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Stadt Wunstorf Halde des Kaliwerks soll um 2035 grün sein
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Halde des Kaliwerks soll um 2035 grün sein
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16:05 02.11.2018
Produktionsleiter Sascha Ahlert und Schichtmeister Christof Chomej stehen auf dem Plateau der Halde. Quelle: Sven Sokoll
Bokeloh

Die rund 130 Meter hohe Halde des Kaliwerks Sigmundshall prägt die Landschaft, ist bei Tagen der offenen Tür immer eine beliebte Attraktion gewesen. Die Rocker von den Scorpions haben dort sogar schon einen Videoclip gedreht. „Bei schönem Wetter können wir von hier aus 60 Kilometer nach Porta Westfalica sehen“, sagt Schichtmeister Christof Chomej. Bei unserem Besuch reicht die Sicht aber gerade bis zum Steinhuder Meer und zum Fliegerhorst.

Rückstandssalz aus der Kali-Produktion, in zwei unterschiedlichen Farbtönen, gelangt über eine Bandförderanlage auf die Halde – das sind derzeit noch 160 Tonnen pro Stunde, bis zum Jahresende der Abbau eingestellt wird. Dann wird die Halde eine Masse von 47 Millionen Tonnen haben. „Die Kubatur der Halde ist jetzt weitgehend hergestellt“, sagt Sascha Ahlert, Leiter der Produktion über Tage. Die letzten Erweiterungsflächen wurden nicht mehr ganz benötigt, für ein bis zwei Jahre wären auf den genehmigten 48 Hektar Haldenfläche durchaus noch Reserven vorhanden gewesen. Ein Streifen bleibt im Westen deshalb jetzt frei.

Bis mindestens 2035 wird K+S weiter damit beschäftigt sein, die Halde in ihren endgültigen Zustand zu versetzen, weil sie noch begrünt wird. Schon 1995 ist dafür die Rekal-Anlage in Betrieb gegangen, in der Salzschlacken aus der Aluminiumindustrie wieder aufbereitet werden, und zwar rund 100.000 Tonnen im Jahr. Dabei bleibt neben anderen Produkten ein Rückstand zurück, der für die Abdeckung genutzt wird. Weil er eine Konsistenz wie Tonerde hat, muss er mit Asche gemischt werden, um stabiler zu werden.

Wenn dieses Substrat aufgebracht worden ist, muss es erst etwa drei Jahre lang aussalzen, bis das jeweilige Areal im nächsten Schritt begrünt werden kann. Von den bisher schon grünen Bereichen im Südosten aus soll in nächsten Jahren dann im Uhrzeigersinn weiter abgedeckt und begrünt werden, bis am Ende das Plateau an der Reihe sein wird.

Das Abdeckungsverfahren, das so erstmals in Bokeloh angewandt wird, hat sich aus Sicht des Unternehmens jetzt schon bewährt: „Wir werden es leicht modifiziert auch auf andere Standorte übertragen“, sagt K+S-Konzernsprecher Ulrich Göbel. Hauptziel ist, dass das Regenwasser weniger Salz aus der Halde lösen kann. Derzeit läuft noch das Genehmigungsverfahren für den selbstständigen Betrieb der Rekal-Anlage, im nächsten Jahr erwartet das Unternehmen dazu die nächsten Schritte. Bisher ist die Anlage gemeinsam mit dem Bergbaubetrieb genehmigt. Mit ihr sollen in den nächsten 15 Jahren noch 50 Arbeitsplätze gesichert sein.

Nach den Abwehungen im Juli wegen der starken Trockenheit ist K+S mittlerweile tätig geworden, um ähnliche Ärgernisse für die Anwohner künftig zu vermeiden. Die Beregnungsanlagen wurden modifiziert, außerdem wurde die noch nicht begrünte Oberfläche in Richtung Mesmerode im September mit einem gelblichen Polymer-Gemisch überzogen, um sie stabiler zu machen. „Wir haben etwa 100.000 Euro investiert“, berichtet Ahlert. Bei den Beregnungsanlagen, die ähnlich auch in der Landwirtschaft genutzt werden, sind die steilen Standorte durchaus eine Herausforderung.

Ob am Ende vielleicht ein Teil des „Kalimandscharo“ auch wieder für die Öffentlichkeit zu begehen sein wird, damit Besucher den Blick in die Ferne genießen können, ist derzeit noch offen. Überwiegend soll aber auf jeden Fall die Natur die Regie auf der begrünten Halde übernehmen.

Von Sven Sokoll

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