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Springe Quilisma sucht das Herz des Waldes
Aus der Region Region Hannover Springe Quilisma sucht das Herz des Waldes
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16:58 04.11.2018
Die Tiere des Waldes und die Holzmenschen finden Frieden.      Quelle: Horst Voigtmann
Springe

 Seitenverkehrt: Bei der Aufführung des Musiktheaterstücks „Das Herz des Waldes“ durchquerten am Wochenende die Schauspieler den weiten Publikumssaal und saßen die Zuschauer auf der Bühne.

Noch bevor die Handlung begann, erschienen zwei der rund 50 Mitwirkenden des Kinderchores Quilisma und stellten eine Frage, die das Stück wie eine Klammer umfasste: „Wird die Amsel das Samenkorn aufpicken oder lässt sie es keimen, damit davon ein Baum entsteht, von dessen Samen über die Jahre ein ganzer Wald wird?“

Der Handlung nach wird der Junge Yona von einem Wolf gebissen. Damit seine Wunde heilt, muss er das Herz des Waldes suchen. Dabei trifft er zunächst auf den verschlagenen Händler Drago, der ihm von dem Mädchen Aria erzählt, das von Wölfen aufgezogen wurde und seither bei ihnen lebt. Sie allein wisse, so Drago, wie man zum Herzen des Waldes komme. Yona solle versuchen, bei den Holzmenschen in der Holzstadt nach Aria zu suchen.

Der Junge macht sich auf den Weg und trifft auf Eboni, die eine besondere Rolle in der Holzstadt spielt, aber kein freundschaftliches Verhältnis zu Aria hat. Denn ihr Herz schlägt für die Tierwelt des Waldes, während Eboni großes Interesse an den Bäumen hat, um daraus die wichtigen Dinge für die Menschen zu machen.

Als Eboni und Aria einander treffen, wird ihre gegenseitige Abneigung in einer wilden Kampfchoreografie verdeutlicht. Aria, die zunächst Yona mit Argwohn begegnet, macht ein paar Schritte auf ihn zu, und nach einer dramatischen Szene, in der der hinterlistige Händler Dragon ein Messer zückt und auf Yona einsticht, ist das Erschrecken der Akteure und des Publikums förmlich zu spüren. Doch Yona ist nicht tot. Er erhebt sich wie benommen vom Waldboden und schließt Freundschaft mit Aria. Tierwelt und Holzmenschen erkennen, wie wichtig es ist, in Frieden miteinander zu leben.

Die Aufführung, für die Regisseur Michael Lohmann die Musik komponiert, den Text geschrieben und auch die Regie geführt hat, löst beim Publikum begeisterten Applaus aus. Chorleiterin Lea Wolpert und viele Eltern der Chorsänger haben mit ihrem Engagement für diese Aufführung zum Erfolg beigetragen. Neben den chorischen Gesängen waren besonders die Solostücke der Hauptdarsteller eine besonders hohe Anforderung an die Quilisma-Kinder, die sie bravourös lösten.

Von Horst Voigtmann