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Springe Kauft die Stadt einen Radar-Anhänger?
Aus der Region Region Hannover Springe Kauft die Stadt einen Radar-Anhänger?
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00:33 28.03.2018
Der sogenannte „Enforcement Trailer“ ist im Stadtgebiet Hannover bereits im Einsatz. Nun überlegt auch die Stadt Springe den Kauf. Quelle: Gröpper/Vitronic
Springe

Raser können sich seit Jahresbeginn in Springe etwas sicherer fühlen – zumindest werden sie seltener kontrolliert: Denn die Region Hannover stellt ihre Geräte nicht mehr im Stadtgebiet auf, seit die Stadt ihr den Blitzer-Vertrag gekündigt hat. Nun will man im Rathaus endlich selbst aktiv werden. Bis Juni soll die Politik entscheiden, welche Tempomessgeräte genau die Stadt anschafft.

Wie berichtet hatte der Rat schon im Januar mit der Verabschiedung des Haushalts Geld für eigene Blitzgeräte freigegeben: Für ­120.000  Euro, hieß es damals in einem Konzept, sollten zwei fest installierte Säulen sowie ein Messgerät angeschafft werden. Inzwischen hat man in der Verwaltung allerdings etwas umgeplant. „Die preislichen Unterschiede bei mobilen und festen Geräten sind gar nicht so groß“, sagt Ordnungsamts-Chef Werner Mosch. Mobile Blitzer haben den Vorteil, dass sie nicht ganz so berechenbar sind für Autofahrer.

Allerdings hatte die Stadt bislang immer auf die hohen Kosten für Personal verwiesen, das das Gerät vor Ort betreuen muss. Doch hier hat die Technik Fortschritte gemacht: Schon länger setzen etwa die Polizei und die Stadt Hannover ein Gerät ein, das auch die Region schon in Springe getestet hatte: den sogenannten „Enforcement Trailer“ – ein schwerer, stabiler Blitzer, der tagelang ohne Personal vor Ort im Einsatz sein kann. Bewegt werden kann er als Anhänger eines normalen Autos.

Selbst entscheiden will die Stadt über die Einsatzorte des neuen Blitzers. Die Auswahl ist, das betont auch Bürgermeister Christian Springfeld, geringer als man denken könnte: Denn die Stadt kann nicht einfach nach Belieben ihren mobilen Blitzer aufbauen. Stattdessen müsse man sich mit der Polizei abstimmen. „Es ist gar nicht so einfach, einen Standort genehmigt zu bekommen“, sagt Springfeld. „Deshalb gibt es die auch nicht wie Sand am Meer.“ Eine Richtlinie des Landes gibt etwa vor, dass es sich bei den Messpunkten um Unfallschwerpunkte oder Gefahrenstellen handeln muss, „an denen wiederholt wichtige Verkehrsregeln missachtet werden und die nicht durch verkehrstechnische Vorkehrungen zu entschärfen sind“. Der Vorteil: Im Stadtgebiet gibt es schon einige Punkte, die etwa die Polizei oder die Region regelmäßig angesteuert haben und die deshalb bereits genehmigt sind. Dazu gehören etwa die B 217 in Höhe Völksen (Tempo 80) oder auf der Springer Umgehung (Tempo 100), aber auch der Bereich Adolf-Reichwein-Straße/Johann-Heinrich-Schröder-Straße in der Kernstadt, wo sich gleich mehrere Kindergärten und Schulen befinden. Ebenfalls ins Auge gefasst hat man im Rathaus außerdem die Ortsdurchfahrt Wülfinghausen, wo Messungen zahlreiche Verstöße ergeben hatten.

Von Christian Zett