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Springe Geschichten zur WM gibt es im Fußballmuseum
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19:56 26.06.2018
Die Karte hat ein Springer mit Panini-Bildern zum WM-Sieg 1954 mit den Unterschriften der Spieler gebastelt. 
Springe

Alle reden über Fußball. Klar, ist ja Weltmeisterschaft, und am Mittwoch spielt die deutsche Mannschaft gegen Südkorea. Aber im Dachgeschoss über der roten Schule, direkt in der Kernstadt, hängen Tausende Exponate rund um die schönste Nebensache der Welt an der Wand. Jeden Tag. Wilfried Liebhold öffnet für uns die Tür des Fußballmuseums – und redet drauf los.

Darüber, was eine Gewinnermannschaft braucht, über den ersten WM-Sieg einer deutschen Mannschaft 1954 und seine Besuche im einstigen Leistungszentrum der deutschen Mannschaft in Barsinghausen. Und fragt man ihn zum Spiel gegen Südkorea, liefert er auch gleich noch eine Einschätzung.

Im Raum mit den WM-Exponaten gerät Liebhold, einer der Väter des Springer Fußballmuseums und selbst begeisterter Fan und Kicker, ins Schwärmen: Nach der 8:3-Niederlage der deutschen Equipe gegen den Favoriten Ungarn, damals, bei der WM 1954, „glaubte doch keiner, dass die überhaupt eine Chance haben“. Aber sie hatten eine – und wie.

Im Museum hängt übrigens, passend dazu, ein Exponat, das ein Springer selbst gebastelt hat. Panini-Bilder der Spieler der deutschen Mannschaft, handschriftlich sind darauf die Spielergebnisse bis zum Titelgewinn eingetragen – klares Highlight beim Exponat sind die Original-Unterschriften der Spieler darauf, die der Fan während eines Aufenthaltes der Mannschaft in der Sportschule Barsinghausen ergattert hat.

Für die Truppe von 1954 rund um den „Chef“ Sepp Herberger ist Liebhold voll des Lobes. „Sie hatten damals den Vorteil, dass sie auf eine eingespielte Kernmannschaft des FC Kaiserslautern zurückgreifen konnten“, sagt der Fußballkenner. Theoretisch kann auch die aktuelle Nationalmannschaft auf ein Bayern-Gerüst zurückgreifen. „Beim Spiel gegen Mexiko hat das aber gewackelt“, attestiert der Springer der Truppe von Trainer Jogi Löw. Allerdings sieht er die Mannschaft seit dem Spiel gegen Schweden auf einem guten Weg, den Team- und Kampfgeist nun doch noch zu entwickeln, den es braucht, um erfolgreich zu sein.

Liebhold fürchtet allerdings, dass Trainer Löw dazu neigt, die Elf mit seiner schwarzwälderischen Neigung zur Ausgeglichenheit und Harmonie ein wenig einzuschläfern. Er erinnert sich gern an die WM 1974: „Beckenbauer als Spielführer hat seiner Truppe eine derbe Standpauke gehalten – dann waren die Weltmeister.“ Die Daumen drückt Liebhold beim Spiel gegen die Südkoreaner aber dennoch natürlich der deutschen Elf. Ehrensache für einen echten Fußballfan.

Von Ralf T. Mischer