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Springe Trennsystem in der Kanalisation zu teuer
Aus der Region Region Hannover Springe Trennsystem in der Kanalisation zu teuer
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00:52 28.04.2018
S. Quelle: r.mischer@ndz.de
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Springe

Unterirdisch bleibt in der Fünfhausen- und der Nelkenstraße alles, wie es ist. Die Mitglieder des Betriebsausschusses Stadtentwässerung Springe (SES) haben sich in ihrer Sitzung diese Woche mehrheitlich und mit den Gegenstimmen der CDU für eine Beibehaltung des Mischsystems ausgesprochen. Damit folgten sie einer Beschlussvorlage der Stadt und trugen den Vorschlag des Eigenbetriebs Stadtentwässerung mit.

Rund drei Millionen Euro würde eine Umstellung auf ein Trennsystem in diesem Bereich verschlingen, erklärte Betriebsleiter Dieter Erdmann. Denn neben Fünfhausen- und Nelkenstraße müssten sinnvoll auch mindestens die Straßen An der Bleiche, die Friedrichstraße , die Straße Am grünen Brink n vom Misch- auf das Trennsystem umstellen.

Die Arbeiten würden sich über einen Zeitraum von rund zehn Jahren erstrecken. „Und mit dem derzeitigen Personal ist das auch nicht zu schaffen“, so Erdmann. Er brach eine Lanze dafür, das Mischsystem so zu belassen, wie es ist. „Das System entspricht dem Stand der Technik, es ist baulich und wasserrechtlich in Ordnung“, betonte er.

Kritik kam an diesem Vorgehen von den Vertretern der CDU im Ausschuss. „Warum wird denn in den Ortsteilen vom Misch- aufs Trennsystem umgestellt, wenn es offenbar gar nicht nötig ist“, wollte Oliver Groseck (CDU) wissen.  Die Situation, etwa in Bennigsen, sei eine andere, als in der Fünfhausenstraße, sagte Erdmann. Dort sei das Mischsystem im Westen und Norden des Ortes so marode, dass dringender Handlungsbedarf bestände. Der Ortskern des Süllbergorts bleibe hingegen ebenfalls unangetastet. „Ich kann mich mit dem Mischsystem in der Fünfhausenstraße nicht anfreunden“, so Heinrich Freimann (CDU). Schließlich gelange bei starken Regenereignissen durch sogenannte Abschlagwerke auch Schmutzwasser in die Haller.

Das sei aber unproblematisch, weil es stark verdünnt sei und auch rechtlich völlig in Ordnung, erklärte Erdmann. Dennoch sei es ökologisch sinnvoll, auf ein Trennsystem umzustellen, verwies Freimann auf eine jüngst von den Grünen im Bundestag gestellte kleine Anfrage zur Wasserqualität.

„Wir können gewährleisten, dass wir das Grundwasser sauber halten“, erklärte Fachdienstleiter Gerd Gennat. Mit dem Geld aber, das in einen Umbau des Mischsystems in ein Trennsystem fließen würde, könne an anderen Stellen viel mehr Gutes getan werden.

Saniert werden indes im Bereich der Fünfhausenstraße Nord zehn sehr marode Hausanschlüsse kündigte Erdmann an. Deren Zustand sei so schlecht, das nicht länger gewartet werden könne. Die Maßnahme könne isoliert gemacht werden und koste rund 100 000 Euro. Möglicherweise müsse auch ein kleiner Abschnitt de bislang bestehenden Kanals noch saniert werden. Das müsse per so genannter Inliner-Untersuchung allerdings erst noch geklärt werden, sagt der Betriebsleiter.

Von Anne Brinkmann-Thies

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