Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Springe Ambulanz reduziert vor endgültiger Schließung die Öffnungszeiten
Aus der Region Region Hannover Springe Ambulanz reduziert vor endgültiger Schließung die Öffnungszeiten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:40 29.10.2018
Das Aus für die Notfallambulanz ist bereits beschlossene Sache – jetzt werden schon einmal die Öffnungszeiten reduziert. Quelle: Ralf T. Mischer
Springe

Vom Pilotprojekt mit möglichst großer Ausstrahlung zum Auslaufmodell mit deutlichen Verfallserscheinungen: Die Notfallambulanz im Krankenhausgebäude hat seit ihrer Eröffnung vor drei Jahren einen rasanten Tiefflug erlebt. Zwei Monate vor dem endgültigen Aus werden jetzt die Öffnungszeiten deutlich eingedampft.

Statt 168 Stunden pro Woche, also rund um die Uhr, öffnet die Einrichtung ab Donnerstag nur noch 78 Stunden – also weniger als die Hälfte. Besonders bemerkbar macht sich das unter der Woche: Montags bis donnerstags läuft der Betrieb nur noch zwischen 14 und 22 Uhr; freitags von 10 bis 22 Uhr. Sonnabends und sonntags ist zwischen 8 und 24 Uhr geöffnet.

Grund ist laut Klinikum „Anpassung an Nutzungsgewohnheiten“

Als Grund für die Reduzierung nennt das Klinikum Region Hannover (KRH) eine „Anpassung an Nutzungsgewohnheiten“. Es habe „wochentags so gut wie keine Besuche nach 22 Uhr und an Wochenenden so gut wie keine Besuche mehr nach 24 Uhr“ gegeben: Zudem stünden „an Werktagen die Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte“ zur Verfügung. Detailliert geplant ist das Aus in jedem Fall: Die Einrichtung schließt am 31. Dezember um Punkt 18 Uhr.

Dann endet ein Experiment, das von Anfang an auch ein politisches Zugeständnis nach der Schließung des Krankenhauses war. Das KRH hat für das Projekt jedes Jahr mehr als eine Million Euro allein für Personalkosten hingelegt. Trotz andauernder Kritik insbesondere vonseiten der Krankenkassen gab es bislang vom zuständigen Sozialministerium eine Sondergenehmigung für den Betrieb der Ambulanz.

Weitere Prüfungen eröffnen keine Chance auf Weiterbetrieb

Im Hinterkopf hatten die Verantwortlichen dabei mögliche Gesetzesänderungen auf Bundesebene, die einen Weiterbetrieb oder eine Weiterentwicklung möglich gemacht hätten. „Diese Erwartung hat sich nicht erfüllt“, bilanziert das KRH jetzt.

Selbst weitere Prüfungen und Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung hätten „keine Variante“ aufgezeigt, mit der man die zusätzliche Notfallversorgung in Springe hätte aufrechterhalten können, bilanziert das KRH.

Von Christian Zett