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Springe Keine Überholmanöver mehr vor Gestorf
Aus der Region Region Hannover Springe Keine Überholmanöver mehr vor Gestorf
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00:30 14.06.2018
Hier nicht überholen: Neue Schilder weisen zwischen Völksen und Gestorf auf das Verbot hin. Quelle: foto: Acherman
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Gestorf/Völksen

Wer sich an Tempo 70 und Überholverbot am Abzweig Mittelrode gewöhnt hat, für den kommt jetzt die nächste Regel: Ab sofort herrscht auf der Kreisstraße zwischen Völksen und Gestorf Überholverbot in beide Richtungen – und zwar durchgehend zwischen Mittelrode und der Ampelkreuzung in Gestorf.

Vor einigen Tagen hat die Region als zuständige Straßenbehörde die entsprechenden Schilder aufstellen lassen. Die Entscheidung für das Überholverbot ist allerdings schon ein paar Tage älter: Am 20. April hatten sich unter anderem Vertreter von Stadt, Polizei und Region zu einem Treffen in Garbsen versammelt, um die Ergebnisse von Unfallstatistiken und einer Ortsbegehung auszuwerten. Ergebnis: Die Strecke gilt wegen immer wieder auftretender schwerer Unfälle als sogenannte Unfallhäufungslinie. Auch, wenn die Zahlen jedes Jahr schwanken, sind sich die Behörden einig: Hier muss gehandelt werden.

Unfallmanöver häufig rücksichtslos

Hauptproblem sei die unzureichende Sicht beim Überholen durch den Anstieg der Strecke aus Völksen in Richtung Gestorf – und die Kurve im weiteren Verlauf. Schließlich, so teilt die Stadt mit, habe man „den gemeinschaftlichen Beschluss gefasst, für den betroffenen Bereich ein Überholverbot für beide Fahrtrichtungen anzuordnen“. Auf einzelne Abschnitte, in denen das Überholen erlaubt bleibt, habe man dabei wegen der relativen Kürze der Strecke verzichtet. Der SPD-Regionsabgeordnete und Gestorfer Ortsbürgermeister Eberhard Brezski hatte sich schon im Herbst 2016 für einen solchen Schritt ausgesprochen. Er sprach von „unkontrollierten und rücksichtslosen Überholmanövern auf der ganzen Strecke“. Als erste Maßnahme waren danach Tempo 70 und ein Überholverbot rund um den Abzweig Mittelrode eingerichtet worden. Auch die unfallträchtige Kreuzung am Gestorfer Ortseingang ist inzwischen durch eine Ampelanlage entschärft worden.

Brezski zeigte sich denn auch zufrieden: „Ich fahre die Strecke sehr oft, und wie da manchmal überholt wird ...“. Insgesamt sei tatsächlich viel passiert in Sachen Verkehrssicherheit rund um Gestorf.

Hoffnung auf Pilotprojekt Tempo 30

Brezski hofft nun, dass der Ort auch in das Pilotprojekt für Tempo 30 auf den Ortsdurchfahrten aufgenommen wird. Und: Auch eine Umgehungsstraße hat der Politiker noch nicht ganz abgehakt: Er wolle nun noch einmal Gespräche mit Bürgermeister Christian Springfeld und der SPD-Landtagsabgeordneten Kerstin Liebelt führen, um das Thema beim Land in Erinnerung zu halten.

Die Umgehungsstraße, die aus Richtung Völksen vorbei an Gestorf laufen sollte, ist ein jahrzehntealter Wunsch dort, war aber in den Prioritätenlisten des Bundes stets weit hinten angesiedelt. Bei der jüngsten Aktualisierung des Bundesverkehrswegeplans, der bis zum Jahr 2030 gilt, war die Umgehung dann komplett herausgefallen.

Von Christian Zett

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