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Sehnde Jörg Gerber schaut in der Feldmark nach dem Rechten
Aus der Region Region Hannover Sehnde Jörg Gerber schaut in der Feldmark nach dem Rechten
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00:54 30.04.2018
Jörg Gerber ist der neue Feld- und Flurwart für den Sehnder Süden. Quelle: Michael Schütz
Bolzum/Wehmingen/Wirringen/Müllingen

Sehr viel wird sich im Alltag von Jörg Gerber in Zukunft nicht ändern – und das, obwohl der 44-Jährige in diesen Tagen eine hochoffizielle neue Stelle antreten wird. Am Donnerstagabend hat der Sehnder Rat den Wirringer zum neuen Feld- und Flurwart für Bolzum, Wehmingen, Wirringen und Müllingen ernannt. Damit tritt er die Nachfolge von Walter Köhler an, der den Posten seit 1997 inne hatte und jetzt aus Altersgründen ausscheidet. Seit 1987 bestellt Sehnde insgesamt vier Feld- und Flurwarte. Sie haben die ehrenamtliche Aufgabe, außerhalb der Ortschaften in den Bereichen Ost, Mitte, Nordwest und Süd nach dem Rechten zu sehen. Zu ihren Aufgaben gehört es, auf den Feldwegen auf Fehlverhalten hinzuweisen oder wilde Müllkippen zu melden.

Genau das ist es, was Gerber schon von jeher macht. „Ich bin viel in der Feldmark unterwegs“, sagt der 44-Jährige Und wenn er gerade jetzt in der Brut- und Setzzeit einen unangeleinten Hund sehe, mache er den Halter darauf aufmerksam. Insofern sei die neue Aufgabe keineswegs etwas Neues. 

Seine Liebe zur Natur hat er schon in der Kindheit in Wülferode entwickelt. „Ich bin auf einem landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen“, erklärt Gerber. „Mein Vater war dort angestellt.“ Er sehe die Natur deswegen mit anderen Augen als ein Städter. Und in der letzten Zeit habe er Veränderungen bemerkt: „Es passiert was in der Feldmark.“ Damit bezieht er sich auf die zunehmende Zahl von wilden Müllentsorgungen, die in der Natur landen. Dieses Verhalten könne er nicht nachvollziehen. „Es ist ein Leichtes, den Müll zum Wertstoffhof zu bringen.“

Ähnliches Unverständnis zeigt der Wirringer, der bei der Stadt Laatzen als Elektroinstallateur angestellt ist, für das Verhalten der Menschen auf den Feldwegen. Oft sei es so, dass sie landwirtschaftlichem Verkehr nicht ausweichen, weil sie meinten, ein Wegerecht zu haben. Oft komme es deswegen zu einer Konfrontation. „Dabei können die großen Maschinen nicht an den Rand fahren, weil sie zu schwer für den Seitenstreifen sind.“ Die Landwirte hätten Vorrang, denn es handele sich erst in zweiter Linie um ein Freizeitgebiet. Leider seien diese Menschen oft uneinsichtig. „Dann muss man ruhig bleiben.“ Eine Handhabe, um das Fehlverhalten zu ahnden, habe er sowieso nicht, wohl aber einen Ausweis von der Stadt. „Ich kann nur darauf hinweisen.“ Bei Autofahrern, die beispielsweise einen landwirtschaftlichen Weg benutzen, könne er aber das Kennzeichen der Polizei melden.

Der 44-Jährige lebt seit 20 Jahren in Wirringen und ist in seinem Heimatort tief verwurzelt. So hat der Unimog-Fan zum Beispiel mit Gleichgesinnten im Jahr 2011 eine Gruppe gegründet, die sich historischen landwirtschaftlichen Fahrzeugen widmet. Das alljährliche Angrillen der Oldtimer-Freunde und das Sommerfest sind mittlerweile feste Bestandteile des sozialen Lebens im Ort. Und falls Gerber in seinem neuen Ehrenamt einmal Rat braucht, ist Hilfe nah. „Mein Vorgänger ist mein direkter Nachbar.“ Walter Köhler habe ihn auch auf die Idee gebracht, sich für das Amt zu melden.

Von Michael Schütz

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