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Springe Politik will Auflagen für Bauherren lockern
Aus der Region Region Hannover Springe Politik will Auflagen für Bauherren lockern
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18:51 13.02.2019
Ein Blick auf Häuser im Bereich des Wohngebiets Großer Graben – geht es nach CDU und SPD, ist eine einheitliche Dachfarbe nicht zwingend erforderlich. 
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„Wir wollen nicht die rechtlichen Belange außer Kraft setzen – wollen aber auch keine uniformen Baugebiete“, sagte sie im Planungs- und Umweltausschuss.

Politik und Verwaltung sollten miteinander ins Gespräch kommen, forderte Henkels. Konkret sei es wünschenswert, dass bei der Aufstellung von Bebauungsplänen Gesprächspartner aus den Ratsfraktionen hinzukämen. Was dann in jedem einzelnen Gebiet an Bauvorschriften über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehe, solle von der Verwaltung detailliert begründet werden, sagte Ratsherr René Bennecke (SPD).

Der Antrag ziele auf mehr Bürgerfreundlichkeit, ergänzte Henkels. Und Inka Feuerhake (CDU) mahnte: „Es vergrätzt Bauwillige, wenn potenzielle Bauherren zu stark eingeschränkt werden“. Ein schönes Beispiel von individuellem Bauen sei das Gebiet Zum Lüdekenwinkel in Eldagsen, wo es auch bunt gemischte Dachfarben gebe.

Eine andere Sicht nahm Elke Thielmann-Dittert (Grüne) ein. „Ich denke nicht, dass es schädlich ist, Dachfarben und vielleicht auch Fassaden vorzugeben“, sagte sie und fragte: „Soll es denn wirklich Kraut und Rüben geben?“ Die örtlichen Bauvorschriften lassen ihrer Meinung nach schon jetzt genug Spielmöglichkeiten zu.

Stadt hält Antrag für unnötig

Stadtplanerin Susan Demelius, die den erkrankten Bauamts-Chef Jörg Klostermann in der Sitzung vertrat, wollte den SPD/CDU-Antrag vertagen. „Das Thema ist viel komplexer, als wir es hier besprechen können“, sagte sie. Der Fachdienst könne am Beispiel von geplanten oder bereits erschlossenen Baugebieten seine Entscheidungen für B-Pläne erläutern. Die Stadt hatte zunächst empfohlen, den Antrag als unbegründet zurückzuweisen – ein Schritt, der bei den Antragstellern für Unmut sorgte.

Thielmann-Ditterts Antrag, eine Abstimmung auf die nächste Sitzung zu verschieben, lehnte der Ausschuss mit den Stimmen der CDU und der SPD ab. Beide Fraktionen mit der Gegenstimme der Grünen wehrten sich dann erfolgreich gegen die von der Stadt erhoffte Ablehnung. Und sorgten so dafür, dass der Antrag nun zustimmend in den Verwaltungsausschuss am 28. Februar wandert.

Von Anne Brinkmann-Thies