Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Wunstorf 70 Jahre: Sozialverband Großenheidorn feiert
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf 70 Jahre: Sozialverband Großenheidorn feiert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 03.11.2018
Der Sozialverband Großenheidorn ehrte im Beisein von Ehrengästen zahlreiche Mitglieder. Quelle: Sven Sokoll
Großenheidorn

Die Zahl der Ortsverbände des Sozialverbands hat sich im hannoverschen Umland in den vergangenen 15 Jahren halbiert, weil meist Nachfolger für den Vorstand fehlten. So war bei Mitgliedern und Gästen am Reformationstag die Freude besonders groß, dass sie das 70-jährige Bestehen der Gruppierung in Großenheidorn feiern konnten. Im Sommer war mit einem neuen Vorstand um Ralfina Rasching das Aus gerade noch abgewendet worden.

„Das ist eine stolze Zahl“, gratulierte Vorsitzende Jürgen Mroz im Gasthaus Küker für den Kreisverband Hannover-Land, dem die Großenheidorner seit 1993 angehören, auch angesichts der zeitweise schwierigen Umstände. „In letzter Zeit haben wir nur gute Nachrichten aus Ihrem Verband gehört.“

Im August 1948 hatte der schaumburg-lippische Kreisvorsitzende Karl Kappe ebenfalls bei Küker rund 20 Mitglieder, vorwiegend Kriegsversehrte und Witwen, zu einer Gründungsversammlung des damaligen Reichsbunds zusammengetrommelt, die Heinrich Bartels zu ihrem ersten Vorsitzenden wählten. Mehr als 50 Jahre lang sollte er es insgesamt ausüben, und die Gaststätte ist bis heute der Ort für die Veranstaltungen geblieben. 1999 bekam die Organisation, mit vollem Namen „Reichsbund der Kriegs- und Zivilbeschädigten, Sozialrentner und Hinterliebenen“ ihren neuen Titel „Sozialverband Deutschland“.

Die Großenheidorner Mitgliederzahl von aktuell 90 bedeutet einen starken Anstieg gegenüber dem Jahr 2006, als nur 53 registriert waren. „Die sozialen Probleme werden nicht weniger. Dabei spielt bezahlbarer Wohnraum ebenso eine Rolle wie die Interessen von Frauen und Kindern. Wir müssen immer wieder unsere Finger in die Wunde legen“, betont Rasching. Wer eintritt, tut das meistens, weil er einen konkreten Anlass, ein konkretes Problem hat. „Wir müssen es aber schaffen, dass auch junge Menschen sich engagieren. Leider denken sie aber oft nicht an ihre Versorgung im Alter“, berichtet die Vorsitzende.

Der Sozialverband bietet seinen Mitgliedern Beistand und Information in der Ortsgruppe, etwa bei den monatlichen Treffen im Gasthaus Küker. Dazu kommen professionelle Beratungsstellen, wobei die in in Hannover, mit Außenstelle in Neustadt, das größte Beratungszentrum seiner Art in Deutschland ist. Die fünf hauptamtlichen Berater an der Herschelstraße mussten wegen der großen Nachfrage gerade ihre Sprechzeiten ausweiten – sie waren aber auch erfolgreich, erstritten für ihre Klienten im vergangenen Jahr nach 8600 Beratungen mehr als 3 Millionen Euro. Auf höheren Ebenen bemüht der Verband sich auch durch Lobbyarbeit dafür, dass soziale Probleme gemildert werden.

Während der stellvertretende Bürgermeister Ulrich Troschke bei der Feierstunde die Hilfen der Sozialverbände als unerlässlich bezeichnete, brachte Ortsbürgermeister Martin Ehlerding die Grundhaltung des Verbands auf einen Begriff: Solidarität. „Wo Gruppen ausgegrenzt werden, ist es wichtig, wenn Menschen mit Problemen sich untereinander helfen“, sagte er.

Im Wunstorfer Stadtgebiet gibt es noch weitere Verbände in Luthe, Steinhude und für das Butteramt, während die Mitglieder in der Kernstadt mittlerweile von Neustadt aus betreut werden. Dort wurde keine Vorstandsteam mehr gefunden.

Mitglieder werden geehrt, Ehrenamtliche besonders

Zur Feier des 70-jährigen Bestehens haben die Ortsverbandsvorsitzende Ralfina Rasching und der Kreisvorsitzende Jürgen Mroz, Mitglieder für lange Treue und ihr ehrenamtliches Engagement geehrt. Dabei ragte der frühere Schatzmeister Heinrich Brand heraus, der sich 25 Jahre engagiert hat und dem Sozialverband bereits ein halbes Jahrhundert angehört. Anerkennung für 15 Jahre im Ehrenamt erhielten außerdem Wilhelm und Rüdiger Bolte, Gerda und Ernst Beisner sowie Wilhelm Lindemann. Fünf Jahre lang sind Adolf Pickert und die frühere Vorsitzende Heidrun Brümmendorf aktiv gewesen. „Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass ein neuer Vorstand gefunden worden ist“, betonte Rasching.

Dank gab es auch für Birgit Messlin nach zehn Jahren Mitgliedschaft. Eine besondere Ehrung gab es für Heidi Müller, die dem Verband vor 35 Jahren beigetreten ist und als Mitarbeiterin des Gasthauses Küker eine wichtige Stütze der Veranstaltungen ist.

Von Sven Sokoll

Michaela Tatje ist an Leukämie erkrankt. Die 44-jährige Mutter einer vierjährigen Tochter braucht dringend eine Stammzellenspende. Die Deutsche Stammzellenspender-Datei (DSD) organisiert eine Typisierungsaktion.

31.10.2018

Weil die Mehrheitsgruppe noch keine gemeinsame Linie zur Zukunft des Hölty-Gymnasiums gefunden hat, hat der Schulausschuss am Dienstag nicht abgestimmt. Die CDU unterstützt aber die Lösung Luther Weg.

02.11.2018

3500 Sterntaler für den guten Zweck: Der Lions Club Steinhuder Meer bringt erstmals einen Adventskalender heraus. Der Erlös fließt in gemeinnützige Projekte.

02.11.2018