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Stadt Wunstorf 180 Strohballen verbrennen bei Liethe
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf 180 Strohballen verbrennen bei Liethe
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00:16 02.08.2018
Einsatz über elfeinhalb Stunden: Alle Wunstorfer Ortsfeuerwehren helfen beim Löschen des Feuers in der Liether Schweiz. Quelle: Feuerwehr Wunstorf
Liethe

Gegen 0.45 Uhr sind mehrere Wunstorfer Ortsfeuerwehren alarmiert worden. Am Bahndamm unmittelbar am nördlich gelegenen Wald an der Straße Liether Schweiz stehen Rundballen mit Stroh in Flammen. Rund 180 Ballen sollen vernichtet worden sein. Die Polizei ermittelt.

Dichter Rauch die gesamte Nacht über der Liether Schweiz: Die Feuerwehren Blumenau und Luthe sind die ersten am Ort. Es ist heiß, es fliegen Funken, die Lage ist übersichtlich, aber gefährlich, weil es unmittelbar am Waldrand brennt, weil der Bahndamm in der Nähe liegt und weil es dunkel ist. Die Ballen gehören der Landwirtsfamilie Koch. Junior Hannes ist in der Nacht gerade aus dem Urlaub gekommen. Vater Eckhard und Familie sind noch verreist. Senior Willy hält mit 91 Jahren „Stallwache“.

Dass die Ehrenamtlichen der beiden Ortsfeuerwehren nicht ausreichen würden, ist der Einsatzleitung um Blumenaus Ortsbrandmeister Dirk Brammer klar, als sie das Ausmaß erkennt. Rund 170 Strohballen brennen in voller Ausdehnung, das Feuer droht auf den angrenzenden Wald überzugreifen. Die Bahn wird informiert, dass auf 30 bis 40 Metern an der Brandstelle keine Sicht ist. Die Bahnstrecke selbst in nicht in Gefahr.

Die Einsatzleitung lässt weitere Feuerwehren nachalarmieren. Wunstorf rückt aus. Gegen 5 Uhr bei Sonnenaufgang werden diese Ehrenamtlichen abgelöst. Unter anderem machen sich Idensen, Kolenfeld, Bokeloh und Mesmerode auf den Weg. Erst gegen 9 Uhr werden erste Einheiten nach Hause geschickt. Um 12.15 Uhr melden die Kräfte: Feuer aus.

Priorität hat am Anfang der Versuch, das Übergreifen des Feuers auf den Wald und die restlichen Ballen zu verhindern. Das gelingt ausgesprochen gut. Das Gehölz wird gekühlt. Landwirte kommen mit Traktoren und retten rund drei Dutzend Ballen vor dem Verbrennen. Aber an den eigentlichen Brand kommen sie nicht heran. Ihre Frontlader sind zu kurz, das Feuer zu heiß.

Zu Spitzenzeiten werden die Ballen mit 3000 Litern pro Minute unter Wasser gesetzt. Die Feuerwehren legen drei rund 600 Meter lange Schlauchstrecken. Warum zapfen sie die nicht die Ringleitung rund um Kochs Felder an? Die Leitung wird mit Wasser aus der Aue gespeist, die Pumpe läuft angeblich automatisch, erzählt ein Nachbar. Normalerweise. Aber die Pumpe ist ausgefallen. So müssen Tanklöschfahrzeuge mehrfach in Liethe auftanken.

So ein Feuer ist extrem schwer zu löschen. Die Ballen sind dicht gepresst. Frisst sich die Glut hinein, braucht das Wasser Stunden, bis es im Inneren der Ballen ankommt. Die Strohmiete muss auseinander gefahren werden. Stadtbrandmeister Martin Ohlendorf ruft Heinrich Bothe jun. in Klein Heidorn zu Hilfe. Bothe hat eine „Katze“, einen Gabelstapler mit Allradantrieb und sieben Meter langem Teleskop-Arm. Bothe fährt selbst. Stundenlang karrt er unermüdlich das Stoh auseinander.

Obwohl die Feuerwehrleute permanent Wasser auf das Stroh geben, lodern immer wieder Flammen auf, wenn Bothe die Ballen auseinander fährt und umschichtet. Am Ende sind alle Wunstorfer Ortsfeuerwehren im Einsatz gewesen, insgesamt 175 Feuerwehrfrauen und -männer. Sie legen mehr als zwei Kilometer Schlauchleitungen. Als am Morgen die Sonne auf den Waldrand brennt, wird es wieder so heiß, wie in der Nacht. Aber die Logistik ist auf Zack. Hohe Stapel mit Wasser- und Saftkisten stehen zum Löschen des Durstes bereit. Während der gesamten Zeit sind Johanniter in Bereitschaft, um notfalls die Feuerwehrleute zu versorgen, die unter Atemschutz und schweren Jacken literweise Wasser ausschwitzen. Brötchen werden in aller Frühe bei Bäckerei Hanisch aus der Produktion geholt, die Wurst dazu stiftet der Hofladen Wegener.

Von Markus Holz

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