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Springe Springer Jahrbuch berichtet von Jubiläen und Sensationen
Aus der Region Region Hannover Springe Springer Jahrbuch berichtet von Jubiläen und Sensationen
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19:53 25.10.2018
Wirbt fürs neue Jahrbuch: Rolf Brings vom Verein für die Stadtgeschichte Springes. Quelle: foto: Ralf T. Mischer
Springe

Er hat es wieder gemacht: Rolf Brings vom Verein für Stadtgeschichte hält die neuste Ausgabe des Springer Jahrbuchs in der Hand. Auf 160 Seiten veröffentlichen darin 22 Autoren den neusten Forschungsstand zu Themen der Lokalgeschichte – aber auch zu Jubiläen von Vereinen und Einrichtungen, wie etwa zum 50. Geburtstag des Otto-Hahn-Gymnasiums in Springe.

Stolz auf Bericht über das römische Marschlager Wilkenburg

Besonders stolz ist Brings, Chef des Vereins für Stadtgeschichte und zugleich Herausgeber des Jahrbuchs, dass ein Beitrag über das römische Marschlager von Wilkenburg im Inhaltsverzeichnis steht. Verfasst wurde der von dem Archäologen Friedrich-Wilhelm Wulf. Für Brings ist das Thema deshalb besonders wichtig, weil er mit dem Vorurteil aufräumen möchte, dass es die Römer nicht in die Gegend um Springe geschafft hätten. Das Gegenteil ist nämlich der Fall, wie Befunde von Ausgrabungen, unter anderem bei Wilkenburg, 17 Kilometer entfernt von Springe, unter Beweis stellen. „Das Lager war so dicht an Springe, das finde ich toll.“

Von historischen Jahrestagen und Jubiläen

Aber nicht nur über die Römer können die Leser des Springer Jahrbuchs etwas erfahren, auch etliche historische Jahrestage werden in dem Band gewürdigt, unter anderem 200 Jahre Göbel mit Beiträgen von Friedrich Schröder, Heiko Eppens und dem Göbel-Sänger Ralf Grabowski, 200 Jahre Klosterkammer mit einem Beitrag von Andreas Hesse, Stephan Lüttich und Rita Hoheisel. Und auch der Geburtstag des Otto-Hahn-Gymnasiums wird in einem Beitrag von Schulleiterin Kerstin Prietzel gewürdigt.

Auch Bericht über Band Lars & Friends dabei

Platz findet überdies ein Artikel über die „Band mit Kultstatus“ Lars and Friends, den Dieter Gömann verfasst hat. Und Friedhelm Lüdersen schreibt über die Erfolgsgeschichte des Dorfkulturerbes in Altenhagen I. Es ist also eine Menge Lokalkolorit im Jahrbuch zu finden. Der Historiker Jürgen Frölich befasst sich schließlich in seinem Beitrag mit dem Liberalismus in Niedersachsen während der Zeit der Weimarer Republik. „Es war mir wichtig, dass wir diese Zeit im Jahrbuch haben“, sagt Brings. Deshalb bat er den Forscher, der für das Archiv des Liberalismus der Friedrich-Naumann-Stiftung aktiv ist, dazu einen Beitrag für das Buch zu schreiben. Außerdem wartet das Buch mit einem Bericht über das DRK-Haus in Springe, das Stuhlmuseum in Eimbeckhausen, einem Text über den Uhu in Springe von Michael Borgolte vom Nabu und mit einem Beitrag von Udo Mierau über Köllnischfeld auf. Den Abschluss bildet eine Buchbesprechung von Nikolaus Strube, der sich mit Susanne Schillings Biografie über den Staatsmann Ernst Graf von Münster befasst hat.

Von A wie Alferde bis U wie Uhu

Kleine Kostprobe gefällig? Rund 1000 Jahre ist die St.-Nicolai-Kirche in Alferde alt. Der Wehrturm stammt aus dem 14. Jahrhundert, das Vortragekreuz aus dem 15. Jahrhundert, und der Taufstein von 1598. Während des Dreißigjährigen Kriegs war das Bauerndorf bitterarm, lässt Gudrun Kreier ihre Leser in ihrer Kurzgeschichte über Alferde wissen: „Der Ort hatte viel unter den herumziehenden Kriegshorden zu leiden. Ein Grund dafür war die Lage an der ,Großen Casseler Heerstraße’, der heutigen B 3.“

Bis 1967 war Alferde selbstständig. Dann folgte der Zusammenschluss mit Eldagsen, Wülfingen und Mittelrode zur Samtgemeinde Hallermund. Das Gebilde bestand nur kurz: Seit der Gebietsreform 1974 ist Alferde „nur“ noch ein Ortsteil von Springe.

Das Jahrbuch für die Stadt und den Altkreis Springe ist auf 155 Seiten reichlich bebildert. Es kostet, wie in den Vorjahren, 5 Euro und ist unter anderem in der Geschäftsstelle der „Neuen Deister-Zeitung“, Bahnhofstraße 18, erhältlich.

Exkursionen geplant

Der „Förderverein für die Stadtgeschichte von Springe“ um Rolf Brings organisiert regelmäßig Exkursionen. So führt ein am 26. Oktober Ausflug nach Flegessen, zur St.-Petri-Kirche mit Abschluss im Hof-Café in Flegessen, ein weiterer am Freitag, den 2. November, zur Kirche in Jeinsen. Die Exkursion am Sonnabend, 3. November, hat das alte Römerlager in Wilkenburg als Ziel.

Von Ralf T. Mischer