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Springe Verwaltung wehrt sich gegen wachsende Kritik am Feuerwehrhaus
Aus der Region Region Hannover Springe Verwaltung wehrt sich gegen wachsende Kritik am Feuerwehrhaus
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00:17 23.06.2018
Zu klein, nicht funktional und deshalb nicht zukunftsfähig: Etliche Mitglieder der Ortsfeuerwehr Bennigsen sind mit dem neuen Feuerwehrhaus gar nicht zufrieden. Quelle: Mischer
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Bennigsen

Was ist beim Neubau des Feuerwehrhauses Bennigsen alles falsch gelaufen? Oder ist am Ende gar nichts falsch gelaufen? In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses gab es zwar zahlreiche Antworten – das Thema wirkt jetzt aber verworrener denn je.

Eine Gruppe von Feuerwehrleuten aus Bennigsen machte ihrem Ärger in der Sitzung Luft. In dem Neubau würden 150 Quadrater Raum fehlen, die Akustik sei schlecht, es seien zu wenig Spinte vorhanden, die Schwarzweiß-Trennung der Einsatz- und Alltagskleidung sei nicht möglich. „Den Aufenthaltsraum können wir zum Beispiel gar nicht nutzen“, beschwerte sich ein Kamerad.

Verwaltung sieht keine Mängel

Die Verwaltung hält dagegen: „Aus unserer Sicht gibt es derzeit keine Mängel.“ Bau-Chef Jörg Klostermann wörtlich: „Das Gebäude ist vollkommen funktionsfähig und entspricht den Richtlinien.“ Gebetsmühlenartig wiederholte Hochbauamtsleiter Reinhard Borchardt in der Sitzung, die Stadt habe das Objekt „nicht selbstherrlich“ geplant oder erstellt: „Es war immer alles abgestimmt" – und zwar nicht nur mit der Politik, sondern ebenso mit den Spitzen der Ortswehr Bennigsen und der Stadtfeuerwehr.

Anders formuliert: „Nicht wir haben gesagt, wie groß was wird. Das waren Sie!“, so Borchardt. Er sei über die in den vergangenen Wochen immer lauter werdende Empörung verwundert: „Wir hatten bis zum Schluss eigentlich nur Lob gehört.“

Kosten von 1,5 Millionen Euro

Der 1,5 Millionen Euro teure Komplex ist fast fertig. Nur auf dem Außengelände sind noch Arbeiter unterwegs: Bis zum morgigen Freitag sollen die letzten Pflastersteine verlegt werden, anschließend müssen die Rasenflächen eingesät und dann die Landschaftsbauarbeiten abgenommen werden. Zu einem späteren Zeitpunkt soll bei der Beleuchtung nachgesteuert werden – sie wird auf LEDs umgestellt. Aus Sicht der Verwaltung ein Volltreffer: „Die berechneten Kosten konnten trotz der enormen Steigerung in der gesamten Baubranche eingehalten werden."

Bau in Eldagsen doppelt so teuer

Ein weiterer Vorwurf der verärgerten Feuerwehr-Männer: Vorgaben der Feuerwehr-Unfallkasse wurden missachtet. "Stimmt so nicht", entgegnete auch hier die Verwaltung: Die Unfallkasse habe die Baupläne abgesegnet, Einwände habe es nicht gegeben. Eine Endabnahme sei nicht erfolgt – aber nur, weil die Unfallkasse sie für nicht erforderlich hält. Hochbauamtsmitarbeiter André Malkowski: „Wir haben extra nachgefragt.“ Das Haus werde erst in ein paar Jahren turnusgemäß begutachtet.

Für Unmut sorgt bei den Bennigsern auch, dass der Feuerwehr-Neubau in Eldagsen doppelt so teuer wird wie der in Bennigsen. „Wir möchten kein böses Blut. Aber vielleicht sollte sich die Politik mal Gedanken machen, was sie hier veranstaltet. Wie sind genauso viele Aktive wie in Eldagsen“, beschwerte sich ein anderer Brandschützer. Ein Schuh, den sich Hendrik Bennecke (Freie Wähler) nicht anziehen wollte. Auch er verwies darauf, dass beide Verfahren maßgeblich von Vertretern der Feuerwehr begleitet worden seien.

Bau-Chef sucht Gespräch

Bau-Chef Jörg Klostermann bot den Kritikern am Ende an, sich zu einem internen Gespräch zu treffen: „Wir sollten klären, woher die Diskrepanzen kommen.“ Ziel sei, dass die Brandschützer nicht nur „gut arbeiten, sondern sich auch wohlfühlen können“.

Von Marita Scheffler

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