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Springe Bahn-Projekte in Warteschleife
Aus der Region Region Hannover Springe Bahn-Projekte in Warteschleife
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00:48 02.05.2018
Wann der Schuppen verschwindet, ist aber unklar. Quelle: FOTO: MISCHER
Springe

Zwei große Bahnprojekte hat die Region für Springe auf dem Programm – doch beide sind momentan noch in der Warteschleife. Während sich aber für den Pendlerparkplatz am Bahnhof noch in diesem Jahr etwas tun soll, ist eine Entscheidung über den möglichen Bau eines zweiten Haltepunkts an der Heinrich-Göbel-Straße noch immer nicht absehbar.

Eine halbe Million Euro will die Region Hannover allein für den neuen Parkplatz investieren – es wäre das Ende eines jahrelangen Tauziehens. Ursprünglich wollte ein Investor aus Ostwestfalen-Lippe dieses Vorhaben umsetzen und die Pendler zur Kasse bitten. Doch das Projekt platzte – und die Fläche lag jahrelang brach.

Inzwischen gehört das Gelände der Region, die hier neben dem Parkplatz an der Bürgermeister-Peters-Straße sowie dem an der Jägerallee (hinter dem Bahnhof) weitere Stellflächen schaffen will. Auch für die Finanzierung sieht es gut aus: Das Vorhaben steht in einem Programm des Landes; von dort sollen 348 000 Euro fließen.

Einzig auf den Förderbescheid warte man noch, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann: Der sollte eigentlich schon im Januar kommen. Jetzt müsse man noch so lange darauf ausharren, bis man ein weiteres Dokument in den Händen hält: die Baugenehmigung.

Einen entsprechenden Antrag habe die Region bereits gestellt – doch momentan müsse man noch mit der Deutschen Bahn klären, „unter welchen Bedingungen der Abriss der Bestandsgebäude erfolgen kann“.

Den marodesten der verfallenen Schuppen hatten Stadt und Region schon vor längerer Zeit beseitigt, nur ein Rest steht noch. Ihren Zeitplan haben die Verantwortlichen entsprechend angepasst: Abelmann sagt, man wolle die Arbeiten im Sommer ausschreiben und „in der zweiten Jahreshälfte“ den Bau von 58 der 73 Stellflächen starten. Insgesamt will die Region bis 2021 sogar 2,1 Millionen Euro in das Bahnhofsumfeld stecken. Konkrete Pläne für weitere Umgestaltungen gab es zuletzt aber noch nicht.

Eine Frage der Rentabilität

Offen ist auch, wie es mit dem Deisterpforte genannten zweiten Haltepunkt weitergeht, den die Region gerne direkt am Bahnübergang Heinrich-Göbel-Straße bauen will. Er soll hauptsächlich Anwohner der westlichen Kernstadt ansprechen, die vorwiegend zu Fuß oder mit dem Rad dorthin gelangen müssten: Parkplätze sind jedenfalls kaum eingeplant.

Nachdem eine Finanzplanung der Bahn den Bahnhof für rentabel befand, wird dieser Befund nun geprüft. Eine endgültige Kosten-Nutzen-Rechnung will die Behörde mit der Landesnahverkehrsgesellschaft gemeinsam erstellen. Eine Planungssoftware, die neue offizielle Regelungen und Grundlagen der Analyse umfasst, sei inzwischen erstellt, so Abelmann: „Ein Abstimmungsgespräch bei der Landesnahverkehrsgesellschaft zur Festlegung des Bewertungsrahmens ist vereinbart.“

Danach solle dann die Bewertung selbst erfolgen. Rechnerisch ist das Ergebnis einfach darzustellen: Sobald alle Faktoren einfließen und das Ergebnis den Wert 1 überschreitet, gilt: Der Nutzen ist höher als die Kosten. Passieren, betont Abelmann, könne aber auch nach wie vor das Gegenteil. Dann gäbe es aber keine Fördergelder – und auch keinen Bahnhof Deisterpforte.

Von Christian Zett