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Stadt Wunstorf Mehr als 40.000 Besucher beim Tag der Bundeswehr
Aus der Region Region Hannover Stadt Wunstorf Mehr als 40.000 Besucher beim Tag der Bundeswehr
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12:01 10.06.2018
Die Flugvorführung des Eurofighters wird von vielen beobachtet. Quelle: Sven Sokoll
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Wunstorf

Rasch hat sich am Sonnabendmorgen das Gelände des Wunstorfer Fliegerhorstes mit Menschen gefüllt, die beim Tag der Bundeswehr viel Technik erleben und die neue Infrastruktur des Lufttransportgeschwaders 62 ansehen wollten. Im Lauf des Tages wurden es nach Angaben der Veranstalter mehr als 40.000. Wahrscheinlich hat die Hitze dazu beigetragen, dass die zunächst erwarteten 60.000 nicht erreicht wurden. Die Besucher auf dem Gelände nutzen vielfach die Schatten unter den Flugzeugflügeln, um etwas aus der Sonne zu kommen.

Begonnen hatte die achtstündige Veranstaltung am Morgen mit einem Feldgottesdienst und einer offiziellen Begrüßung, die aber von Protesten von Friedensaktivisten begleitet wurden. „Hier gibt’s nichts zu feiern“, stand auf Zetteln, die sie warfen. Zweimal griffen Feldjäger ein, um die Störer zur Seite zu bringen. In einer Pressemitteilung begründeten die Störer ihre Aktion am Sonnabendabend mit der ihrer Ansicht nach unzureichend aufgearbeiteten NS-Vergangenheit des Fliegerhorstes und den heutigen Kriegsbeteiligungen des Geschwaders. Die Gruppe benannte sich aber nicht näher.

„Jeder darf in der Demokratie das Wort ergreifen, aber jetzt gehört es mir“, sagte Ludger Bette, Kommodore des LTG 62. Er rief die Besucher des Tages auf, sich ein eigenes Bild von den Veränderungen zu machen, die der Standort in den vergangen Jahren durchlaufen hat. Bürgermeister Rolf-Axel Eberhardt betonte, dass die Bundeswehr in Wunstorf gut integriert ist, und dankte denen, die sich in den vergangenen Jahren für den Erhalt und Ausbau des Fliegerhorstes eingesetzt hatten.

Die Flugschau begann dann mit dem Absetzen von Fallschirmspringern. Als wenig später ein Eurofighter lautstark seine Kreise am Himmel zog, gehörte zu den tausenden Zuschauern auch der Generalinspekteur Eberhard Zorn, der mittlerweile eingetroffen war. Er überreichte Bette eine Erinnerungsplakette und sah sich eine Maschine des neuen Flugzeugmusters A400M an.

Der Kommodore sprach in der Mittagszeit von einer tollen Atmosphäre und tollem Flugwetter: „Es ist ein gelungener Tag für den Standort und für die Besucher“, war er überzeugt. Peter Hauck vom mitausrichtenden Bundesamt für Infrastruktur der Bundeswehr sagte: „Es hätte kaum besser laufen können.“ Bette äußerte sich dann auch zu den Störern zu Beginn des Tages: „Wir sind eine Parlamentsarmee, die in das zivile Umfeld integriert werden muss. Dafür ist eine Veranstaltung wie heute ein probates Mittel“, war er überzeugt. Mahnwachen vor dem Gelände und am Wunstorfer Bahnhof, die die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen und das Friedensbüro Hannover angemeldet hatten, verliefen nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle.

Die Stube der Zukunft

Während bei bestem Wetter draußen auch die Flugzeuge und Heeresgeräte auf dem Boden viele Blicke auf sich zogen, gab es in den Hallen viele ergänzende Informationen. Das Staatliche Baumanagement, das für die Umbauten auf dem Fliegerhorst federführend war, stellte die Projekte näher vor – auch in der Hoffnung, Architekten und Ingenieure für die Arbeit bei ihm begeistern zu können. Die Verpflegungsgruppe vom Fliegerhorst zeigte zum Beispiel, was in den unterschiedlichen Einmannpackungen ist, sowie eine Feldküche.

Außerdem konnten Besucher sehen, wie die Stuben der Bundeswehrangehörigen künftig ausgestattet sein sollen. Das Militär fährt den Kurs, als Arbeitgeber attraktiver zu werden – dazu gehören zum Beispiel ergonomische Büromöbel, aber auch moderne Möbel in der Unterkunft. Standardmäßig umfasst das Einzelzimmer der Zukunft 13,5 Quadratmeter „Dieses Modell wird derzeit in sechs Standorten ausprobiert. Wenn das Konzept funktioniert, soll es flächendeckend eingeführt werden“, sagte Elke Nitsch vom Bundesamt für Infrastruktur der Bundeswehr.

