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Stadt Wunstorf Heimatvereine sehen Schloss beeinträchtigt
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00:23 30.04.2018
Am Schloss Bokeloh hat der Ausbau der Schloßstraße begonnen. Quelle: Sven Sokoll
Bokeloh

 Die Bauarbeiten  in der Bokeloher Schloßstraße haben gerade begonnen, da haben sich die örtliche Heimatbund-Gruppe und der Heimatverein Wunstorf mit einer gemeinsamen Pressemitteilung zu Wort gemeldet. Sie befürchten, dass der Ausbau der Straße, bei dem ein Wendehammer am Schloss angelegt wird und ein Stromkasten versetzt wurde, das Gesamtbild des Denkmals beeinträchtigen wird.

„Die Geländestruktur mit ehemaligem Graben und erhöhtem Burgplatz wird schlechter erkennbar“, sagte der 2. Vorsitzende des Wunstorfer Vereins, Manfred Rasche. Die Stadt hätte bei ihren Planungen nach Auffassung der Vereine nach dem Denkmalrecht nicht nur das aktuelle Gebäude, sonden den gesamten Komplex der früheren Burganlage berücksichtigen müssen. Die meisten Gebäude davon waren nach der Auflösung des Amtes Bokeloh im Jahr 1819 abgerissen worden. 

Am Schloss Bokeloh hat der Ausbau der Schloßstraße begonnen. Quelle: Sven Sokoll

„Das wenige, was noch vorhanden ist, würden wir gern geschützt wissen“, betonte die 1. Vorsitzende Anke Drude. Von den ehemals fünf Burgen aus Wunstorfer Gebiet sei die Bokeloher die einzige, von der noch etwas zu sehen ist. Und Marion Nowak von der Gruppe Bokeloh des Heimatbundes Niedersachsen sagt, dass das Landesamt für Denkmalpflege habe frühzeitig mit einbezogen werden müssen.

Die Stadt kann allerdings nicht nachvollziehen, warum der Wendehammer und der umgesetzte Stromkasten das Bild des Schlosses beeinträchtigen. „Richtig ist, dass der Stadt Wunstorf nicht bekannt war, dass sich auf dem Areal, auf welchem der Ausbau der Schloßstraße stattfindet, ein Teil der Burganlage befand“, räumte Stadtsprecher Alexander Stockum allerdings ein. 

Wegen der Nähe zum Schloss wurde aber ohnehin eine archäologische Begleitung der Bauarbeiten beauftragt, in Abstimmung mit den Denkmalpflegern des Landes. „Die Baumaßnahme wird somit wie geplant fortgesetzt und, falls es im Verlauf der Arbeiten zu archäologisch bedeutsamen Funden kommen sollte, wird gemeinsam mit den zuständigen Stellen das weitere Vorgehen eruiert“, sagte Stockum. Den Vorwurf der Heimatvereine, der Stadt fehle es an Geschichtsbewusstsen, wies er zurück.

Ortsbürgermeister Matthias Waterstradt (CDU) wundert sich vor allem über den späten Zeitpunkt der Kritik: „Wir haben eineinhalb Jahre diskutiert. Aber jetzt ist alles beschlossen.“  Er erinnert daran, dass der Ortsrat sich wegen des historischen Umfeldes dort für graues Straßenpflaster ausgesprochen hatte. Der Wendehammer war während der Beratungen ganz ans Ende der Straße ans Schloss verschoben worden, weil sonst Rückwärtsfahrten für die Müllfahrzeuge notwendig geworden wären. 

Ein wichtiger Ort für Wunstorfs Geschichte

Aus dem aktuellen Anlass hat Manfred Rasche vom Heimatverein Wunstorf sich mit der Geschichte des sogenannten Schlosses Bokeloh befasst, das für ihn ein wichtiger Ort in der Geschichte Wunstorfs gewesen ist. 1242 hatte der Mindener Bischof Wilhelm I. dort eine Befestigungsanlage während der Auseinandersetzung mit den Grafen von Roden gebaut, und zwar auf einem aufgeschütteten Erdhügel, umgeben von Sumpf. Über die frühe Baugeschichte gibt es kaum Informationen. Auf der Kurhannoverschen Landesaufnahme von 1782 ist die Burg mit einem dreiflügeligen Haupthaus und mehreren Nebengebäuden zu sehen, umgeben von einem Wassergraben.  Der frühere Turm der Anlage fehlte zu dem Zeitpunkt schon.

Nach dem Sieg über Napoleon und der Neustrukturierung in Norddeutschland wurde das Amt Bokeloh nach rund 300 Jahren aufgelöst und 1819 mit Blumenau vereinigt. Das Gebäude verlor seine Funktion als Verwaltungssitz und wurde teilweise abgerissen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden jedoch wieder weitere Bauten ergänzt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Charakter noch einmal stark verändert, auch Einfamilienhäuser wurden daneben errichtet.

Von Sven Sokoll

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