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Springe 38-Jähriger verkauft Waren übers Internet – ohne sie zu liefern
Aus der Region Region Hannover Springe 38-Jähriger verkauft Waren übers Internet – ohne sie zu liefern
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19:45 30.01.2019
Wegen Betruges ist ein Springer vom Amtsgericht zu zehn Tagessätzen in Höhe von je 60 Euro verurteilt worden. Quelle: Foto: Archiv
Springe

Auf einer Verkaufsplattform im Internet hat ein 38-jähriger Springer eine ganze Palette von Artikeln verkauft – und dabei seine Kunden betrogen. Denn für ein Tonbandgerät, eine Musikanlage und einen Schlüsselanhänger mit dem Symbol eines Luxusautos kassierte der Mann das Geld, ohne jedoch die Gegenstände auch an die Käufer zu verschicken. Für diesen Betrug wurde er nun vorm Springer Amtsgericht zu einer Geldstrafe in Höhe von 600 Euro verurteilt.

Um 106 Euro wollte der Angeklagte einen Kunden prellen, dem er im Januar vergangenen Jahres ein Tonbandgerät verkaufte. Als der neue Eigentümer vergeblich auf das Paket wartete, hatte der Springer immer wieder Ausreden parat, warum er die Ware nicht liefern könne. Es habe einen Todesfall in seinem Umfeld gegeben, gab er zu seiner Entschuldigung in einem Chat-Dialog bezüglich des Verkaufs an.

Vor Gericht wollte der 38-Jährige das unterbliebene Versenden der Ware nun stattdessen zunächst damit erklären, dass der Kunde besonders viele Wünsche an die Verpackung für den Transport gehabt habe. „Er wollte eine ganz spezielle Folie.“ Schließlich aber räumte der Mann ein: „Die Sache ist mir über den Kopf gewachsen“. Rund 120 Artikel habe er im vergangenen Jahr über eine Internetplattform veräußert – und eben diese drei Artikel vergessen zu verschicken.

Dem Kunden, der bis zuletzt vergeblich auf sein Tonbandgerät wartete, habe er das Geld schließlich zurücküberwiesen. Das allerdings geschah erst nach zehn Monaten.

Die Rücküberweisung habe er auch für eine nicht verschickte Musikanlage geplant, für die ihm der Käufer 50 Euro bezahlt hatte. „Ich hatte aber keinen Chat-Verlauf mehr und damit auch keine Kontoverbindungen“, erklärte er. Aus Versehen nämlich habe er den betreffenden Verlauf gelöscht. Aus diesem Grund habe der Kunde weder den gewünschten Artikel noch eine Rückerstattung bekommen können. Erklärt habe er dem Käufer allerdings, die Lieferung verzögere sich wegen eines Auslandaufenthalts, hielt ihm die Strafrichterin im Prozess entgegen. Und sie folgerte: „Eine Ausrede jagt bei Ihnen die nächste“.

Denn auch bei dem dritten Fall, bei dem ein Käufer für einen gewünschten Autoschlüsselanhänger 15 Euro bezahlt hatte, soll es laut dem Angeklagten ein „Schicksalsschlag“ gewesen sein, der die Zusendung verhinderte. Dieser Käufer jedoch informierte die Polizei. Erst auf deren Betreiben hin verschickte der Springer schließlich den Anhänger.

„Ich habe sonst immer prompt die bezahlten Artikel an die Kunden verschickt“, rechtfertigte sich der Mann. Das Gericht ließ schließlich auch den Tatvorwurf des gewerbsmäßigen Betrugs für die beiden nicht versendeten Artikel fallen und verurteilte den Mann, der bislang keinerlei Vorstrafen hat, wegen dreifachen Betrugs. Dabei blieb die Richterin mit 60 Tagessätzen à 10 Euro unter dem von der Staatsanwältin geforderten Strafmaß von 90 Tagessätzen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Von Anne Brinkmann-Thies