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Springe Viel los auf dem Hermannshof
Aus der Region Region Hannover Springe Viel los auf dem Hermannshof
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00:34 24.03.2018
Filmrollen und Zitate aus verschiedenen Epochen sind die Sache von Peter Struck. Am Sonntag liest er auf dem Hermannshof. Quelle: Foto: Struck
Völksen

Er trägt den gleichen Namen wie der ehemalige Bundesverteidigungsminister, hat es mit dem Militär aber nicht so – zumindest nicht in seinem Programm.

Peter Struck am Sonntag

Darin befasst sich Peter Struck am Sonntag auf dem Hermannshof nämlich unter der Überschrift „Zehn Jahre Zinnober 1919–1928“ mit der grotesken Seite der Kultur in Hannover während der Zwanzigerjahre: Eine handvoll umtriebiger Künstler, Kuratoren, Publizisten und Verleger zelebrierten ein Jahrzehnt der internationalen Avantgarde. Also ungefähr genau wie auf dem Hermannshof.

Der Musentempel auf dem Hügel bei Völksen startet mit der Lesung von Struck, die zugleich Buchpremiere ist, in die neue Saison. Stimmige Pointe gleich im Vorfeld der Veranstaltung: Das Buch, das gleichsam als Begleitwerk zum Auftritt verstanden werden kann, ist im Zu-Klampen-Verlag in Völksen erschienen, der seinen Sitz – natürlich – auf dem Hermannshof hat. Verleger Dietrich zu Klampen hat also eine ziemlich zeitneutrale Anreise in die 20er-Jahre.

Auf die Blüte folgte die Krise

Es war ein illustre, meinungsstarke und kreative Gesellschaft, die sich im Hannover der 20er-Jahre zusammengefunden hatte: Dazu gehörte etwa der bekannte Maler, Dichter und Raumkünstler Kurt Schwitters, der sich gemeinsam mit dem Verleger, Kritiker, Grafiker und Schriftsteller Christof Spengemann auf das Abenteuer Gegenwart einließ und diese in alle Richtungen erkundete und ihre Grenzen ausmaß: Die Goldenen Zwanziger bedeuteten eine Blüte der Kultur, Architektur, Wissenschaft – zehn Jahre aber auch der Toleranz und Vielfalt. Sie endeten jäh mit der Weltwirtschaftskrise. Struck wird seine Texte vortragen, sie verweben zu einem feinen Netz aus Vergangenheit, das sich mit der Gegenwart vermischt. Die Lesung am Kamin im Haus im Park beginnt um 17 Uhr, der Eintritt kostet sieben Euro. Strucks Buch „Zehn Jahre Zinnober 1919–1928 – Das groteske Hannover der zwanziger Jahre“ ist im Zu-Klampen-Verlag erschienen und kostet 24 Euro. Es begreift sich als eine „kurzweilige Chronik“ der aufregenden Zeit zwischen Fin de Siècle und Hitlerdeutschland. Und ist ein Spiegel von Veröffentlichungen während dieser Zeit – darüber, was gedacht und geschrieben wurde. Struck lebt als freier Publizist, Kurator und Dozent in Hannover und leitet dort seit 2007 den Kronen Sieben Filmkunstraum. Schwerpunkte seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit bilden die regionale Kulturgeschichte, die Europäische Gartenkunst und die Filmwissenschaft.

Das steht an:

Am Sonnabend, 7. April, starten auf dem Hermannshof wieder die „Laboratorien“. Die als „Begegnungen und Gespräche zu aktuellen Themen unserer Zeit“ angelegte Veranstaltung geht der erkenntnistheoretischen Frage nach, ob wir das Wissen beherrschen – oder das Wissen uns? Beginn ist um 19 Uhr.

Am Sonntag, 6. Mai, gastiert die New York Polyphony auf dem Hermannshof. Das Konzert, das einzige in dieser Form in Deutschland, findet in der St.-Martin-Kirche in Bennigsen statt und beginnt um 19.30 Uhr.

Am Sonntag, 27. Mai, geht es unter dem Motto „Figur im Raum“ um die Eröffnung der Neuaufstellung einer Skulptur von Sonja Alhäuser im Historischen Mittelrund. Los geht es um 11.30 Uhr.

Am Dienstag, 29. Mai, trifft die angolanische Sängerin line Frazão-Angola auf den Percussionist, Komponist und Produzent Nené Vasquez. Die musikalische Veranstaltung „Niedersachsen im Dialog“ im Rahmen des Masala Weltbeat Festivals beginnt um 20 Uhr.

Von Ralf T. Mischer