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Springe Naturfreund wünscht sich Lichtshow statt Knallerei
Aus der Region Region Hannover Springe Naturfreund wünscht sich Lichtshow statt Knallerei
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18:45 30.12.2018
„Mir ist eine Debatte über das Thema wichtig“: Bernd Schönebaum. Quelle: Foto: Ralf T. Mischer
Springe

Er möchte niemandem Vorschriften machen – aber eine Debatte anstoßen: Bernd Schönebaum wünscht sich, dass sich die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Bürgern Gedanken darüber macht, wie künftig das neue Jahr begrüßt wird. Denn von Böllern, Raketen und Co. hält er persönlich nichts, findet sich damit bislang aber ab. Einen Dialog, so meint er, solle es zu dem Thema aber trotzdem geben.

„Ich kann mir vorstellen, dass viele Leute die Knallerei, die Silvesternacht wieder zu hören sein wird, nicht mögen“, sagt Schönebaum, der sich selbst als Naturliebhaber bezeichnet und der manchmal Frösche rettet, die auf der Straße drohen, von Autos überfahren zu werden. Ihm missfällt die Knallerei nicht nur aus Sicherheitsgründen: „Ich wohne in einem Holzhaus, da muss ein Feuerwerkskörper nur mal ungünstig eintreffen, da schwitzt man schon.“ Tatsächlich habe er keine Angst vor der Böllerei, aber ihm missfalle das ungleiche Maß, mit der in der öffentlichen Debatte gemessen werden: Einerseits spreche die Gesellschaft beim Thema Diesel über Fahrverbote, andererseits werde die Feinstaubbelastung an Silvester überhaupt nicht thematisiert.

Müllberge bleiben zurück

Und auch die Müllberge nach der Silversternacht auf den Straßen stoßen ihm bitter auf. Besonders negativ fällt Schönebaum dabei auf, dass nicht nur in der Stadt, sondern auch immer öfter im Wald geböllert werde. Für die Tiere bedeute das Stress pur und die Feuerwerkskörper blieben nach dem Abrennen einfach so in der Natur liegen. „Richtig schön ist das nicht!“

Schönebaum: „Ich will kein Spielverderber sein, aber mir ist eine Debatte über das Thema wichtig.“ Sein Vorschlag: Statt vieler kleiner, privater Feuerwerke könnte sich Schönebaum vorstellen, dass ein großes Feuerwerk für alle Springer an einem zentralen Platz abgebrannt wird. Oder dass es eine zen-trale Lichtshow gibt: „Einer Stadt wie Springe, die sich mit Heinrich Göbel als Stadt des Lichts präsentiert, stünde das gut zu Gesicht.“ An einer solchen Show, so glaubt der Springer, könnten alle Freude haben. An der Böllerei, davon ist er überzeugt, haben nicht alle Freude. Viele störten sich mittlerweile am Krach und am Rauch, gibt er zu Protokoll.

Es gibt Alternativen, meint Schönebaum

Alternativen jedenfalls, davon ist Schönebaum überzeugt, gebe es genug. Man müsse sich nur im Klaren darüber sein, ob man sie will oder nicht. „Und man muss sich Gedanken darüber machen, ob man die Auswüchse, wie wir sie aktuell haben, will oder nicht.“

Bundes- und landesweit werden in Sachen Böllern in der Innenstadt keine ganz konkreten Vorschriften gemacht, die Stadt hat einen großen Ermessensspielraum, was das Aussprechen konkreter Verbote angeht. Lediglich bei Häusern mit Reetdach steht ausdrücklich, dass sie brandgefährdet sind und daher zumindest in direkter Nähe keine Böller geworfen oder Raketen abgeschossen werden dürfen. Bei Fachwerkhäusern, wie sie etwa auch in der Kernstadt stehen, sieht die Sache allerdings schon wieder ganz anders aus.

Von Ralf T. Mischer