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Seelze Zahl der Verkehrsunfälle steigt 2017 in Seelze auf 658
Aus der Region Region Hannover Seelze Zahl der Verkehrsunfälle steigt 2017 in Seelze auf 658
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18:47 27.04.2018
Dennis Schmidt (links) und Ralf Hantke stellen die Unfallstatistik vor. Quelle: Thomas Tschörner
Seelze

 Die Zahl der Verkehrsunfälle ist in Seelze im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2016 um 8,9 Prozent von 604 auf 658 gestiegen. Darunter waren auch zwei Unfälle, bei denen jeweils ein Mensch ums Leben kam. Fast die Hälfte –311 oder 47 Prozent –der polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle waren sogenannte einfache Unfälle, bei denen es nur geringen Schaden und keine Verletzten gab. Diese Zahlen haben Seelzes Kommissariatsleiter Dennis Schmidt und Ralf Hantke, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes, bei der Vorstellung der Unfallstatistik 2017 für Seelzes Stadtgebiet genannt. Der Anstieg der Unfallzahlen ist in Seelze damit höher alsbei der Polizeiinspektion Garbsen, wo die Zahl um 0,6 Prozent von 7052 (2016) auf 7091 (2017) stieg, und im Gebiet der Polizeidirektion Hannover (2016: 36770; 2017: 37324; plus 1,5 Prozent). 

 Ein Jugendlicher und ein Senior kommen ums Leben

Während in den Jahren 2015 und 2016 keine durch Unfälle getöteten Menschen gab, waren 2017 gleich zwei Todesopfer zu beklagen. Am 30. September kam ein 31-jähriger Fahrer, der keinen Führerschein und zudem einen Alkoholwert von 2,77 Promille hatte, auf dem Kirchbuschweg in Fahrtrichtung Seelze mit vier Jugendlichen in seinem Wagen von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Alle Fahrzeuginsassen wurden schwer verletzt, ein 14-Jähriger starb nach drei Tagen. „Dies war der schwerste Verkehrsunfall in Seelze seit vielen Jahren“, sagt Hantke. Bei dem zweiten Unfall mit Todesfolge übersah ein Transporterfahrer beim Rückwärtsfahren im Rosenweg in Letter einen 84-jährigen Mann, der nach 19 Tagen im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag.

Zahl der Schwerverletzten steigt

Der Unfall am 30. September hat auch die Zahl der Schwerverletzten von 12 im Jahr 2016 auf 16 im vergangenen Jahr ansteigen lassen. Die Zahl der Leichtverletzten stieg auf 116 bei 91 Unfällen. 2016 waren es 89 Menschen bei 72 Unfällen, 2015 insgesamt 109 bis 90 Unfällen. Als schwerverletzt gelten Unfallopfer, die länger als 24 Stunden im Krankenhaus verbringen müssen, als leichtverletzt werden dagegen diejenigen eingeschätzt, die lediglich ambulant behandelt wurden. 

 Weniger Senioren werden verletzt

Der schwere Unfall am 30. September hat auch Auswirkungen auf die von der Polizei gesonders erfassten Risikogruppen gehabt. So wurde im Bereich der Kinder unter 15 Jahren erstmals seit Jahren ein Toter gezählt, und auch die Anzahl der schwerverletzten Kinder und Jugendlichen erhöhte sich auf 5 – eine Zahl, die in den Vorjahren nie registriert worden war (2012: 3; 2013: 1; 2014: 0; 2015: 1, 2016: 0). Leichtverletzt wurden im vergangenen Jahr 11 Kinder und Jugendliche. Dagegen ging die Zahl der leichtverletzten Senioren ab 65 Jahren auf 7 zurück, die der Schwerverletzten in dieser Altersgruppe auf 2. Allerdings ist durch den Unfall am 13. Oktober ein Verkehrstoter im Seniorenalter zu beklagen, was in den Vorjahren nicht der Fall war. Bei den jungen Kraftfahrern zwischen 18 und 24 Jahren gibt es nach Einschätzung der Polizei keine dramatische Entwicklung, lediglich 11 wurden leicht verletzt. Bei den Fahrradfahrern ist das Bild differenziert. Zwar wurden fünf schwerverletzt (2016: 4), 4 davon jedoch ohne Fremdverschulden durch selbst verursachte Stürze. Allerdings kletterte die Zahl der leicht verletzten Radler auf 37 (2016: 14).

Unfallfluchten bleiben weiter ein Problem

Einen Anstieg gibt es seit Jahren bei den Unfallfluchten. Im vergangenen Jahr entfernten sich 195 Fahrer unerlaubt vom Unfallort (2016: 187; 2015: 183; 2014: 187). „Ich finde es erschreckend, wo doch fast alle versichert sind“, sagte Schmidt. Immerhin liegt die Aufklärungsuote bei Unfallfluchten bei 42,56 Prozent und ist damit ebenfalls gestiegen (2016: 41,18 Prozent; 2015: 37,7 Prozent).  

Alkolisierte Fahrer werden zunehmend erwischt

Unter Alkoholeinfluss wurden 12 Unfälle verursacht, 63 Fahrten blieben ohne Folgen. Teilweise wurden erhebliche Werte gemessen: Ein Radfahrer hatte 3,77 Promille, ein Autofahrer 2,47 Promille. Beide Fahrer waren unfallfrei unterwegs.  Den deutlichen Anstieg der alkoholisierten Fahrer verbucht die Polizei vor allem als Ergebnis der engagierten Arbeit des Streifendienstes. Einen deutlichen Anstieg auf 66 Fahrten unter Drogeneinfluss (2016: 19; 2015: 12) sieht die Polizei ebenfalls als Ergebnis intensiver Kontrollen und besonders geschulter Beamter. Allerdings gab es unter Einfluss von Drogen keinen Unfall

Polizei kündigt Kontrollen an

Als Hauptunfallursachen sieht die Polizei die Ablenkung durch die Nutzung von Handys, Fehler beim Abbiegen und Missachten der Vorfahrt, zu hohes Tempo und nicht angelegte Sicherheitsgurte sowie Fehlverhalten von Radfahrern. Deshalb würde in der nächsten Woche verstärkt kontrolliert.

Von Thomas Tschörner

Seit zwei Jahren leitet Karin Thellmann den Fanclub mit viel Freude und Engagement. Als Mitglied des Lohnder Chores Just for fun trat sie bereits mehrmals gemeinsam mit ihrem Star auf. 

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