als sie die Großtante zur Trauung begleiteten. Es seien immer Momente, die berührten und glücklich machten, „nicht nur die Patienten“, sagt Galban.

Spenden sind das Rückgrat der Aktion

Sollten die Malteser-Mitarbeiter bei der Verarbeitung der Situationen Hilfe benötigen, steht ihnen eine 24-Stunden-Hotline mit geschulten Mediatoren zur Verfügung. „Meistens nimmt man aber doch nur das Positive, nicht das Belastende mit“, versichert Nitschke. Koordiniert wird der Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen vom Theologen und Trauerbegleiter Christoph Mock und Hospizkoordinatorin Antje Doß. Patienten, Angehörige, Mitarbeiter der Hospize und Palliativstationen sowie die behandelnden Ärzte klären die Rahmenbedingungen und planen gemeinsam die Erfüllung eines Wunsches. Nur wenn der Gesundheitszustand es zulässt, macht sich der Herzenswunsch-Krankenwagen auf den Weg. Finanziert werden die Wünsche allein durch Spenden. Weitere Informationen gibt es unter www.malteser-hannover.de oder www.herzenswunsch-krankenwagen-nds.de.

Von Heike Baake

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