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Stadt Wunstorf Hölty: Rat will ein Jahr länger Steinhude
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Hölty: Rat will ein Jahr länger Steinhude
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00:17 10.11.2018
Viele Zuschauer verfolgen die Ratsentscheidung über das Hölty-Gymnasium in der Aula der Otto-Hahn-Schule. Quelle: Sven Sokoll
Wunstorf

Erst am Montag hat die SPD-Fraktion einen Kompromissvorschlag für die Zukunft des Hölty-Gymnasiums erarbeitet, am Mittwochabend hat sie damit eine Mehrheit im Rat gewonnen. Bei der Landesschulbehörde soll beantragt werden, die bestehende Außenstelle in Steinhude nach dem Auslaufen im nächsten Sommer noch um ein weiteres Jahr zu verlängern. Erst danach soll die Schule für drei Jahre die Außenstelle am Luther Weg mit nutzen, die derzeit zur Evangelischen IGS gehört. Parallel sollen weitere Klassenräume an das Hauptgebäude an der Hindenburgstraße angebaut werden.

FDP, Grüne und AfD und der fraktionslose Rüdiger Hergt hatten sich dafür ausgesprochen, sich bei der Landesschulbehörde sogar um bis zu drei weitere Jahre für Steinhude zu bemühen, fanden damit mit 11 Ja-, 23 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen aber keine Mehrheit. Für den Vorschlag der SPD stimmten 20 Ratsmitglieder, zwölf waren dagegen und fünf enthielten sich.

Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt kritisierte vor der Abstimmung, dass der Vorschlag der SPD zuvor nicht mit der Schule abgestimmt worden war. Er warnte auch davor, eine Verlängerung für Steinhude zu beschließen, die die Landesschulbehörde schon vorab als nicht realistisch eingestuft hatte. Zumindest gestand der Rat ihm daraufhin mit 20 Ja-Stimmen bei 15 Gegenstimmen und zwei Enthaltungen zu, dass die Verwaltung selbstständig einen Antrag für den Luther Weg schon ab Sommer 2019 stellen darf, wenn die Behörde jede Steinhuder Option tatsächlich ablehnt. Der schulpolitische Sprecher der SPD, Bernd Maschke, sagte aber: „Ich bin optimistisch, dass die Landesschulbehörde mit diesem konkreten Fahrplan unserem Kompromiss zustimmen wird.“

Der überwiegende Teil der CDU hatte sich wie die Stadtverwaltung dafür ausgesprochen, den Beschlüssen der Schulgremien zu folgen und die Außenstelle bereits im nächsten Jahr in die Kernstadt zu verlagern. „Der Vorschlag der SPD löst keines der bestehenden Problem, sondern verzögert nur den ganzen Prozess“, sagte CDU-Bildungsexperte Heinz-Gerhard Kück.

Die vielen Zuschauern auf den voll besetzten Stuhlreihen in der Aula der Otto-Hahn-Schule hatten vor der Entscheidung noch zahlreiche Fragen gestellt. Unter anderem wurde dabei angesprochen, wie die Umstrukturierungen zu schaffen sein sollen, wenn nicht nur die Stelle des stellvertretenden Schulleiters weiter vakant ist, sondern mittlerweile auch Schulleiter Thomas van Gemmern zum Schuljahresende in den Ruhestand gehen will. Für die Lösung dieses Problems verwies Eberhardt vor allem auf die Landesschulbehörde. „Wir werden aber nach besten Kräften unterstützen.“ Er warnte aber auch, dass mit den derzeitigen Diskussionen das Gymnasium als Arbeitsplatz unattraktiver wird. Er kritisierte zudem, wie unsachlich vor allem in den sozialen Medien die Debatte um die Zukunft der Schulstandorte geführt worden sei.

Der Schulelternratsvorsitzende Olaf Plate appellierte an die Politiker, die demokratischen Entscheidungen der Schulgremien zu akzeptieren. Die Vorsitzende der Mehrheitsgruppe aus SPD, Grünen und FDP, Kirsten Riedel stellte aber klar: „Wir haben eine eigenes Recht, eine Entscheidung zu treffen, und wollen einen Kompromiss, um die Bedenken der Steinhuder zu berücksichtigen.“

Baumerhaltungssatzung ist überarbeitet

Der Rat hat die elf Jahre alte Baumerhaltungssatzung für Luthe in einer überarbeiteten Form neu beschlossen. Geändert wurde unter anderem, dass die Anträge der Baumeigentümer, die etwas verändern wollen, schriftlich beschieden werden müssen und dass der Verwaltungsausschuss den Katalog der geschützten Bäume verändern kann, so dass sich damit nicht mehr der Rat beschäftigen muss. Derzeit sind 191 Bäume geschützt, die das Ortsbild prägen.

Die CDU machte ihre Vorbehalte gegen die Satzung deutlich, die sie als zu großen Eingriff in die Rechte der Eigentümer betrachtet. Von Seiten von SPD und Grünen hieß es allerdings, dass das Verfahren ja einfacher wird und der Schutz der Bäume notwendig sei. Die 15 Nein-Stimmen reichten nicht, um den Beschluss zu verhindern.

Von Sven Sokoll

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