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Sehnde Lehrter Holz wird als Müllkippe missbraucht
Aus der Region Region Hannover Sehnde Lehrter Holz wird als Müllkippe missbraucht
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14:51 26.06.2018
Waldbesitzer Jürgen Falkenhagen zeigt den illegal abgeladenen Müll: Vor allem wegen des auffällig bemalten Treckerreifens hofft er auf einen Hinweis auf den Verursacher. Quelle: Oliver Kühn
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Sehnde

Das Lehrter Holz am nördlichen Sehnder Stadtrand an der B 443 wird immer öfter als illegale Müllkippe missbraucht. Für die Waldbesitzer ist das ein großes Ärgernis. Der Sehnder Jürgen Falkenhagen etwa hat dort jetzt nach einer Kontrollfahrt wieder diversen Abfall entdeckt: Rund zehn Rollen offenbar nicht mehr benötigter Teerpappe, blaue Säcke mit Unrat, Grünschnitt – und sogar einen großen Treckerreifen, auffällig angemalt in den Hannover-96-Farben Schwarz und Grün und einer eingeritzten „96“. Von diesem Fund erhofft sich der ehemalige Sehnder Ortsbürgermeister möglicherweise einen entscheidenden Hinweis auf den Umweltfrevler.

Der Treckerreifen ist auffällig in schwarz-grün bemalt, darin eine "96" eingeritzt - offenbar handelt es sich bei dem Umweltfrevler um einen Hannover-96-Fan. Quelle: Oliver Kühn

„Dieser Treckerreifen hat offenbar als Sandkasten oder als Blumenbeet gedient“, vermutet Falkenhagen. „Vielleicht hat ihn jemand schon irgendwo gesehen.“ Am südlichen Rand des Lehrter Holzes führt ein Feldweg entlang, der offiziell nur für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben ist. Doch daran halten sich viele Autofahrer nicht. Für Hundebesitzer ist es trotzdem ein beliebter Gassiweg, liegt er doch direkt an der Bundesstraße. Sie stellen ihr Auto zwar am Wegesrand ab. Doch für große Traktoren oder Erntemaschinen sei die Strecke dann dennoch oft nicht mehr passierbar, ärgert sich der Landwirt.

Bei einem solchen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung müsse man diesen aber genau mit Ort, Datum und Uhrzeit festhalten, heißt es aus dem Sehnder Rathaus, deren Verkehrsbehörde so wie beim Falschparken für den ruhenden Verkehr zuständig ist. Solch ein Verhalten werde als Parken mit Behinderung mit einem Bußgeld zwischen 10 und 30 Euro geahndet. Nur wenn Gefahr in Verzug ist, etwa in einer schlecht einsehbaren Kurve geparkt werde, könne die Polizei gerufen und der Wagen abgeschleppt werden. Falkenhagen deutete an, dass sich einige Waldbesitzer in solchen Fällen durchaus die Fahrzeugkennzeichen aufschreiben – bei Fehlverhalten sei also eine Anzeige möglich.

Zurzeit wird das Problem mit den Umweltsündern noch durch den hoch stehenden Mais verschärft. „Der Weg ist von der Straße aus nicht einsehbar“, verdeutlicht Falkenhagen. Somit fehlt dort eine soziale Kontrolle. Das sieht auch eine zufällig vorbeikommende Spaziergängerin so. „Es ist furchtbar, und es wird immer schlimmer“, ärgert sich die 52-jährige Lehrterin. Als Greenpeace-Mitglied könne sie das Verhalten nicht nachvollziehen. „Wenn man seinen Müll schon in einen Sack steckt, kann man ihn doch auch gleich zur Kippe bringen.“ Der Sehnder Wertstoffhof am Borsigring liegt nur etwa einen Kilometer vom Lehrter Holz entfernt. Und dort werde man so gut wie alles los, bestätigt Falkenhagen. Er habe sogar schon ein komplettes Badezimmer, eine Dia-Sammlung und zehn Eimer mit Fritteusenfett gefunden. Höhepunkt seien aber vor zwei Jahren Säcke mit den Eingeweiden von Schafen gewesen: „Das war sehr ekelig.“ Seitdem öffne er keinen blauen Sack mehr.

Die Stadt hat inzwischen Kontakt mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb aha aufgenommen, der für die Müllbeseitigung in der Landschaft zuständig ist. Aber auch das wird vermutlich ein Ärgernis: Denn wenn kein Verursacher festgestellt werden kann, bleiben diese Kosten der Entsorgung einmal mehr an der Allgemeinheit hängen.

Von Oliver Kühn

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