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Sehnde Wieder eine Frau an Spitze der JVA Sehnde
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00:20 07.02.2019
Justizministerin Barbara Havliza (rechts) begrüßt Regina-Christine Weichert-Pleuger in ihrem neuen Amt. Quelle: Oliver Kühn
Sehnde

Von den 506 Häftlingen sind die meisten schwere Jungs – doch die Leitung der Justizvollzugsanstalt (JVA) Sehnde liegt wieder in den Händen einer Frau: Regina-Christine Weichert-Pleuger ist am Montag von Justizministerin Barbara Havliza in ihr Amt eingeführt worden. Havliza betonte dabei die Herausforderungen, vor denen die Einrichtung steht, die mit der Abteilung Burgdorf mit 96 Inhaftierten im offenen Vollzug zu den größten in Niedersachsen gehört. „Das sind extremistische Gefangene, ob links, rechts oder religiös.“ Auch die Sprachenvielfalt nehme zu. Der Radikalisierung im Gefängnis entgegenzutreten, gehöre ebenfalls dazu.

Havliza hatte erst in der vergangenen Woche die Zusammenarbeit mit Imamen der türkischen Religionsbehörde Diyanet gekündigt, weil diese nicht neutral seien. Einer dieser türkischen Beamten war 15 Monate in Sehnde tätig. Weichert-Pleuger ihrerseits kündigte an, dass sie und ihre 330 Mitarbeiter den Gefangenen verstärkt Perspektiven für die Zeit nach der Haft bieten wollen – denn in Sehnde säßen immer mehr Insassen mit kurzen Freiheitsstrafen ein.

Die 55-Jährige ist bereits seit dem 1. November in Sehnde tätig und löste Krimhild Timmermans-Eike ab, die in den Ruhestand gegangen ist. Weichert-Pleuger, die nach eigener Aussage seit 25 Jahren im Vollzug arbeitet, gestand, dass sie nicht nur eine berufliche Veränderung suchte, sondern ihr neuer Arbeitsplatz in Sehnde auch näher an ihrem Zuhause liege. Zuvor war die Frau mit dem markanten Kurzhaarschnitt seit mehr als neun Jahren Leiterin der JVA Rosdorf bei Göttingen, wo nicht nur ein „Tatort“ gedreht wurde, sondern sie seit 2013 die sogenannte Sicherungsverwahrung aufbaute – ein bundesweit beachtetes und erfolgreiches Projekt, wie die Justizministerin betonte. Auch in der Hochsicherungsanstalt Sehnde sitzen Mörder mit einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe ein.

„Die Anstalt hier ist sicher“

Während ihrer Amtszeit in Rosdorf war vor eineinhalb Jahren ein Häftling ausgebrochen, aber bereits nach weniger als 24 Stunden schon wieder in Haft. „Die Anstalt hier ist sicher“, sagte sie vielleicht auch deshalb vor den rund 180 Gästen. Tatsächlich gab es in Sehnde seit Eröffnung der Anstalt vor 15 Jahren noch nie einen Ausbruch. Weil sich das „Anstaltsklientel“ erheblich verändert habe und immer mehr Gefangene mit kürzeren Haftstrafen und ohne Ausbildung einsäßen, wolle sie die Zusammenarbeit des geschlossenen Vollzuges in Sehnde mit dem offenen Vollzug der Abteilung Burgdorf intensivieren. „Wir müssen dazu unsere Palette von Beschäftigungs- und Behandlungsmöglichkeiten überprüfen.“ Dazu gehöre etwa, diesen Gefangenen zum Ende ihrer Haftzeit eine schulische oder berufliche Perspektive zu bieten – bis hin zu einer Arbeitsstelle wie im offenen Vollzug in Burgdorf.

Bürgermeister Carl Jürgen versichert der neuen Leiterin mit einem Augenzwinkern, dass die Türen im Rathaus immer offen stehen: „Anders als bei Ihnen.“ Quelle: Oliver Kühn

In Sehnde gibt es zudem eine eigene medizinische Abteilung für psychisch Kranke und Suchtkranke – viele von der Drogenszene rund um den hannoverschen Raschplatz. Allein drei Mitarbeiter stehen für die Suchtberatung zur Verfügung. Mit diesem Gesundheitsmanagement habe Weichert-Pleugers Vorgängerin Pionierarbeit geleistet, lobt Ministerin Havliza. Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke bot in seinen Grußworten eine Zusammenarbeit mit Bürgerbüro und Standesamt an, die schon lange für Verwaltungstätigkeiten und Eheschließungen in die JVA kommen und sagte mit einem Augenzwinkern: „Bei uns stehen, anders als bei Ihnen, die Türen offen.“

Von Oliver Kühn

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