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300 Bolzumer sagen alter Gaststätte adieu

Sehnde 300 Bolzumer sagen alter Gaststätte adieu

Rund 300 Bolzumer haben gemeinsam ein ungewöhnliches Fest gefeiert. Sie nahmen Abschied von einer Gaststätte mit Festsaal, welche das Ortsbild an der Marktstraße geprägt hat und die noch in diesem Jahr für einen Neubau der AWO verschwinden soll: die früheren Bolzumer Stuben.

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Der Shantychor Blaue Jungs singt zum Abschied: 300 Gäste kommen zur Feier im Saal der alten Bolzumer Stuben.

Quelle: Achim Gückel

Sehnde. Der Shantychor Blaue Jungs Bolzum singt, es gibt Rock- und Countrymusik. Die Bratwurst kostet an diesem Freitagabend nur 1 Euro, und das Bier fließt reichlich aus dem Zapfhahn. In jedem Winkel des Saals der einstigen Bolzumer Stuben ein klein bisschen Wehmut zu spüren, aber viele Bolzumer sind auch ganz zufrieden damit, was im kommenden Jahr im Herzen der Ortschaft neu entstehen soll. Das weit mehr als 100 Jahre alte Gebäude der Bolzumer Stuben, das schon seit mehreren Jahren vollkommen leer stand, weicht für ein Senioren-Servicehaus.

"Hier haben sich Generationen von Menschen zu Familienfeiern getroffen, zu fröhlichen und zu traurigen Anlässen", sagt Bolzums Ortsbürgermeisterin Silke Lesemann (SPD) zur Begrüßung. Man wolle nun dem Dorf die Gelegenheit geben, Abschied zu nehmen. Das tun die Bolzumer ausführlich. An den Tischen im Saal sitzen viele ältere Damen und Herren, die zur Shantymusik schunkeln und die den Saal wohl noch aus Jugendtagen kennen. Ihre Glanzzeit haben die Bolzumer Stuben in der Tat schon einige Jahrzehnte hinter sich: an den Decken Spinnweben, die Farbe vergilbt, das Holz an den Wänden spröde.

In den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts war der Saal der ehemaligen Gaststätte auch das Clubheim des örtlichen Motorradvereins. Es gab dort lautstarke Partys. Seit mehr als acht Jahren steht die Kneipe jedoch leer, und auch in den Wohnungen im Obergeschoss lebt niemand mehr.

Dirk von der Osten, Geschäftsführer der AWO-Jugend- und Sozialdienste gGmbH, und mehrere seiner Mitarbeiter erläutern während des Fests das nun anstehende Bauprojekt. Das Servicehaus für Senioren werde barrierefreie Wohnungen, eine betreute Wohngemeinschaft und eine Tagespflege insbesondere für Demenzkranke bieten. Nach dem Abriss der alten Gebäude, der vermutlich im November geschehen wird, ist der Baubeginn für das AWO-Projekt für kommende Frühjahr vorgesehen. Der Neubau soll im Frühjahr 2019 bezugsfertig sein. Das Seniorenhaus bekommt elf Wohnungen, die Tagespflege wird Platz für 15 Menschen haben. Ähnliche Wohnprojekte verwirklicht die AWO seit 2015 bereits in Hannover-List, am Kronsberg und in Gehrden.

Dass die AWO nun mitten in Bolzum tätig wird, hat auch etwas mit Lesemanns Tätigkeit als Vorsitzende der Wohlfahrtsorganisation in der Region Hannover zu tun. Sie hatte sich dafür eingesetzt, das Servicehaus in ihrer Ortschaft zu errichten. "In Bolzum sollen alle Generationen gut leben können", sagt sie. Wenn das Servicehaus stehe, müssten Bolzumer Senioren nicht mehr aus dem Dorf fortziehen.

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Zum letzten Mal geht hier Bier über den (provisorischen) Tresen.

Quelle: Achim Gückel
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