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Springe Notfallambulanz in Springe wird geschlossen
Aus der Region Region Hannover Springe Notfallambulanz in Springe wird geschlossen
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19:43 24.06.2018
Das endgültige Aus der Notfallambulanz in Springe ist besiegelt. Quelle: Mischer
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Springe

Die Notfallambulanz wird Ende des Jahres geschlossen werden. Die Region hat beim Land keinen Antrag auf Verlängerung gestellt. Die Mitarbeiter wurden bereits über die Schließung informiert.

„Wir fühlen uns von der Region verarscht“, sagte Tim Schmelzer (CDU) während der jüngsten Ratssitzung. Hannover habe offenbar das Ziel, Springe abzuhängen. Als die Region gegründet worden sei, hätte man sich etwas anderes auf die Fahnen geschrieben. „Aber das ist die Politik von Herrn Jagau.“

Bürgermeister Christian Springfeld konnte das Aus der Notfallambulanz bestätigen und pocht darauf, in Springe ein Gesundheitshaus zu schaffen. Ziel sei es, in einem Gebäude mehrere Ärzte, Physiotherapeuten oder auch Apotheker zu vereinen.

Die Mitarbeiter aus der Notfallambulanz sollen nach Gehrden in das Klinikum wechseln, teilt das Klinikum Region Hannover (KRH) auf Nachfrage mit. Entlassen würde niemand, sagt Sprecher Bernhard Koch. Eine mögliche Verlängerung der Einrichtung sei im KRH kein Thema mehr gewesen.

Die Entscheidung, die Ambulanz im ehemaligen Krankenhaus zu schließen, sei nicht in Springe getroffen worden, sondern hänge an Region, Land und Bund, sagte Springfeld.

Um die Akteure im Gesundheitsbereich zu vernetzen, hat sich bereits ein Gesundheitsforum gegründet. Gemeinsam mit Ärzten, Politikern oder auch Vertretern von Pflegedienstleistern wurden Ideen für den Gesundheitsstandort Springe diskutiert. „Wir haben ein Forum geschaffen, in dem alle gemeinsam ihre Wünsche artikulieren, aber sich auch austauschen und vernetzen können, wir haben uns regelmäßig getroffen. Auch wenn es etwas dauert: Wir machen weiter.“ Klar ist aber auch: Die Stadt kann kein Krankenhaus bauen. „Was wir tun können, ist einen bestmöglichen Rahmen zu schaffen und die Situation nicht zu verschlechtern.“

Erste Ideen für Gesundheitshaus

Auch vor dem Hintergrund der immer älter werdenden Ärzte in Springe brachte Springfeld die Idee eines Gesundheitshauses ins Spiel. „Wir müssen die räumlichen Voraussetzungen bieten. Was ich jetzt schon sagen kann: Es sieht nicht schlecht aus, dass wir mehrere Dienste in einem Haus bündeln können.“ Zwei konkrete Ideen stünden dafür bereits im Raum, noch sei aber keine der beiden Optionen spruchreif genug, um damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Die möglichen Standorte würden im Detail geprüft. „Nicht zur Debatte steht aber das ehemalige Krankenhausgebäude.“ Und dafür wünscht sich Springfeld endlich eine konkrete Antwort der Region, was mit dem Ende des Jahres leer stehenden Gebäude passieren soll. Er selbst habe bereits mehrere Interessenten an die Region vermittelt – das sei aber bis jetzt ins Leere gelaufen. „Wir müssen uns jetzt Gedanken machen und brauchen dafür eine Aussage der Region.“

Ideen für eine Nachnutzung habe er einige: „Eine Kombination aus Kita und Altenwohnen wäre ein tolles Modell, das ich mir gut vorstellen könnte.“ Eine weitere Möglichkeit sei die Einrichtung eines neuen Tagungshotels. „Octapharma zum Beispiel hat oft internationale Gäste im Ort und sie wissen nicht, wo sie sie unterbringen können“, sagte Springfeld. „Die Region zieht sich gerade etwas zurück und schiebt die Schuld auf uns, und das lasse ich nicht auf mir sitzen.“ Mit Hochdruck werde daher weiter an dem Konzept zum Gesundheitshaus gearbeitet. „Wir tun alles, um die Rahmenbedingungen und ein Zukunftsmodell zu entwickeln, wir tun etwas und gucken nicht nur zu.“

Die Regionsmehrheit aus CDU und SPD habe in ihrem Koalitionsvertrag eine entsprechende langfristig angelegte medizinische Versorgung festgeschrieben. Was dafür noch fehlt, sei der Rahmen, sagte Springfeld. Wenn der aber stünde, sei die Region verpflichtet, mit einzusteigen und sich mit einem Baustein an der Einrichtung zu beteiligen – zum Beispiel einer 24-Stunden-Versorgung.

Von Saskia Helmbrecht

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