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Stadt Wunstorf Bergbau-Tradition soll bewahrt werden
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00:18 10.12.2018
Eine Prozession führt vom Werkstor des Kaliwerks Sigmundshall zur katholischen Kirche St. Konrad zu Parzham. Quelle: Sven Sokoll
Bokeloh

Mit einer Prozession und einem ökumenischen Gottesdienst ist in Bokeloh am Freitagabend das Ende des Abbaus im Kaliwerk Sigmundshall in wenigen Tagen begangen worden. Rund 150 Teilnehmer trafen sich zunächst vor dem Werkstor, darunter die drei Geistlichen Susanne von Stemm (Bokeloh), Andreas Körner (St. Bonifatius) und Heinz Laukamp aus Idensen. An einer Figur der Bergmanns-Schutzheiligen Barbara hielten sie dort die erste kleine Andacht, nach der der Spielmannszug der Feuerwehr das Steigerlied anstimmte.

Um die Veranstaltung, die maßgeblich von Ortsbürgermeister Matthias Waterstradt initiiert worden war, waren unter den Beschäftigten Irritationen aufgekommen. Es gab Stimmen, nach denen die eigene interne Feier am 21. Dezember, zu der es bereits 450 Anmeldungen gibt, nicht vorweggenommen werden sollte. So nahm Werksleiter Gereon Jochmaring zwar teil, hatte aber keine Werbung in der Belegschaft gemacht. Tatsächlich gingen augenscheinlich auch nur wenige Werksbeschäftigte mit. Seine Hoffnung für die eigene Feier ist: „Wir wollen trotz allem auch versuchen, uns daran zu erinnern und stolz darauf zu sein, was hier in der langen Zeit geleistet wurde.“

Waterstradt war in Bergmanns-Tracht erschienen und erläuterte nach dem Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Konrad zu Parzham die Hintergründe. Er hat selbst andernorts Verwandte im Bergbau gehabt und sah jetzt die Zeit gekommen, sich wieder dazu zu bekennen, indem er dem Bergmannsverein beigetreten ist. „Ich bin stolz, die Tracht zu tragen, und werde das auch weiterhin tun“, sagte er.

Bei dem Gottesdienst musizierte das Blasorchester der Feuerwehr Loccum. Pastorin von Stemm sagte in ihrer Einleitung: „Seit über 100 Jahren sind unsere Dörfer und viele Familien vom Bergbau geprägt. Es ist viel, was die Herzen der Menschen heute bewegt.“ Sie gedachte der Bergleute, die bei Unfällen im Werk ihr Leben verloren haben.

Der Hausherr Pfarrer Andreas Körner beschäftigte sich mit der Figur der Barbara, die auch im Werk ihren Platz hat. „Viele haben sie bein Einfahren wohl immer wieder angeschaut.“ Sie wurde seinerzeit in einen Turm gesperrt, hatte aber einen Zweig in ihrer Zelle, der am Tag ihrer Hinrichtung anfing zu blühen – so könne sie ein Zeichen der Hoffnung in der schwierigen Situation geben.

Körner verwies darauf, dass die einen Bergleute weiter müssen, die sich hier eine Existenz aufgebaut haben, während die anderen hier bleiben können. „Für beide Seiten ist es schwierig, damit umzugehen.“ Er schlug vor, die Tradition des Bergbaus in Erinnerung zu halten und auch künftig den Barbaratag am 4. Dezember in ähnlicher Weise zu begehen. Das unterstützt auch Waterstradt.

In der Fürbitte richtete sich der Blick dann über die Situation der Bergleute hinaus, denn auch den Bemühungen um sozialen Ausgleich und für Frieden wünschten die Redner göttliche Untersützung.

Von Sven Sokoll

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