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Springe Wolf und Schweinegrippe bereiten den Jägern Sorgen
Aus der Region Region Hannover Springe Wolf und Schweinegrippe bereiten den Jägern Sorgen
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00:48 02.05.2018
Mit den frisch gedruckten Jägerbriefen: Zehn Teilnehmer haben die Jägerprüfung absolviert und werden bei der Jahresversammlung geehrt.  Quelle: FOTO: BÄHRE
Eldagsen/Springe

Der Vorsitzende der Jägerschaft Springe, Volker Gniesmer, wehrt sich dagegen, dass die Jäger zu „reinen Schädlingsbekämpfern verkommen“. Er konfrontierte seine Mitglieder mit der Frage, wie viele Wölfe das Land verträgt. Einhellige Meinung der Teilnehmer der Jahresversammlung der Jägerschaft war, dass auffällige Wölfe „entnommen“ werden müssten. Aber auch die afrikanische Schweinepest treibt die Jäger um.

Die Grippe rückt näher

Anne Melin vom Veterinäramt der Region konnte den Jägern wenig Hoffnung machen. Gegen die afrikanische Schweinepest gebe es keinen Impfstoff, es werde nicht einmal daran gearbeitet. Sie werde irgendwann nach Deutschland kommen.

Melin glaubt, problematisch bleibe die Übertragung, an der der Mensch mit Essensabfällen stark beteiligt sei. Georgien, Litauen, Ungarn und andere östliche Länder hätten große Probleme und die Erkrankung rücke näher heran. Sie gab Hinweise, wie mit Verdachtsfällen bei Fallwild zu verfahren ist. Probenentnahme und Meldeverfahren wurden erläutert. Die Verdoppelung der Jagdstrecke ist angestrebtes Ziel. Von den Jägern wurden außerdem der Verfall der Verkaufspreise und hohe Gebühren für die Tieruntersuchungen beklagt.

Ausbildung abgeschlossen

Aber auch erfreuliche Themen gab es bei der Versammlung: Alle zehn Teilnehmer haben den Lehrgang zur Jägerausbildung, das „Grüne Abitur“ mit Noten zwischen 2,0 und 3,0 abgeschlossen. Das schriftliche Dokument erhielten Maria Marti, Anna Hampel, Steffen Köhler, René Größel, André Malkowski, Miachel Scheunert, Heiko Richter, Jan Kusibor, Fredrik von Witzleben und Bianca Westermann. Die beiden Besten, Maria Martin und Anna Hampel, erhielten eine Jagdeinladung vom Forstamt Saupark für den Herbst.

Der Jahresbericht von Kreisjägermeister Reinhard Ebeling ließ kaum Fragen offen. Vieles ist seit Jahren auf gleichem Niveau. Bei Schwarzwild – das sind Wildschweine – ist die Strecke aber von 304 auf 579 in 2017 gestiegen. Auffällig auch die Waschbären: Ein Anstieg von 183 auf 339 im Jahr 2017. Rund 100 Tiere wurden lebend gefangen und umgesetzt.

Beitrag steigt

Diskussionsbedarf herrschte bei der Erhöhung des Jahresbeitrages. Er sollte von 60 auf 75 Euro steigen, allein 12 Euro entfielen auf höhere Umlagen der Landesjägerschaft. Wegen des Kassenbestandes wurden die weiteren 3 Euro für die heimische Kasse in Zweifel gestellt, am Ende aber doch beschlossen.

Von Heinz Bähre