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Springe Stadt will neue Notunterkunft
Aus der Region Region Hannover Springe Stadt will neue Notunterkunft
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19:33 06.11.2018
Zweigeteilt: Eine Hälfte der Notunterkunft soll neu gebaut werden. Quelle: Ralf T. Mischer
Springe

Ein Sternehotel war sie nicht – und sollte sie sicher auch niemals sein. Aber dass die Notunterkunft nicht nur baulich, sondern auch hygienisch bestenfalls mit äußerst viel Wohlwollen als akzeptable Unterkunft für Menschen in Notsituationen gelten kann, daraus haben auch die Mitarbeiter der Verwaltung niemals ein großes Geheimnis gemacht. Nun zieht die Stadt Konsequenzen aus Beschwerden von Nutzern der Unterkunft Im Reite. Und will eine neue Unterkunft bauen. Kostenpunkt: Zunächst eine Million Euro für einen ersten Bauabschnitt. Zunächst aber muss die Politik der Investition zustimmen.

Beschwerden von Nutzern

Zuletzt hatte sich bei dieser Zeitung ein Mann über mangelnde hygienische Zustände in der Unterkunft beschwert. Er hatte wegen Mietrückständen von seinem bisherigen Vermieter eine Räumungsklage erhalten und musste deshalb in der Notunterkunft übernachten. Und war so schockiert von den hygienischen Verhältnissen, dass er die Einrichtung gleich wieder verlassen wollte.

Dass das Gebäude nicht mehr im besten Zustand ist, weiß Jörg Klostermann, Bau-Chef im Rathaus. Als „schon lange abgängig“ bezeichnet er den Komplex an der Straße „Im Reite“. Und betont, dass das Haus für Obdachlose und Geflüchtete ohnehin im Jahr 1997 als Provisorium geplant und gebaut worden sei. Mittlerweile ist dieses Provisorium zum Normalzustand geworden.

Neubau kostet laut Untersuchung weniger als Renovierung

Dass neu gebaut werden soll, ist einer Untersuchung zu verdanken, die die Stadt in Auftrag gegeben hat. Experten hatten die Bausubstanz untersucht und festgestellt, dass ein Neubau die Stadt weniger Geld kosten würde als eine Renovierung. Allerdings soll der Bau in zwei Abschnitten erfolgen, dabei soll jeweils die Hälfte des Gebäude mit 1225 Quadratmeter Nutzfläche komplett neu errichtet werden, 2019 hat die Verwaltung im Haushaltsentwurf Geld für den ersten Abschnitt eingestellt.

Klostermann: „Wir hoffen, dass die Politik der Investition zustimmt, langfristig wird sie helfen, Kosten zu sparen“, betont er mit Blick auf Ausgaben für Heizkosten und künftig anstehende Ertüchtigungen. Wie und wann gebaut werden soll, steht noch nicht fest. Zwar habe die Stadt ein Raumprogramm mit den Anforderungen an einen Neubau erstellt, wie diese baulich umgesetzt werden, muss schlussendlich ein Architekt klären. Deshalb ist eine Ausschreibung vorgesehen. Die soll erfolgen, sobald die Politik der Investition zustimmt.

Ausschreibung ist vorgesehen

Der Bau-Chef ist sich darüber im Klaren, dass die Verwaltung im kommenden Jahr eine Menge vor der Brust hat: etwa die Baustelle OHG oder die Erneuerung der Grundschule Bennigsen.

Insgesamt können in den 60 Räumen der Unterkunft etwa 48 Menschen untergebracht werden.

Von Ralf T. Mischer