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Stadt Wunstorf Projekt Kurze Wege feiert 18. Geburtstag
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Projekt Kurze Wege feiert 18. Geburtstag
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00:16 30.08.2018
Sergej Lutz (von links), Anouk, Nicole Brickwedel und Stephan Kuckuck freuen sich auf die große Geburtstagsparty zum 18-jährigen Bestehen des Projekts Kurze Wege. Quelle: Rita Nandy
Wunstorf

Das Projekt Kurze Wege feiert seine Volljährigkeit. Die große Party zum 18. Geburtstag steigt am Sonnabend, 1. September, von 15 bis 18 Uhr im Laden, Barnestraße 52.

Geboren wurde der Kinder- und Jugendtreff im Jahr 2000 vom damaligen Diakon Thomas Schlichting der St. Johannes-Gemeinde sowie Student Stephan Kuckuck. Eine Vernetzung aus kirchlicher und kommunaler Arbeit entstand. Grund war eine große Gruppe Jugendlicher, die auf dem Barnemarkt für Unruhe sorgte. Ihnen wurde mehrmals wöchentlich ein offenes Zuhause im Gemeindezentrum geboten. 2004 drohte das noch junge Projekt zu verhungern. 10 000 Euro fehlten für die Finanzierung. Eine Patenschaftskampagne sei gestartet worden, erinnert sich Kuckuck. 100 Unterstützer, die je 100 Euro zahlten, wurden benötigt. Das erforderliche Geld kam zusammen. Zudem ermöglichte die Stadtverwaltung eine längerfristige Planung. Der Projektzeitraum wurde 2006 von einem Zwei- auf einen Fünfjahresrhythmus umgestellt.

Ein Jahr obdachlos

Mit dem Abriss des alten Gemeindezentrums wurde die Kurze-Wege-Familie 2011 obdachlos. „Das war ein großer Einbruch“, sagt der Diplom-Pädagoge, der dem Projekt 2012 mit seinen Helfern wieder neues Leben einhauchen musste. Seitdem gedeiht das Kind, am 1. September 2011 übernahm der Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf die Trägerschaft von St. Johannes, prächtig. Zahlreiche regelmäßige Angebote sind im Laufe der Jahre hinzugekommen. Neben offenen Treffs gibt es unter anderem Schülercafé, Mädchenzeit, Tanz und Breakdance. Mit Beginn der Pubertät ist das Projekt in den Laden an der Barnestraße umgezogen. Um die moderate „Supersozialmiete“ an den Wunstorfer Bauverein bezahlen zu können, wurde die Stundenzahl der zweiten Vollzeitstelle ein wenig reduziert. 85 Prozent der Kosten für Personal und Miete zahlt die Stadt, 15 Prozent steuern der Kirchenkreis und Spender bei. „Im Laden hat sich ganz viel entwickelt. Wir haben die Teenagerzeit hier verbracht.“ Das neue Zuhause bietet alles, was eine große Familie benötigt: ideale Räumlichkeiten und genügend Lagerraum.

Kinder- und Jugendtreff soll sichtbar werden

Die „Mamas“ der Einrichtung wechselten im Laufe der Zeit. Seit März 2016 ist Nicole Brickwedel dabei, zuvor waren es Anne Eberlein und Jasmin Gorpe. Bei der „Erziehung“ und Wegbegleitung wurden sie von zahlreichen Helfern, Teamern und rund 50 Praktikanten unterstützt. Die meisten seien anschließend im sozialen Bereich geblieben. Mit dem Projekt groß geworden ist beispielsweise Sergej Lutz. „Wir haben uns früher im Keller versteckt“, spielt er auf die Räumlichkeiten im alten Gemeindezentrum an. Seit 2007 gehört er zum Team. Heutzutage wird auch mal der Krökeltisch vor dem Laden aufgebaut. „Wir sind hier präsent.“ Aber nicht alle wissen, dass es sich beim Projekt Kurze Wege um einen Kinder- und Jugendtreff handelt. Das soll demnächst auf einem Schild am Laden sichtbar werden.

Das Kind in sich bewahren

Das Projekt hat sich immer weiter entwickelt. Die Zielgruppen haben sich verändert, Inklusion spielt eine wichtige Rolle. Für die Besucher hat sich Stephan Kuckuck, den die meisten nur „Kucki“ nennen, zum Onkel oder Vater entwickelt. „Es ist unser Job zu schauen, was muss für Jugendliche angeboten werden. Unser großer Part ist die Ausbildung, wenn man Praktikanten für ein Jahr hat.“ Die grundlegende Arbeit habe sich nicht verändert. „Das Up-to-date-bleiben ist jetzt schwieriger“, gibt Nicole Brickwedel zu und freut sich daher über die jungen Helfer, die wissen, was angesagt ist. Das wichtigste für die Sozialpädagogin: „Das Kind muss man immer in sich bewahren.“ Auch wenn es jetzt erwachsen wird.

Von Rita Nandy

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