Die Stadt stellt einen Torfkahn auf

Mit einem Torfkahn als Blickfang wollte die Stadt Wunstorf auf sich und das Urlaubsziel Steinhuder Meer aufmerksam machen. Auf einer Blaulichtmeile zeigte sich unter anderem das THW, das mit 130 Helfern die Veranstaltung unterstützte, unter anderem am Großparkplatz im Süden des Fliegerhorstgeländes. Am Stand der Johanniter spürte man zwar, dass während der Flugschauen schwer die Aufmerksamkeit zu gewinnen war. In den Pausen aber wurden dann aber doch auch viele ernsthafte Gespräche geführt. Insgesamt waren 199 Johanniter-Helfer mit dem Tag der Bundeswehr beschäftigt, die aber auch 133 Einsätze bewältigen mussten. Ins Krankenhaus mussten aber nur drei Besucher gebracht werden. Die Johanniter betreuten auch eine Sammelstelle für Kinder, die ihre Eltern verloren hatten.

Eine weite Anreise hatte Elias Fliegner aus dem bayerischen Aschaffenburg. Der Schüler interessiert sich für eine Laufbahn als Militärflieger und sah sich von dem Tag bestärkt. Aus Seelze war Andreas Faulhaber gekommen: „Ich bin flugbegeistert und habe früher auch Modelle gebaut“, berichtet er. Er kam in Begleitung von Matthias Kronig, der auf dem Fliegerhorst seinen Grundwehrdienst geleistet hat und auch mal wieder sehen wollte, wie der Standort sich entwickelt hat. Der Wunstorfer Gunnar Schulz fand vor allem interessant, den Kampfjet Tornado einmal aus der Nähe zu sehen.

A400M wird Schritt für Schritt einsatzfähiger

Das neue Flugzeugmuster Airbus A400M macht derzeit deutliche Fortschritte, was seine Einsatzfähigkeit betrifft. Das hat Kommodore Ludger Bette in einem Pressegespräch beim Tag der Bundeswehr gesagt. „Mit den 19 Maschinen fliegen wir für reguläre Transporte mittlerweile weltweit in alle Einsatzgebiete der Bundeswehr. Und bei den taktischen Fähigkeiten haben wir zuletzt signifikante Fortschritt gemacht.“

Im August soll das Geschwader auch in der Lage sein, Menschen zu evakuieren, die medizinische Betreuung benötigen. Betankungsflüge sind erprobt worden, diese müssen allerdings luftfahrtrechtlich noch lizensiert werden. Auch mit Hilfe von Nachtsichtgeräten gab es schon Erprobungsflüge. Nachdem die Flugzeuge schon länger in der Lage sind, Fallschirmspringer abzusetzen, soll nun Ende Juli auch möglich werden, Lasten entsprechend abzusetzen. Insgesamt soll das Geschwader 40 der Transall-Nachfolger erhalten.

Der Parkplatz im Süden des Fliegerhorstgeländes ist gut gefüllt, hätte aber noch mehr vertragen. Quelle: Sven Sokoll

Parkplätze werden nicht alle gebraucht

Was den Verkehr zum und vom Fliegerhorst angeht, zog Ulrich Knappe, Leiter der Polizeiinspektion Garbsen, am Sonnabendabend eine positive Bilanz. Am Morgen hatte sich der Autoverkehr von der A 2 über Luthe und Wunstorf zwar zeitweilig stark gestaut. „Mit einem Ausweichparkplatz im Gewerbegebiet konnten wir aber relativ schnell Entlastung schaffen“, sagte Knappe. Dieser war dann auch der einzige, der zeitweise komplett belegt war. Von insgesamt 20.000 eingeplanten Parkplätzen, vor allem auf dem Südteil der Fliegerhorstes, waren in der Spitze nur 7500 belegt. Von Seiten der Bundeswehr hieß es, dass das System des Busshuttleverkehrs zu den Bahnhöfen in Wunstorf und Poggenhagen und den Parkplätzen gut funktioniert habe.

Dass sich am Morgen aus der Umgebung viele Menschen mit Fahrrädern auf den Weg zum Fliegerhorst gemacht hatte, trug aber auch dazu bei, dass die Verkehrssituation recht entspannt war. „Eher unerwartet war aber, dass gegen 12.30 Uhr schon ein recht starker Rückreiseverkehr einsetzte, wohl wegen der Hitze. Darauf mussten wir reagieren“, berichtet Knappe. So musste auf der Achse durch Richtung Luthe schon früh wieder regelnd eingegriffen werden.

Von Sven Sokoll

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