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Springe Frei laufende Katzen sollen kastriert werden
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00:18 28.06.2018
Der Rat hat eine Katzenschutzverordnung auf den Weg gebracht, die eine Kastrationspflicht für frei laufende Katzen vorsieht.  Quelle: Foto
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Springe

Der Rat der Stadt hat die Katzenschutzverordnung auf den Weg gebracht, die eine Kastrationspflicht für frei laufende Katzen vorsieht – mit leichten Änderungen an der von der Verwaltung entwickelten Vorlage.

Für CDU-Fraktionschef Wilfred Nikolay ist die neue Satzung auch eine Kostenfrage: „Wir werden im Haushalt Mittel einstellen müssen“, sagte er. Und verlangte, zu erfahren, wie hoch diese Mittel sind – und wie sie angesichts prekärer Haushaltslage aufgebracht werden sollen. Für ihn ist klar: „Das geht nicht zum Nulltarif.“

Elke Thielmann-Dittert (Grüne) glaubt indes nicht, dass es „Riesensummen“ seien, die die Einführung der neuen Satzung die Stadt kosten wird. Sie glaubt, dass allein die Einführung der Satzung dazu führen wird, dass viele Katzenhalter ihre Tiere von sich aus kastrieren lassen werden – ohne, dass die Verwaltung einschreiten müsse.

Nikolay argumentierte grundsätzlich: „Wenn Vorschläge aus der Politik kommen, die Geld verursachen, erwarte ich einen Vorschlag zur Gegenfinanzierung“, sagte er. Solange es den nicht gebe, werde seine Fraktion der Katzenschutzverordnung nicht zustimmen.

Seine Parteikollegin Elke Riegelmann indes brachte noch einen anderen Aspekt des Themas aufs Tapet: Sie ist der Überzeugung, dass die massenhafte Kastration wild lebender Katzen das Verhalten der Tiere ändern wird. Gleichzeitig appellierte sie an die Springer, „Katzen, die draußen herumlaufen, nicht zu füttern“. Sie ist davon überzeugt, dass die massenhafte Vermehrung der Streuner-Katzen erst durch diesen Umstand zustande kommt. „Ich halte das für sehr problematisch“, sagte sie.

Vorab hatte Ursula Schulz-Debor von den Grünen die unkontrollierte, rasche Vermehrung der Streuner-Population als Argument für die Kastrationspflicht in der Katzen-Verordnung ins Feld geführt: „Die Tiere werden krank und sterben qualvoll“, beschrieb sie die Folgen dieser Entwicklung. Die Grünen hatten den Antrag zum Erlass einer Katzenschutzverordnung im Rat auf den Weg gebracht.

Schulz-Debor zog gleich zu Beginn der Aussprache die Kritik von Ulrich Kalinowski (CDU) auf sich: „Ich sehe keinen Sinn darin, eine Verordnung zu erlassen, die nicht überprüft werden kann.“ SPD-Fraktionschef Bastian Reinhardt indes wollte einen Teil aus der Verordnung streichen. Nämlich den, der Bürger dazu verpflichtet, der Verwaltung Zugang zu dem Gelände zu verschaffen, auf dem die Katzen leben oder vermutet werden – um die Tiere zu kontrollieren oder abzuholen. Sehr zum Missfallen von Matthias Lenz (FDP). „Diese Passage muss bleiben, sonst wird die Verordnung sinnlos“, argumentierte er. Er konnte sich aber nicht durchsetzen: 23 Ratsmitglieder stimmten für die Streichung der Passage, neun dagegen, zwei enthielten sich.

Zur Diskussion stand der Kostenaufwand, den die Kastrationspflicht verursacht. Hanna Kahle von der Verwaltung betonte, dass sich der noch nicht seriös abschätzen lasse: Immerhin komme es auf die Zahl der Hinweise auf unkrastrierte Freigängerkatzen an. Nikolay bekräftige, dass es nicht um die Höhe der möglichen Kosten gehe – sondern darum, dass kein Finanzierungsvorschlag vorliege.

15 Ratsmitglieder stimmten gegen die Satzung, darunter vor allem die CDU-Fraktion. Eine Mehrheit aus 18 Ratsmitgliedern aus FDP, Grünen und SPD stimmte dafür – ohne den Absatz, der es Stadtmitarbeitern erlauben sollte, Grundstücke zu betreten, auf denen unkastrierte Freigänger-Katzen leben.

 

Von Ralf T. Mischer

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